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05.05.2011

Gestamp Automocion erwirbt mit AC Tischendorf die Metallumformsparte von ThyssenKrupp

Der spanische Automobilzulieferer Gestamp Automoción hat die ThyssenKrupp-Tochter Metal Forming erworben. Der Kaufpreis liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Verkäufer ist die Duisburger ThyssenKrupp Steel, die Führungsgesellschaft für den Stahlbereich innerhalb des Industriekonzerns.

Christian Eggert

Die Metallumformsparte ThyssenKrupp Metal Forming verfügt über Werke für Fahrwerk- und Karosseriebauteile in Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Polen, Türkei und China. Die Gruppe beschäftigt rund 5.700 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2009/10 einen Umsatz von knapp 1,1 Milliarden Euro. ThyssenKrupp mit Hauptverwaltung in Essen konzentriert sich mit dem Verkauf im Automobilzuliefererbereich stärker auf das Stahlgeschäft.

Das Familienunternehmen Gestamp hat rund 18.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2010 in 20 Ländern in der Entwicklung und Fertigung von Metallkomponenten und Strukturbauteilen für Karosserien einen Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro.

Dem Zuschlag an Gestamp waren Verhandlungen mit anderen Interessenten voraus gegangen, etwa mit dem chinesischen Stahlhersteller Shougang. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellamtszustimmung.

Berater Gestamp
AC Tischendorf
(Frankfurt): Dr. Christian Eggert (M&A/Gesellschaftsrecht; Finanzierung), Dr. Sven Tischendorf (M&A; Arbeitsrecht), Dr. Florian Waessle (Intellectual Property)
Inhouse (Madrid): David Vázquez (Leiter Rechts- und Steuerabteilung)
Luther (Köln): Axel Braun, Stefanie Prehm (kollektives Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt
Cuatrecasas
Gonçalves Pereira (Madrid): André Gonçalves Pereira (Kartellrecht)

Berater ThyssenKrupp Steel
White & Case
(Düsseldorf): Dr. Alexander Reuter, Dr. Christian Jostes, Dr. Heiko Wilde; Associates: Simon Pawlitz
Inhouse
(Essen): Katharina Schulz-Press, Dr. Thomas Lampert (Kartellrecht)

Hintergrund: Für die Frankfurter Kanzlei Tischendorf ist dies die zweite größere Transaktion für Gestamp: Sie hatte das Unternehmen schon beim Kauf des Geschäftsbereiches Karosserieprodukte des insolventen deutschen Wettbewerbers Edscha im Jahr 2009 beraten (mehr…). Damals war sie über eine Empfehlung durch den Insolvenzverwalter Dr. Jörg Nerlich von Görg ins Mandat gekommen.

ThyssenKrupp arbeitet mit einigen Kanzleien zusammen, die AG selbst etwa regelmäßig mit Hengeler Mueller (mehr…) oder Linklaters (mehr…). Die Töchter greifen darüber hinaus auf andere Kanzleien zurück: So war Taylor Wessing schon mandatiert (mehr…) und auch White & Case war schon vor Jahren für die Remscheider ThyssenKrupp Turbinenkomponenten GmbH tätig (mehr…). Vor seiner Zeit bei White & Case war Reuter elf Jahre Justiziar im Thyssen-Konzern, seit 1995 war er Leiter Recht bei ThyssenKrupp Steel. (Tanja Podolski)

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