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22.02.2011

Milliardendeal: Sparkassen mit Salans kurz vor Dekabank-Übernahme

Die Sparkassen wollen die Dekabank komplett übernehmen. Darauf haben sich die Landesbanken und Sparkassen, denen der Finanzdienstleister je zur Hälfte gehört, grundsätzlich geeinigt. Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss.

Stephan Busch
Stephan Busch

Schon seit Jahren wird um die Eignerstruktur der mit 4,6 Milliarden Euro bewerteten Dekabank gerungen. Aufgrund von EU-Auflagen müssen die WestLB und die LBBW sich von ihren Beteiligungen trennen. LBBW ist mit knapp 15 Prozent der größte Anteilseigner der Deka, die kriselnde WestLB hält rund sieben Prozent. Andere Landesbanken müssen zwar nicht, wollen aber bei der Dekabank aussteigen. Bislang konnten sich die beiden Lager allerdings nicht auf einen Preis für die zentrale Fondsgesellschaft der Sparkassen einigen.

Die Dekabank will aus ihrem Eigenkapital zunächst für eine Milliarde Euro selbst Anteile von den Landesbanken kaufen. Die Sparkassen wiederum nähmen den Landesbanken für weitere 1,3 Milliarden Euro die restlichen Anteile ab. Aufseiten der Sparkassen führt deren Dachorganisation, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), die Verhandlungen. Insgesamt zwölf Regionalverbände müssen die Übernahme der Anteile absegnen.

Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat über die Aufstockung seines Deka-Anteils von derzeit 7,7 Prozent auf 15,5 Prozent bereits entschieden und will dafür 203 Millionen Euro bezahlen. Als zweiter Regionalverband hat nun der Sparkassenverband Westfalen-Lippe erklärt, seine Anteile auf zehn Prozent aufzustocken. Die ostdeutschen Sparkassen sollen voraussichtlich noch im Februar entscheiden, spätestens Mitte März soll Insidern zufolge alles unter Dach und Fach sein.

Der Verkauf der Deka steht im Zusammenhang mit der Konsolidierung im Landesbankensektor und vor allem mit der Zukunft der WestLB. Die angeschlagene Düsseldorfer Bank muss bis Jahresende einen neuen Eigner gefunden haben, mit dem Verkauf ist der Mayer Brown-Partner Friedrich Merz beauftragt. Die Bundesregierung, die Satzungsänderungen bei der Deka zustimmen muss, favorisiert ein Zusammengehen von WestLB, einer oder mehrerer Landesbanken und der Dekabank. Zugleich wurde bekannt, dass sich die Finanzinvestoren Blackstone, Apollo und Lone Star sowie die China Development Bank und die japanische Sinshei Bank für eine Übernahme der WestLB interessieren. (Anja Hall, Volker Votsmeier)

Berater DSGV
Inhouse (Berlin): Dr. Olaf Langner
Salans (Berlin): Dr. Stephan Busch, Dirk-Reiner Voß, Dr. Jörg Karenfort

Berater Landesbanken (Bündelungsgesellschaft)
CMS Hasche Sigle
(Stuttgart): Dr. Thomas Meyding – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer
(Frankfurt): Dr. Matthias-Gabriel Kremer, Dr. Christian Decher (beide Gesellschaftsrecht/Öffentliches Recht), Dr. Andreas von Bonin (Beihilferecht; Brüssel) – aus dem Markt bekannt
LBBW
(Stuttgart): Dr. Armin Brendle (Bereichsleiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Dekabank
Linklaters (Frankfurt): Dr. Florian Drinhausen (Corporate/M&A), Dr. Kurt Dittrich (Kapitalmarktrecht)  Andreas Steck (Aufsichtsrecht), Prof. Dr. Jens Blumenberg (Steuerrecht), Dr. Carsten Grave (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Frederik Winter (Aufsichtsrecht), Dr. Martin Haisch (Steuerrecht),  Astrid Keinath, Dr. Tobias Moog (beide Corporate/M&A)
Inhouse (Frankfurt): Elisabeth Roegele (Chefjustiziarin), Dr. Volker Posegga (Gesellschaftsrecht), Sebastian Kristen (Aufsichtsrecht).

Hintergrund: DSGV-Jurist Olaf Langner, der für das Sparkassenlager die Verhandlungen führt, wechselte erst kürzlich von der Strategieabteilung in die Rechtsabteilung der Verbands. Seit Mitte Februar steht er nun an deren Spitze. Das Dekabank-Projekt begleitet er aber bis zum Abschluss.

Zur Strukturierung der Transaktion hat der DSGV ein Salans-Team hinzugezogen. Der heutige Salans-Partner Busch hat langjährige Mandatsbeziehungen in der Sparkassenszene. So war er bereits 1998 Verschmelzung der damaligen Kapitalanlagegesellschaft Deka mit der DGZ beteiligt, 2007 begleitete er den DSGV mit Salans neben Cleary Gottlieb Steen & Hamilton beim Erwerb der Landesbank Berlin (mehr…).

Die arbeitsrechtliche Umstrukturierung des DSGV an den Standorten Berlin und Bonn samt Interessenausgleich und Sozialplan begleitete ein Team von Baker & McKenzie in Berlin um den Partner Dr. Alexander Wolff und die Associates Dr. Ulrike Conradi und Dr. Stefanie Becker. Das Mandat ist auf einen persönlichen Kontakt Wolfs zum DSGV zurückzuführen. Der Gesamtbetriebsrat hatte Edeltraut Baumgart, Partnerin der Berliner Arbeitnehmerkanzlei Betz Dombek Rakete mandatiert.

Die Landesbanken lassen ihre Interessen gebündelt von CMS Hasche Sigle vertreten. Der federführende Partner Thomas Meyding bringt viel Erfahrung bei der Beratung von Transaktionen im Bankensektor mit. Bei der Übernahme der SachsenLB hatte Meyding 2007 schon einmal die LBBW begleitet, die mit ihrem Deka Bank-Anteil von knapp 15 Prozent nun eine Schlüsselrolle bei dem Deal spielt. Freshfields hat die Landesbanken neben CMS im Hintergrund beraten

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