Wiederauferstehung

Mannheimer Shearman-Büro spaltet sich als Schilling Zutt & Anschütz ab

Das komplette Mannheimer Büro von Shearman & Sterling trennt sich von der Sozietät. Künftig firmieren die Anwälte unter Schilling Zutt & Anschütz - dem Namen der Kanzlei, aus der sie im Jahr 2000 gekommen waren.Für die deutsche Gesamtpraxis ist die Trennung von insgesamt neun Partnern, darunter die renommierten Gesellschaftsrechtler Dr. Jochem Reichert und Dr. Martin Winter, ein herber Rückschlag. Die Corporate-Praxis verliert damit innerhalb kurzer Zeit den Großteil der Partner, die sich in der Generation nach Seniorpartner Georg Thoma einen Namen im Markt erarbeitet hatten.

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Erst zum Februar war der angesehene Transaktionsspezialist Rolf Koerfer in Düsseldorf zu Allen & Overy gewechselt. Zwar verbleiben in dieser Senioritätsriege nach der Abspaltung des Mannheimer Büros noch die anerkannten Kapitalmarktrechtler Dr. Stephan Hutter in Frankfurt und Steuerrechtler Dr. Gottfried Breuninger in München.

Mit insgesamt 30 Anwälten ist Mannheim neben Düsseldorf der größte deutsche Standort. Gemessen an der Partnerzahl stand er sogar an der Spitze der deutschen Shearman-Büros.

Neben Reichert und Winter verliert Shearman die Corporate- und M&A-Partner Dr. Stephan Harbarth, Dr. Thomas Liebscher, Dr. Heino Rück und Dr. Stephan Scherer. Zu ihren Mandanten gehört eine Vielzahl namhafter Unternehmen. Bekannt ist die enge Beziehung zu Daimler, die das Team zuletzt bei der Trennung von ihrem EADS-Anteil beriet. Zudem arbeiten die Mannheimer beispielsweise regelmäßig für Südzucker, BASF und den Finanzdienstleister MLP. Mit der Trennung verlassen auch die Partner Hans-Joachim Hellmann (Kartellrecht), Dr. Georg Jaeger (Arbeitsrecht) und Dr. Thomas Nägele (IP) die US-Kanzlei.

Die Gründe für die Entscheidung der Mannheimer dürften vielfältig sein und vor allem in der Historie des Büros liegen. Bis zum Jahr 2000 agierte das Mannheimer Büro als eigenständige Kanzlei Schilling Zutt & Anschütz, die auch ein Büro in Frankfurt unterhielt. Seit jeher waren die Anwälte für hochkarätige Mandaten tätig. Reichert gelang es damals, ein enges Verhältnis zu Daimler-Benz aufzubauen. Für die DaimlerChrysler-Fusion wurde dann allerdings zunächst Shearman-Partner Thoma mandatiert. Weil den Amerikanern, die in Deutschland zwar in M&A hervorragend aufgestellt waren, aber eine schlagkräftige Gesellschaftsrechtspraxis fehlte, bot sich eine Fusion der beiden Kanzleien an. Fortan ging die Zusammenarbeit insbesondere zwischen Mannheim und Düsseldorf jedoch nur schleppend voran.

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