Polster und Goodarzi kennen sich seit vielen Jahren und waren in unterschiedlichen Projekten regelmäßig auf entgegengesetzten Seiten tätig. Beide verfügen über Erfahrungen in Großkanzleien und mittelständischen Einheiten. Polster begann seine Karriere Ende der 1990er-Jahre in der Bonner Vergaberechtsboutique Boesen, wechselte dann 2002 zu White & Case nach Düsseldorf und wurde 2011 Salary-Partner bei Beiten. Goodarzi war seit 2009 Vollpartner bei Lindenau Prior, davor lagen Stationen bei Beiten Burkhardt und Bird & Bird.
Die Kanzleigründer wollen sowohl Unternehmen als auch öffentliche Auftraggeber beraten. Derzeit liegt der Fokus noch auf der Beratung der öffentlichen Hand. Polster berät häufig im Verkehrssektor, das private Bahn- und Busunternehmen Transdev und seine Tochterfirmen sind langjährige Mandaten. Außerdem gehörte Polster zu dem Beiten-Team, das 2012 zusammen mit Olswang das Bundesverkehrsministerium beriet, als es um die Vergabe des Lkw-Maut-Betriebs ging.
Goodarzi berät Unternehmen und öffentliche Auftraggeber aus unterschiedlichen Branchen, einen Schwerpunkt gibt es bei Krankenkassen. Viel beachtet war das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof um Mindestlohn-Forderungen bei öffentlichen Vergaben, bei dem Goodarzi mehrere rheinland-pfälzische Städte beriet.
Die Beteiligten betonen, dass die Trennung von den alten Kanzleien im besten Einvernehmen erfolgte.
Bei Lindenau Prior arbeiten nach dem Abgang noch zehn Berufsträger. Goodarzi war als einziger Equity-Partner für Öffentliches Wirtschaftsrecht und Vergaberecht zuständig. Bei Beiten umfasst das Vergaberecht um den neuen Praxisgruppenleiter Hans Neumeier rund 20 Köpfe.