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21.08.2008

Ende eines Dramas: Lone Star macht mit Mayer Brown das Rennen um IKB

Die schwer angeschlagene IKB Deutsche Industriebank ist verkauft. Die staatliche Förderbank KfW, mit 45 Prozent größter Anteilseigner, erteilte der US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star den Zuschlag für die Düsseldorfer Mittelstandsbank. Der Verkaufspreis lag unter den angepeilten 800 Millionen Euro, so der KfW-Vorstandssprecher Wolfgang Kroh heute. Die Veräußerung an Lone Star, die 90 Prozent der Anteile übernimmt, gilt in Finanzkreisen als Überraschung. In dem außergewöhnlich langen Bieterverfahren, das bereits 2007 begonnen hatte, war bis zum Schluss auch noch der belgische Finanzinvestor RHJ International mit im Rennen. Der Ableger der US-Gesellschaft Ripplewood soll dabei lange als Favorit gegolten haben. Zuvor war auch die schwedische Bank SEB noch am Bieterprozess beteiligt.

Die KfW zog mit ihrem Ausstieg einen Schlusstrich unter ein katastrophales Kapitel deutscher Bankengeschichte. Mit dem Beinahe-Zusammenbruch der IKB im Juli 2007 hatte die Krise am US-Hypothekenmarkt auch Deutschland erfasst. Die IKB hatte sich in den USA stark verspekuliert und konnte seither nur mit mehreren, insgesamt rund neun Milliarden Euro schweren Rettungspaketen der KfW, des Bundes und der Bankenwirtschaft vor der Pleite bewahrt werden.

Vor allem das Mittelstandsgeschäft der IKB gilt in der Branche als interessant. Die US-Gesellschaft Lone Star ist für ihr hartes Durchgreifen bekannt und erlangte hierzulande vor allem mit ihren Engagements in notleidenen Krediten (NPL) und der Sanierung der Allgemeinen Hypothekenbank AHBR Bekanntheit. (René Bender)

Berater Lone Star
MAYER BROWN (Frankfurt): Dr. Jörg Wulfken (Banking & Finance), Dr. Ulrike Binder, Stephan Gittermann (beide Gesellschaftsrecht; alle drei Federführung), Dirk-Peter Flor, Dr. Manfred Heemann, Dr. Ralf Hesdahl (alle Banking & Finance), Dr. Ingo Kleutgens, Heiko Penndorf (beide Steuerrecht), Dr. Benedikt Weiser (Gesellschaftsrecht), Dr. Hans-Georg Kamann (Beihilfenrecht/Prozessführung), Dr. Guido Zeppenfeld (Arbeitsrecht), Dr. Martin Braun (IT), Dr. Jörg Michael Lang (Immobilienrecht), Dr. Ulrike Mönnich (Versicherungsrecht; Köln); Associates: Dr. Götz Gallenkamp, Dr. Simon Grieser, Kirsten Pirzkall (Banking & Finance), Christoph Harler, Dr. Sven Labudda, Dr. Axel Lebherz, Dr. Hendrik Otto (Berlin; alle Gesellschaftsrecht), Dr. Jan Kraayvanger (Beihilfenrecht/Prozessführung), Dr. Nicolas Rößler, Björn Vollmuth (beide Arbeitsrecht), Dr. Andrea Patzak (IT), Elmar Günther (Immobilienrecht), Timo Götting (IP), Dr. Peter Gey (Beihilferecht/Prozessführung), Michael Marx (Versicherungsrecht; Köln)

