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22.06.2011

IPO: Adler fliegt mit Inhouse-Team an die Frankfurter Börse

Der Textileinzelhändler Adler Modemärkte ist heute an die Frankfurter Börse gegangen. Als Konsortialbank begleitete die Crédit Agricole CIB das Börsendebüt. Der Gesamtemissionserlös lag bei 111,6 Millionen Euro.

Caspar Freiherr von Schnurbein

Caspar Freiherr von Schnurbein

Davon gehen aber nur rund 26,5 Millionen Euro an die Firma Adler. Den Großteil des eingesammelten Geldes erhält mit etwa 85 Millionen Euro der bisherige Alleinaktionär Bluo. Der Münchener Finanzinvestor bleibt auch nach dem Börsengang mit einem Anteil von 40 Prozent größter Aktionär.

Mit dem Geld aus dem Börsengang will die Modekette ihre Expansion weiter vorantreiben. Zusätzlich zu den 111 Geschäften in Deutschland, Österreich und Luxemburg will das Unternehmen weitere 25 bis 30 Niederlassungen eröffnen. Auch der Zukauf von kleineren Ketten mit bis zu 20 Geschäften, die Modernisierung älterer Filialen und der Ausbau des Shop-in-Shop-Systems stehen auf der Agenda. Die Adler-Gruppe erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 445 Millionen Euro.

Berater Adler/Bluo
Inhouse (Bluo; München): Dr. Caspar Freiherr von Schnurbein (General Counsel M&A), Steve Röper (General Counsel)
Inhouse (Adler; Haibach): Daniel Getzin (General Counsel)

Berater Banken
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Stephan Aubel (Federführung; Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht), Dr. Thomas Winzer (Arbeitsrecht), Dr. Michael Marquardt (Steuerrecht); Associates: Melanie Doser, Angela Brücken, Michael Obst (alle Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht), Verena Hechenblaikner (Arbeitsrecht), Dr. Herwig Lux, Dr. Dennis Amschewitz (beide IP; beide Stuttgart), Michael Krack (Steuerrecht)
Inhouse (Crédit Agricole; Frankfurt): Peter Hoffmann (Head of Legal Germany)

Hintergrund: Eher ungewöhnlich war die Beraterkonstellation auf Emittentenseite, denn mit Caspar Freiherr von Schnurbein und Steve Röper übernahmen zwei Juristen des Investors und Adler-Großaktionärs Bluo wesentliche Teile der Beratung sowohl des Unternehmens als auch des Gesellschafters. Allgemein üblich ist hier die Mandatierung einer Kanzlei. Der Luxemburger Investor, der hierzulande in München ansässig ist, hatte Adler vor zwei Jahren vom Metro-Konzern erworben und dabei auf Anwälte von Gleiss Lutz und Schönherr gesetzt (mehr…).

In der Adler-Rechtsabteilung hat es im Frühjahr einen Wechsel an der Spitze gegeben. Daniel Getzin kam vom IT-Komponentenhersteller Knürr AG und übernahm bei Adler den neuen Posten des General Counsels. Angesichts des zu diesem Zeitpunkt schon laufenden Vorbereitungsprozesses für den IPO war seine Einbindung gegenüber der Tätigkeit der Bluo-Juristen eher untergeordnet. Vor Getzin verantwortete Margit Hundsdörfer-Schneider den Rechtsbereich bei Adler. Sie ist weiterhin im Unternehmen für das Tagesgeschäft zuständig.

Auf Bankenseite kam die Mandatierung von Gleiss über die Commerzbank zustande, zu der etwa der Frankfurter IPO-Experte Aubel etablierte Kontakte hat. Die Commerzbank führte das Bankenkonsortium zunächst an, zog sich dann aber daraus zurück. Zu den Gründen dafür wurde offiziell nichts bekannt. (René Bender, Geertje Oldermann)

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