Über drei Jahrzehnte war der gebürtige Traunsteiner, der sich nie einen Wechsel nach Frankfurt vorstellen konnte, für Noerr tätig. Er zählte zu den international führenden Experten für IT-Recht, Digitalisierung und künstliche Intelligenz.
Bräutigam begann seine Laufbahn nach dem Referendariat 1994 bei der Vorgängerkanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz in München. Nach seiner Promotion im Franchiserecht beriet Bräutigam Mitte der Neunzigerjahre zunächst fachlich breit, unter anderem bei Filmdeals für den Fernsehsender Premiere. 2001 wurde er in die Partnerschaft aufgenommen. Mit der zunehmenden technologischen Entwicklung verlagerte sich sein Fokus. Frühe Mandate umfassten etwa den Aufbau der Webpräsenz für den Deutschen Anwaltverein.
Vom Outsourcing zur Cloud
Einen entscheidenden Schritt in seiner Spezialisierung markierte die Trennung von Hard- und Software, die das Zeitalter der IT-Outsourcings einläutete. Bräutigam etablierte sich als einer der führenden Experten auf diesem Gebiet. Als sich aus dem Outsourcing das Cloud-Computing entwickelte, gehörte Bräutigam erneut zu den Anwälten, die das Thema früh besetzten. Er beriet unter anderem Microsoft und sah in der Cloud-Technologie eine Demokratisierung der Digitalisierung, da sie für eine breite Masse von Unternehmen finanziell zugänglich wurde. Als Honorarprofessor lehrte er Medien- und Internetrecht an der Universität Passau.
Bräutigam verstarb an einer Krebserkrankung.