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14.04.2011

Der Nächste, bitte: GSW schafft Sprung an die Börse mit Freshfields und Linklaters

Der Berliner Immobilienkonzern GSW ist heute an der Frankfurter Börse gestartet. GSW ist bereits das dritte Unternehmen binnen einer Woche, das seine Aktien am streng regulierten Prime Standard notieren lässt. Die Deutsche Bank und Goldman Sachs begleiteten die Transaktion. Der Emissionserlös von 468 Millionen Euro macht den GSW-IPO zum größten seit März 2010, als der Chemikalienhändler Brenntag knapp 750 Millionen Euro einnahm.

Stephanie Hundertmark

In der vergangenen  Woche hatte der Industriezulieferer Norma sein Debüt gefeiert und mit 386 Millionen Euro den bislang größten Börsenstart in diesem Jahr hingelegt. Am Montag dieser Woche folgte der chinesische Taschenhersteller Powerland.

Für GSW war es bereits der zweite Versuch, den IPO über die Bühne zu bringen. Im vergangenen Jahr war ein Start gescheitert, als Griechenlands Schuldenkrise die Unsicherheit an den Kapitalmärkten verschärft hatte. Jetzt schaffte das Unternehmen den Sprung an die Börse, allerdings lag der Ausgabepreis am unteren Ende der Preisspanne. Der maximale angepeilte Erlös lag noch gut 100 Millionen Euro höher bei 566 Millionen Euro.

Der Großteil des eingenommenen Geldes fließt den Alteigentümern Whitehall und Cerberus zu. Die beiden Investoren erhalten 353 Millionen Euro. Cerberus und Whitehall hatten die bis dato landeseigenen Immobiliengesellschaft GSW 2004 gekauft. Mit rund 49.000 Wohnungen und einem Gesamtwert von 2,6 Milliarden Euro gehört die GSW zu den größten Wohnungsunternehmen Berlins.

Berater GSW
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Stephanie Hundertmark (Gesellschaftsrecht/M&A; Berlin), Dr. Christoph Gleske, Mark Strauch (beide Gesellschafts-/Kapitalmarktrecht), Dr. Jochen Leßmann (Arbeitsrecht; alle Frankfurt), Dr. Thorsten Kleine (Immobilienrecht), Dr. Adalbert Rödding (Steuerrecht; beide Köln), Dr. Wolfgang Kotzur (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt); Associates: Felix Blobel, Marcus Wandrey (beide Gesellschaftsrecht/M&A; beide Berlin), Dr. Nikolai Vokuhl, René Peres (beide Gesellschafts-/Kapitalmarktrecht), Dr. Rüdiger Hopfe (Arbeitrecht; alle Frankfurt), Markus Schulz (Steuerrecht; Köln), Dr. Thomas Voland (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin)
Olswang (Berlin): Dr. Christian Schede, Dr. Peter Schorling, Martin Wiemann, Dr.  Cristoph Enaux – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Berlin): Kay Engbring (Bereichsleiter Recht)

Berater Banken
Linklaters
(Frankfurt): Dr. Herbert Harrer (Federführung; Kapitalmarktrecht), Roland Fabian (Immobilienrecht), Dr. Michael Ehret (Steuern), Mark Devlin (Kapitalmarktrecht); Associates: Florian Wirth (Federführung), Dr. Claus Mößle, Jessie Heners (alle Kapitalmakrtrecht), Sarah Stein (New York), Rachel Blaise (Luxemburg; beide Steuern)
Inhouse (Goldman Sachs; Frankfurt): Dr. Arne Lawall – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Deutsche Bank; Frankfurt): Dr. Ulrich Brandt, Susanne Dürr- aus dem Markt bekannt

Berater GSW-Vorstand
Orrick Hölters & Elsing (Düsseldorf): Dr. Oliver Duys, Dr. Markus Weber (beide M&A/Corporate)

Berater Whitehall
P+P Pöllath + Partners (Berlin): Dr. Thomas Töben; Associates: Dr. Hardy Fischer, Sören Reckwardt (alle Steuern)

Hintergrund: Die Berater waren allesamt auch schon im vergangenen Jahr dabei, als GSW seine IPO-Pläne vorerst auf Eis legen musste. Überraschend ist die Konstellation nicht, denn Freshfields ist für die GSW in den vergangenen Jahren regelmäßig tätig geworden. Der federführende Partner an der Seite der Gesellschaft war bis zu seinem Wechsel zu Olswang im Jahr 2009 der Berliner Christian Schede (mehr…) .

Mit Schede wechselten seinerzeit auch Schorling, Wiemann und Enaux. Unter Schede hatte Freshfields etwa die Restrukturierung von GSW sowie unter anderem mehrere Verkäufe von Wohnungsportfolios begleitet. Aber auch nach seinem Wechsel begleitet Freshfields die Mandantin weiter, vor allem auch über ihre etablierten Kontakte zu den Alteigentümern Cerberus und Whitehall. Doch auch Schede ist weiterhin für die Gesellschaft und den Vorstand tätig und betreute diese nun dem Vernehmen nach unter anderem bei den Vorbereitungen für den IPO. Die Federführung bei der eigentlichen IPO-Arbei hatte aber Freshfields, die auch für den Prospekt verantwortlich zeichnete.

Mit den Starts von Norma (mehr…) und jetzt GSW war die Kanzlei nicht nur bei den beiden größten Börsengängen 2011 auf Emittentenseite vertreten. Auch beim größten IPO 2010, dem von Brenntag, begleitete Freshfields die Gesellschaft (mehr…) – ein weiterer Beleg, dass ihr nur wenige Kanzleien im Eigenkapitalmarktrecht das Wasser reichen können.

Auch Linklaters gehört zu den Top-Adressen für IPO-Beratung, insbesondere auf Bankenseite gehört sie zu den stärksten Kräften und verfügt über hervorragende Kontakte zu den wichtigsten internationalen Häusern. So war der Frankfurter Partner Dr. Herbert Harrer etwa auch schon in der vergangenen Woche beim IPO von Norma für die Banken tätig.

Orrick hatte das Management bereits beim ersten IPO-Versuch begleitet. Die Mandatsbeziehung basiert auf einer Beratung im Zusammenhang mit der Dividendenausschüttung 2009. (René Bender)

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