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12.07.2010

Sieg nicht nur im Fußball: Spanier gewinnen mit Linklaters Rennen um SEB-Tochter

Die spanische Banco Santander übernimmt das deutsche Privatkundengeschäft ihrer schwedischen Konkurrentin SEB. Der Kaufpreis liegt bei 555 Millionen Euro. Auch die Unicredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) wollte das SEB-Filialgeschäft übernehmen, soll aber Presseberichten zufolge deutlich weniger geboten haben.

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Matthias-Gabriel Kremer

Das deutsche Filialnetz der SEB gilt mit rund einer Million Kunden und einem Kreditvolumen von 8,5 Milliarden Euro im Wettbewerb mit den Großen der Branche als zu klein. Im vergangenen Jahr hatten die 173 deutschen SEB-Filialen mit rund 2.000 Mitarbeitern einen Verlust von 117 Millionen Euro eingefahren. Die Banco Santander ist in Deutschland bisher nur als Konsumfinanzierer aktiv. Die Übernahme finanzierte die Großbank aus eigenen Mitteln.

Die SEB will den Verkaufserlös nach eigenen Angaben in strategische Wachstumsfelder investieren. Die Bereiche Firmenkundengeschäft und Vermögensverwaltung werden die Schweden in Deutschland weiter betreiben. Zunächst kommen aber durch die Abspaltung Kosten in Höhe von 375 Millionen Euro auf die SEB zu. Der Umbau des verbleibenden Geschäfts werde allein 80 Millionen Euro kosten. (Christopher Tod)

Berater Banco Santander
Inhouse (Madrid): Pablo Castilla Reparaz (Head of Corporate Legal) – aus dem Markt bekannt
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Ralph Wollburg (Federführung),  (beide Corporate M&A; Frankfurt), Andreas Steck (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt), Dr. Daniela Seeliger (Kartellrecht), Dr. Sebastian Benz (Steuerrecht), Wolfram Krüger (Immobilienwirtschaftsrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Thomas Dörmer, Dr. Lars-Gerrit Lüßmann, Dr. Mathias Bock, Dr. Daniel Schubmann (alle Corporate M&A), Dr. André Hofmann (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt), Dr. Daniel von Brevern (Kartellrecht), Kirsten Placke (Steuerrecht), Daniel Buchinger (Immobilienwirtschaftsrecht), Nicolas Roggel (Arbeitsrecht; Berlin), Daniel Pauly (IT; Frankfurt)

Berater SEB
Inhouse
: Dorothea Collins (Leiterin Corporate Center Legal), Reinhardt Taube (Syndikus; beide Frankfurt), Hans Ragnhäll (Corporate/M&A; Stockholm) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Matthias-Gabriel Kremer (Gesellschaftsrecht/M&A; München), Dr. Torsten Schreier (Geistiges Eigentum/Informationstechnologie), Wilfried Schaefer (Steuerrecht), Dr. Jochen Leßmann (Arbeitsrecht), Dr. Alexander Glos (Bank- und Finanzrecht), Dr. Markus Fisseler (Immobilienwirtschaftsrecht; München), Dr. Thomas Lübbig (Kartellrecht; Berlin), Dr. Holger Dietrich (Steuerrecht); Associates: Dr. Moritz Schneider, Dr. Sebastian Kalb (Köln), Franziska Rittig, Dr. Stefan Bressler (beide Frankfurt), Marcus Wandrey (Berlin; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Timo Kost, Dr. Michael Leicht, Philipp Becker (alle Geistiges Eigentum/Informationstechnologie; Köln), Falko Börner, Dr. Rüdiger Hopfe (beide Arbeitsrecht), Dr. Uwe Trafkowski, Christina Zapf, Alexander Ruschkowski, Dr. Jörg Hanke (alle Bank- und Finanzrecht), Daniel Degen, Christoph Frey (beide Steuerrecht), Dr. Florian Sander (Immobilienwirtschaftsrecht; München), Dr. Anna Blume Huttenlauch (Kartellrecht; Berlin)

Berater Unicredit/HVB
Norton Rose (Frankfurt): Dr. Nico Abel (Federführung; Gesellschaftsrecht), Frank Herring (Bankaufsichtrecht), Dr. Caroline Herkströter (Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Freshfields-Partner Kremer hatte die SEB bereits zuvor bei einer Reihe von Transaktionen beraten, so insbesondere 2000 bei der Veräußerung der Deutsche Structured Finance an die Depfa Bank. Zuletzt beriet er die schwedische Bank 2006 bei der Veräußerung eines NPL-Portfolios sowie der SEB-Tochter Union Inkasso an die schwedische Hoist-Gruppe.

Linklaters verbindet eine langjährige intensive Mandatsbeziehung mit dem Vorstand der Banco Santander in deren Heimatmarkt Spanien. In Deutschland hatten die Iberer Mitte 2008 den Linklaters-Rainmaker Wollburg bei der versuchten Übernahme der Postbank (mehr…) mandatiert. Zuletzt hatte 2009 ein Linklaters-Team um Wollburg die spanische Großbank im Hinblick auf die Governance-Struktur ihres deutschen Consumer Finance-Bereichs beraten.

Der Münchner Norton Rose-Partner Abel war bis September 2005 Associate bei Freshfields. In seinem letzten großen Deal dort war er unter der Federführung der Frankfurter Freshfields-Partner Dr. Andreas Fabritius und Kremer Teil des Teams, das Unicredit bei der Übernahme der HVB begleitete. Seitdem hat Unicredit immer wieder auf Abel zurückgegriffen, beispielsweise Ende 2006 bei der Finanzierung der Übernahme von zwei Töchtern der KG Allgemeine Leasing durch GE Commercial Finance (mehr…).

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