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10.07.2013

Aufatmen: Deutsche Annington schafft es mit Sullivan im zweiten Anlauf an die Börse

Der Bochumer Immobilienkonzern Deutsche Annington hat es im zweiten Anlauf an die Börse geschafft. Allerdings fiel der IPO mit einem Emissionsvolumen mit rund 575 Millionen Euro nur rund halb so groß aus, wie die Annington-Eigentümerin Terra Firma ursprünglich erhofft hatte. 

Michael Bütter

Michael Bütter

In der vergangenen Woche musste der Konzern den Börsenstart noch kurzfristig absagen, weil sich für den geforderten Mindestpreis von 18 Euro nicht genügend Investoren fanden. Jetzt machte die Deutsche Annington Zugeständnisse und senkte den Preis auf 16,50 Euro je Aktie. Mithilfe der Banken JPMorgan und Morgan Stanley teilte das Unternehmen knapp 35 Millionen Aktien zu. Die Orderbücher waren diesmal mehrfach überzeichnet. An Terra Firma fließen 175 Millionen Euro anstelle der einst anvisierten 700 Millionen Euro, an die Deutsche Annington gehen 400 Millionen Euro.

Für den mit über fünf Milliarden Euro verschuldeten Immobilienkonzern hing viel an dem Börsengang, er ist ein Befreiungsschlag im Hinblick auf die künftige Finanzierung. An den Börsenstart waren zwei milliardenschwere Transaktionen gekoppelt, die nun über die Bühne gehen können. So erhält die Annington nun ein neues Darlehen über 2,5 Milliarden Euro. Dies soll Verpflichtungen aus verbrieften gewerblichen Immobilienkrediten, Commercial Mortgage-Backed Securities (CMBS) ablösen, die der Konzern nach zähen Verhandlungen erst Ende 2012 refinanziert hatte. Die 5,6 Milliarden Euro schweren sogenannten Grand-Darlehen hatten die Bochumer ursprünglich 2006 aufgenommen (mehr…).

Bei dem neuen und deutlich günstigeren Kredit bleibt es aber nicht. Er wird ebenfalls abgelöst, in Form einer Anleihe. Die Anleihe wird unbesichert sein, wodurch die Annington keine weiteren Sicherheiten für Fremdkapital mehr vorbringen muss. Dies ist ein Novum in der Finanzierung deutscher Immobilienunternehmen. Ein solches Vertrauen wird meist nur Unternehmen mit außergewöhnlich gutem finanziellen Ansehen entgegengebracht.

Berater Deutsche Annington
Inhouse (Bochum): Dr. Michael Bütter (Federführung), Bernd Gremm (Corporate), Daniela Renner (Due Diligence/Verträge), Dr. Armin Hutner (Kreditfazilität), Dr. Torsten Wehrhahn (Anleihe)
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung IPO), Dr. Wolfgang Feuring (Federführung Anleihe); Associate: Dr. Volker Wiegel – aus dem Markt bekannt
Allen & Overy: (Frankfurt): Dr. Olaf Meisen, Mark Manson-Bahr
Watson Farley & Williams (Hamburg): Dr. Nikolaus Krienke (Federführung; Arbeitsrecht), Dr. Christian Wolf (Gesellschaftsrecht), Gerrit Bartsch (Steuern; alle zu Vergütungsmodellen für Führungskräfte/Mitarbeiter bei IPO); Associates: Dr. Andreas Wiegreffe, Philip Groth (München; beide Arbeitsrecht), Joachim Heinemann (Gesellschaftsrecht)

Berater Banken
Freshfields Bruckhaus Deringer: Mark Strauch, Dr. Cristoph Gleske, Dr. Andreas König (alle Frankfurt), Dr. Thorsten Kleine (Immobilienrecht, Köln); Associates: Dr. Claus Pegatzky (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Julian Schulze De la Cruz, Kyle Miller, Ulrich Weidemann, Dr. Kai Werner (alle Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht), Rudi Hasenberg (Steuerrecht; alle Frankfurt); Michael Stump, Celine Meißner, Dr. Sonja Bocek; Fabian Krause (alle Immobilienrecht, Köln).
Inhouse (Morgan Stanley; Frankfurt): Johannes Borsche

Berater Vorstand Deutsche Annington
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Reinhold Ernst, Dr. Dirk Busch (beide Kapitalmarktrecht und Gesellschaftsrecht)

Berater Citigroup Alternative Investments
Mayer Brown (London):  Jeremy Kenley (Federführung), Kate Ball-Dodd, Dr. Ulrike Binder (Frankfurt; alle Corporate), Jason Bazar (Tax; New York); Associate: Connor Cahalane (Corporate)

Hintergrund: Die Berater sind die gleichen wie bei dem in der vergangenen Woche verschobenen Börsengang (mehr…). Den zweiten Anlauf an die Börse bereitete Annington zunächst mit einem verkleinerten Team vor. Neben den Inhouse-Juristen waren Sullivan und Banken-Beraterin Freshfields dabei.

Die Citigroup Alternative Investmens ließ sich im Hintergrund zum Börsengang von Mayer Brown beraten, weil sie eine Beteiligung an der Monterey Holding I Sarl hält. Die britische Private-Equity-Gesellschaft Terra Firma ist Mehrheitseignerin der Annington und kontrolliert den Immobilienkonzern über die Monterey Holding. (René Bender)

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