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28.05.2010

Bad Bank steht: Hengeler, Mayer Brown und Lovells begleiten Milliarden-Auslagerung der WestLB

Die WestLB hat ihr mehr als 70 Milliarden Euro schweres Hauptpaket an riskanten Wertpapieren und bilanziellem Ballast an die erste deutsche „Bad Bank“ ausgelagert. In die sogenannte Erste Abwicklungsanstalt (EAA) brachte sie nun mit Bundeshilfe und rückwirkend zum Januar Altlasten in Höhe von rund 71 Milliarden Euro ein.

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Dirk Bliesener

Das toxische Paket enthält vor allem strukturierte Wertpapiere, Kredite und Anleihen. Schon zu Jahresbeginn hatte die nordrhein-westfälische Landesbank Risikopapiere im Wert von 6,2 Milliarden Euro transferiert.

Die EAA, die Anfang Mai ihre Arbeit aufnahm, erhält gleichzeitig drei Milliarden Euro Kapital von der WestLB und Garantien der WestLB-Eigner – den Sparkassenverbänden und dem Land NRW sowie den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe – in einer Höhe von einer Milliarde Euro.

In die Kernbank stieg der Bund über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) ein, der Rettungsfonds leistete eine stille Einlage von drei Milliarden Euro. (vov, RB)

Berater WestLB
Hengeler Mueller
(Frankfurt): Dr. Dirk Bliesener (Federführung), Dr. Johannes Adolff (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Hans-Jörg Niemeyer (Beihilferecht; Brüssel), Dr. Ernst Kraft, Dr. Mathias Link (beide Bilanz- und Steuerrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Dr. Thomas Schmidt-Kötters (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Frank Burmeister (M&A), Dr. Matthias Link (Bilanz- und Steuerrecht); Associates: Dr. Sven Schneider, Alexander Rang, Dr. Nikolaus Vieten, Malte Rosenberg, Dirk Hamann, Nabil El Eid
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Michael Weller (Federführung; Bank- und Kapitalmarktrecht), Andrew Yianni (Finanzierung; London), Evan Cohen, Tom Pax (Finanzierung & Restrukturierung; New York/Washington), Jonathan Lewis (Bank- und Finanzrecht; Paris), Lucio Bonavitacola (Mailand), Yolanda Azanza (beide Kapitalmarktrecht; Madrid)

Berater Land NRW, Finanzministerium
Freshfields Bruckhaus Deringer
(Düsseldorf): Dr. Axel Epe (Unternehmensrecht/M&A), Bernhard Kaiser (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Berater Rheinischer Sparkassen- und Giroverband/ Westfälisch-Lippischer Sparkassen- und Giroverband
Morgan Lewis & Bockius
(Frankfurt): Dr. Jörg Siegels (Corporate Finance; Federführung), Dr. Jens Mitzlaff (Finanzierung); Associates: Dr. Torsten Schwarze, Dr. Jan Klumb (beide Finanzierung), Torge Keck, Dr. Predrag Maksimovic (Corporate)
Redeker Sellner Dahs
(Brüssel): Dr. Andreas Rosenfeld; Associate: Dr. Ingo Liebach ((Beihilferecht und Fusionskontrolle)

Berater Landschaftsverbände
HLB Dr. Schumacher + Partner (Münster): Dr. Dietmar Janzen – aus dem Markt bekannt

Berater SoFFin
Inhouse
(Frankfurt): Eva Bauer (Projektleitung) – aus dem Markt bekannt
Mayer Brown
(Frankfurt): Dr. Jörg Wulfken (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Dr. Heinrich von Bünau, Carsten Flaßhoff, (beide Corporate; Köln), Dr. Simon Grieser, Andreas Lange (beide Bank- und Finanzrecht), Heiko Penndorf (Steuern), Dr. Jens Schmidt (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Guido Zeppenfeld (Arbeitsrecht), Dr. Marius Boewe (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Köln); Associates: Dr. Christoph Broich (Federführung; Corporate), Kai Liebrich (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Petra Fendt, Dr. Götz Gallenkamp, Stefanie Hentschel (alle Bank- und Finanzrecht), Dr. Sven Labudda (Corporate), Matthias Meckert (Immobilenrecht), Dr. Fabian Rief-Drewes, Thomas Schubert (beide Corporate; beide Berlin), Björn Vollmuth (Arbeitsrecht), Stefan Westerheide (Corporate; Köln), Andrea Stratmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Köln)

Berater Erste Abwicklungsanstalt
Hogan Lovells:
Dr. Tim Brandi (Gesellschaftsrecht/M&A; Bankaufsichtsrecht), Dr. Sven Brandt (Bank- und Bankaufsichtsrecht; Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt), Dr. Franz-Josef Schöne (alle Federführung), Dr. Christoph Louven (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Michael Dettmeier (Steuern), Dr. Martin Sura (Kartellrecht), Dr. Marcus Schreibauer (IP/IT-Recht; Datenschutzrecht), Dr. Kerstin Neighbour (alle Düsseldorf), Dr. Hans-Peter Löw (beide Arbeitsrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Heiko Gemmel (Steuern, Düsseldorf), Dr. David Juentgen (Kartellrecht, Düsseldorf), Holger Stabenau (Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Olena Tokman (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Richard Reimer (Bankaufsichtsrecht), Dr. Julian Fischer, Anna Rogge (beide Bankrecht, Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Dass die WestLB für das Großprojekt Hengeler Mueller mandatiert, lag nahe. Denn die Kanzlei betreut die angeschlagene Landesbank schon seit Jahren und begleitete im Zuge dessen auch schon die vorhergegangenen Restrukturierungen, nachdem die WestLB 2007 in Schieflage geraten war.

Die Kanzlei betreut zudem aktuell auch die ebenfalls schwer angeschlagenen Hypo Real Estate, bei der er wahrscheinlich zur Gründung einer Abwicklungsanstalt nach einem ähnlichen Muster wie bei der WestLB kommen wird.

Neben
Hengeler hatte die WestLB auch ein größeres Team von Clifford Chance mandatiert. Clifford hatte die Aufgabe, die Brücke zu schlagen zwischen den deutschrechtlichen Instrumentarien aus Umwandlungsgesetz und den Assets, die ausländischem Recht unterstehen oder von ausländischen Vertragspartnern geschuldet sind.

Die Beteiligung von Mayer Brown und Hogan Lovells an dem Projekt ist da schon überraschender. Schließlich nahm an der Seite des SoFFin zuvor Freshfields Bruckhaus Deringer eine bedeutende Rolle ein, arbeitete etwa im Frühjahr 2009 am Rettungsübernahmegesetz. Und auch an der Erarbeitung des Bad-Bank-Modells soll die Kanzlei eingeschaltet gewesen sein. Diesmal war Freshfields aber aufseiten des Landes NRW in dessen Funktion als WestLB-Miteignerin tätig.

Mayer Brown jedenfalls nutzte ihre Chance und setzte sich im Kampf um das Mandat vom SoFFin in einem Pitch durch. Auch Hogan Lovells kam über einen Pitch ins EAA-Mandat. Erfahrung auf staatlicher Seite hatte Hogan Lovells im Zuge der Finanzmarktkrise bereits gesammelt, als die Sozietät für das Bundesfinanzministerium bei Garantien für Schuldverschreibungen der Commerzbank tätig war.


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