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01.07.2010

Erneut Bankenkauf: Lone Star übernimmt Düsseldorfer Hyp und baut diesmal auf Weil Gotshal

Der US-Finanzinvestor Lone Star hat die angeschlagene Düsseldorfer Hypothekenbank übernommen. Nach dem Kauf der maroden IKB im Sommer 2008 erwarben die Amerikaner damit bereits die zweite in der Finanzkrise in Turbulenzen geratene deutsche Bank.

Verkäufer waren der Einlagensicherungsfonds und eine Tochter des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Der BdB hatte die auf Staatsfinanzierung spezialisierte Düsselhyp vor rund zwei Jahren gerettet und für die symbolische Summe von einem Euro gekauft, um das systemrelevante Geschäft mit Pfandbriefen abzusichern.

Die Düsselhyp war mit ihrem margenschwachen Geschäft in der Finanzkrise unter Druck geraten und hatte hohe Verluste eingefahren. Die Übernahme durch den BdB war von Anfang an nur vorübergehend, schon kurz danach hatte die Suche nach einem neuen Eigentümer begonnen. Recht schnell galt Lone Star mit seinem exklusiven Dienstleister Hudson Advisors als aussichtsreichster Kandidat. Nach einem zwischenzeitlich erlahmten Verkaufsprozess kam dieser in den vergangenen Monaten wieder in Schwung.

Bedingung für die jetzige Übernahme durch Lone Star war die Übernahme von Garantien in Höhe von 2,4 Milliarden Euro durch den staatlichen Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin).

Lone Star will die Bank künftig neu ausrichten. Ein Umstrukturierungsplan sehe eine geordnete Rückführung der 24 Milliarden Euro Aktiva der Düsselhyp vor, um die Bank von Risiken zu befreien und ihren Verschuldungsgrad zu reduzieren, teilte Lone Star mit. Gleichzeitig sollen Effizienzgewinne durch Synergien mit Lone Stars Corealcredit Bank realisiert werden. (René Bender)

Berater Lone Star
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Dr. Uwe Hartmann (Corporate/Restructuring, Jürgen Börst (Tax/Restructuring), Dr. Heiner Drüke (Corporate); Associates: Konrad von Buchwaldt, Dr. Guido Ruegenberg, Dr. Friedrich Isenbart, Hendrik Schmiady, Dr. Jan Harmjanz, Christina Maurer, Dr. Markus Käppler (alle Corporate), Dr. Kian Tauser, Björn Krausgrill, Wilfried Krauss (alle Tax), Dr. Eberhard Koch (Litigation), Mareike Pfeiffer (Arbeitsrecht), Dr. Michael Holzhäuser, Stephan Wachs (beide Regulatory)
Mayer Brown (Frankfurt): aus dem Markt bekannt
Inhouse (Hudson Advisors; Frankfurt): Klaus Helmrich – aus dem Markt bekannt

Berater BdB
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Wilhelm Reinhardt (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Uwe Eyles (Bankaufsichtsrecht), Rudolf Haas (Kapitalmarktrecht), Dr. Anders Kraft (Steuerrecht); Associates: Dr. Markus Krüger (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Georg Weidenbach (Kartellrecht), Axel Schiemann (Bankaufsichtsrecht), Thomas Kunze, Christine Masselli (beide Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater SoFFin
Beiten Burkhardt (Frankfurt): Dr. Günther Bredow (Federführung), Dr. Stephen Lampert, Katrin Lüdtke (Öffentliches Recht/Vergaberecht; alle München), Dr. Rainer Bierwagen (EU-Recht; Brüssel), Frank Primozic (Insolvenzrecht), Finn-Michael Liebscher, Daniel Klofat; Associates: Alexander Thum (Gesellschaftsrecht/Kapitalmarktrecht), Dr. Marcus Schwab (Bank- und Bankaufsichtsrecht)
Inhouse (Frankfurt): Dr. Eva Bauer, Markus Reichelt, Bettina Meister – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Beim Kauf der IKB vor zwei Jahren hatte Lone Star auf Mayer Brown zurückgegriffen (mehr…). Ungefähr zur gleichen Zeit war auch das Interesse von Lone Star an der Düsselhyp bekannt geworden. Für diese parallelen Kaufbestrebungen wählte der Investor Mayer Brown nur für Teilaspekte, setzte aber mit Weil Gotshal in den wesentlichen Aspekten auf eine ihm ebenfalls gut bekannte Kanzlei.

Denn Weil Gotshal war wie auch Mayer Brown schon in den Jahren zuvor häufiger an der Seite der Amerikaner aufgetreten. So beriet Weil Gotshal beispielsweise 2006 beim Kauf der Immobilienbank Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (mehr…) und bei deren Refinanzierung, sowie bei einer Reihe von Transaktionen mit notleidenden Krediten.

Beiten trat zwar bislang nicht sonderlich prominent an der Seite des SoFFin in Erscheinung, begleitete den Rettungsfonds allerdings bereits mehrfach bei der Übernahme von Garantien. Der SoFFin greift dabei auf einen breiteren Kreis von Sozietäten zurück. Hervorragende Verbindungen zu der Anstalt hat etwa Freshfields Bruckhaus Deringer. Zuletzt war es aber auch Mayer Brown gelungen, den Fonds in einem viel beachteten Mandat zu begleiten: Die US-Sozietät beriet bei der Gründung der ersten deutschen Bad Bank (mehr…).

Als außergewöhnlich eng gilt die Mandatsbeziehung zwischen dem BdB und Uwe Eyles. Der Latham-Partner begleitet den Verband und dessen Töchter laufend, so im Zuge der Finanzmarktkrise zum Beispiel schon bei Rettungsmaßnahmen für die Hypo Real Estate (mehr…).

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