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10.05.2011

Lkw-Markt: VW treibt mit Linklaters und Clifford MAN-Übernahme voran

Volkswagen (VW) hat einen weiteren Schritt zur Zusammenführung seiner beiden Nutzfahrzeuge-Töchter Scania und MAN unternommen: Der Wolfsburger Konzern hat die Stammaktien von MAN von 29,9 Prozent auf 30,47 Prozent erhöht. Damit hat VW ein Pflichtangebot an die Aktionäre ausgelöst.

Hans-Joachim Holzapfel

Hans-Joachim Holzapfel

Der Angebotspreis für die Stammaktie von MAN liegt voraussichtlich bei 95 Euro. Den Vorzugsaktien wird der inländische Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate zugrunde gelegt und damit vermutlich bei rund 60 Euro liegen. An dieser Transaktion beteiligte Banken sind die Crédit Suisse und Rotschild.

Der Anteil von VW an MAN stieg gleichzeitig von 28,7 auf 29,2 Prozent. Mit der Erhöhung des MAN-Anteils will VW kartellrechtliche Beschränkungen überwinden, die einer engeren Zusammenarbeit bisher entgegenstanden.

Ziel von VW ist es, Synergien von MAN, Scania und Volkswagen zu erschließen. Bei Scania ist VW mit 34 Prozent der Stimmrechte bereits seit Jahren größter Anteilseigner. MAN war erst im Januar mit einer Übernahme von Scania gescheitert und hatte sein Angebot von über zehn Milliarden Euro zurückgezogen. Seitdem drängt VW auf eine einvernehmliche Lösung, wobei der Autobauer auch seine eigene Lkw-Produktion in Brasilien in einen fusionierten Konzern einbringen will.

Berater VW
Linklaters
: Hans-Joachim Holzapfel (München), Stephan Oppenhoff (Frankfurt) – aus dem Markt bekannt
Inhouse
(Wolfsburg): Michael Ganninger (Chefjustiziar) – aus dem Markt bekannt
Clifford Chance
: Dr. Wolfgang Richter (Federführung), Johannes Perlitt, Dr. Arndt Stengel (alle Corporate; Frankfurt), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht; Düsseldorf)
Berater Konzernbetriebsrat VW
White & Case:  Prof. Dr. Christoph von Einem,  Dr. Ines Buermeyer (beide  M&A; beide München)

Berater MAN
Hengeler Mueller: Dr. Jochen Vetter (Gesellschaftsrecht), Dr. Hans-Jörg Ziegenhain (M&A; beide München), Dr. Thorsten Mäger (Kartellrecht; Düsseldorf) – aus dem Markt bekannt
Milbank Tweed Hadley & McCloy (München): Dr. Norbert Rieger, Dr. Christoph Rothenfußer – aus dem Markt bekannt

Berater Crédit Suisse
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Wilhelm Reinhardt; Associate: Alexander Lentz – aus dem Markt bekannt

Berater Rotschild
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Hartmut Krause – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Linklaters gute Kontakte in den Aufsichtsrat von VW sind marktbekannt: Regelmäßig berät der Münchner Partner Holzapfel das Kontrollorgan des Autobauers.

Clifford Chance gilt als Hauskanzlei von VW: Sei es die Übernahme der Porsche-Holding (mehr…), die Kapitalerhöhung für die Porsche-Integration (mehr…) oder der Erwerb von Mehag (mehr…) – stets stand Clifford an der Seite der Wolfsburger.

Im Hinblick auf die Pläne der VW AG, einen integrierten Nutzfahrzeugkonzern aus MAN, Scania und Volkswagen zu schaffen, beriet Clifford das Unternehmen 2008 zunächst zu einer umfassenden Prüfung und Bewertung der unterschiedlichen möglichen Transaktionsstrukturen einschließlich der fusionskontrollrechtlichen Beratung. Die Kanzlei begleitete VW auch beim Verkauf ihres Brasiliengeschäfts für schwere Nutzfahrzeuge an MAN Ende 2008 (mehr…) und der Übernahme von Scania im Frühjahr 2008 (mehr…).

Seit Jahresbeginn 2011 war das Clifford-Team um VW-Client-Partner Richter dann für den VW-Vorstand vor allem bei Rechtsfragen tätig, die sich im Zusammenhang mit der Aufstockung des Volkswagen-Anteils an MAN an der Schnittstelle zum geplanten Integrierten Automobilkonzern stellen. Zum konkreten Angebot beriet Linklaters. (Tanja Podolski)

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