Berater KfW
CLIFFORD CHANCE (Frankfurt): Dr. Kersten von Schenck, Dr. André Schwanna, Dr. Arndt Stengel (alle drei Federführung; alle Corporate) Dr. Marc Benzler, Dr. Arne Klüwer, Dr. Oliver Kronat, Dr. Michael Weller (alle Banking & Capital Markets), Sebastian Rakob, Dr. Fabian v. Schlabrendorff, Burkhard Schneider (alle Litigation), Robert Houck (New York) Roger Best (beide Litigation; London), Holger Wissel (Beihilferecht; Düsseldorf), Gerhard Dreyer, Dr. Uwe Schimmelschmidt (beide Steuerrecht), Dr. Stefan Sax (Corporate), Frank Schwem (Banking & Capital Markets); Associates: Anja Döring, Markus Muhs, Rebekah Rollo, Annette Scheipermeier, Dr. Leif Schrader (alle Corporate), Oda Lehmkuhl, Verena Etzel (alle Banking & Capital Markets), Stefan Kirsten, Dr. Markus Perkams (beide Litigation), Sarah Bishop (London), Andreas Frischknecht (New York; beide Litigation), Dominik Becker (Beihilferecht; Düsseldorf), Pascal di Prima, Thorsten Vogt (beide Steuerrecht)

Berater IKB
LINKLATERS (Düsseldorf): Hans-Ulrich Wilsing (Corporate/M&A), Andreas Steck (Bankaufsichtsrecht; beide Federführung; Frankfurt), Dr. Laurenz Uhl (Bank- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Sebastian Benz (Steuerrecht), Dr. Carsten Grave (Wettbewerbs- und Kartellrecht); Associate: Sebastian Goslar (Corporate/M&A)

Berater Ripplewood
SULLIVAN & CROMWELL (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. Wolfgang Feuring, Matthias Strasser

Berater SEB
FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER : Dr. Matthias-Gabriel Kremer (Corporate; Frankfurt), Tobias Müller-Deku (Corporate/Finance; München) – aus dem Markt bekannt

Die Arbeit für Lone Star in dem Mammut-Bieterverfahren ist ein Erfolg für Mayer Brown: Zwar verfügt die Sozietät seit mehreren Jahren über gute Kontakte zu dem US-Investor, doch hätte man das Mandat im Bieterkampf um die IKB nicht unbedingt erwarten können. So trat in den vergangenen Jahren Weil Gotshal regelmäßig in wichtigen Mandaten für Lone Star auf, so beim Kauf der AHBR und bei deren Refinanzierung. Auch bei NPL-Transaktionen war Weil Gotshal häufig an der Seite des US-Investors. Doch seit 2004 hat sich sich auch Mayer Brown ein gutes Standing bei der Gesellschaft erarbeitet. Als erste größere Transaktion betreute sie Lone Star beim Kauf eines Kreditportfolios der Hypo Real Estate im Wert von 3,6 Milliarden Euro im Herbst 2004. Wenige Monate zuvor hatte Mayer Brown noch aufseiten der Hypo Real Estate gestanden, als diese ein NPL-Portfolio an Lone Star verkaufte

Wenig überraschend ist die Arbeit von Clifford für die KfW. Die Sozietät begleitet die Förderbank schon seit langem, so unter anderem im Hinblick auf ihr Verbriefungsvehikel Rheinland.

Sullivans Kontakt zum belgischen Investor RHJ International geht auf den US-Investor Ripplewood zurück, dem RHJ entstammt. Die Sozietät begleitet Ripplewood und ihren Gründer Timothy Collins in den USA seit längerem regelmäßig. Hierzulande trat in der Vergangenheit vor allem Gleiss Lutz für Ripplewood auf, so zuletzt im vergangenen Jahr beim Kauf des Verlagshauses Reader’s Digest.

Linklaters war für die IKB in den vergangenen zwölf Monaten intensiv im Zusammenhang mit den Rettungsmaßnahmen für die IKB tätig. Die Kanzlei war zu Beginn der Kreditmarktkrise ins Mandat gekommen, zuvor galt Hengeler Mueller als Hauptberaterin der Düsseldorfer Bank. Bei den Finanzierungsmaßnahmen seit Juli 2007 war aufseiten des zur Rettung eingesetzten Bankenkonsortiums zudem auch Freshfields Bruckhaus Deringer beteiligt. Die Sozietät war nun mit einem anderen Team aus Frankfurt und München für die schwedische SEB tätig.

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