An die Stelle des 49-jährigen Gesellschaftsrechtlers Dr. Horst Ebhardt sind nun die Wiener Partner Dr. Richard Wolf (48), Dr. Erik Steger (43) und Dr. Nikolaus Paul (34) getreten. Ebhardt war 2008 zum ersten Vollzeit-Manager einer Anwaltskanzlei in Österreich berufen worden.
Der jetzt für Kommunikation verantwortliche Osteuropa- und Immobilienspezialist Steger will die Entscheidung für ein Management-Team jedoch nicht als endgültige Abkehr vom Vollzeit-Manager verstanden wissen: „Wir haben in den vergangenen Jahren einen solchen Managing Partner gebraucht.“ Für die jetzige Situation sei aber ein Team, das die Aufgaben auf mehreren Schultern trägt, die richtige Wahl. „Das Ziel von Wolf Theiss ist es, neue Märkte zu erschließen. Wir sind davon überzeugt, dass die neue Management-Struktur uns bei unserem Vorhaben, die führende Anwaltskanzlei in der Region zu werden, sehr zugutekommen wird“, sagte Steger.
Eine Herausforderung für das neue Management dürfte etwa die geplante Expansion nach Polen sein. Am Warschauer Anwaltsmarkt schaut sich Wolf Theiss schon seit geraumer Zeit nach einem passenden Team um.
Die neue Führungsspitze ist aus einer Wahl innerhalb der Partnerschaft hervorgegangen. Laut Steger hätten weitere Personen mit verschiedenen Managementmodellen kandidiert, jedoch habe sich am Ende die Mehrheit der Partner für das jetzige Trio entschieden.
Aus diesem sticht vor allem Richard Wolf heraus. Der Bank- und Kapitalmarktrechtler ist einer der Rainmaker der Kanzlei. Jüngst beriet er etwa den Energiekonzern Verbund AG bei seiner Kapitalerhöhung im Wert von Milliarde Euro. Wolf ist an der Kanzleispitze künftig für Finanzen und das Finanzberichtswesen zuständig.
Steger verantwortet neben der Kanzlei-Kommunikation künftig auch die Personalentwicklung. Darüber hinaus bleibt er lokaler Managing Partner des Wolf Theiss-Büros in Bratislava.
Der dritte Partner des Teams, Bankrechtler Nikolaus Paul, wird sich mit IT-Fragen sowie der internen Organisation beschäftigen. (Jörn Poppelbaum)