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05.10.2016

Paris trifft Köln: Kofferhersteller Rimowa geht an Cleary-Mandantin LVMH

Der Kölner Kofferhersteller Rimowa geht an den Luxuskonzern LVMH. Rimowa-Unternehmer Dieter Morszeck verkaufte 80 Prozent der Anteile an die Franzosen, der Rest bleibt in seinem Besitz. 640 Millionen Euro lässt sich LVMH das erste Investment in Deutschland kosten.

Oliver Schröder

Oliver Schröder

Morszeck wird Rimowa weiter leiten, ihm zur Seite steht als Co-Geschäftsführer nach Abschluss des Deals Alexandre Arnault, der 24-jährige Sohn des LVMH-Vorstandschefs und Großaktionärs Bernard Arnault. Vorteile von der Übernahme verspricht sich Rimowa vor allem beim Vertrieb, beim Marketing und in der Digitalisierung. Das Kölner Unternehmen wurde vor rund 120 Jahren von Morszecks Großvater gegründet, inzwischen arbeiten in Werken in Köln, Tschechien, Kanada und Brasilien rund 3.000 Mitarbeiter. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Umsatz von 400 Millionen Euro erwartet.

Rimowa ist bekannt für seine gerillten Hartschalenkoffer aus Aluminium und Polycarbonat. Ein großer Teil des Kaufpreises wird in eine von Morszeck extra gegründete gemeinnützige Stiftung fließen, die nationale und internationale Projekte in unterschiedlichen Bereichen unterstützt.

Berater LVMH
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Dr. Oliver Schröder (Federführung; Corporate/M&A), Romano Subiotto (Kartellrecht; Brüssel), Daniel Ilan (IP; New York), Anne-Sophie Coustel (Paris), Dr. Daniel Weyde (Steuerrecht), Dr. Michael Brems (Arbeitsrecht; Köln), Emmanuel Ronco (IP; Paris), Jens Hafemann (Steuerrecht); Associates: Boris Witt, Dr. Valentin Pfisterer, Silke Jurczyga (alle Corporate/M&A), Dr. Martin Begiebing (Arbeitsrecht; Köln), Niklas Maydell (Kartellrecht; Brüssel), Elisabeth Macher (Köln), Katie Dunn (New York; beide IP)
Inhouse Recht (Paris): Bernard Kuhn (General Counsel), Caroline Bergeron-Plantefève (stv. General Counsel), Emilie Vuillin (M&A), Marie Wormser (IP)
Inhouse Steuern (Paris): Béatrice Deshayes (Deputy Tax Director), Pierre-Eric Coquard (Tax Manager)
Inhouse M&A (Paris): Nicolas Brunel (Director M&A)

Berater Rimowa
KBHT Müller Dreizehner & Kollegen (Leverkusen): Arnd Herff (Corporate/M&A)

Hintergrund: Über den Cleary-Kartellrechtler Subiotto gab es schon früher Kontakte zu LVMH, in diesem Fall kam das Mandat über die Steuerrechtlerin Coustel zustande, die gute Kontakte zur Inhouse-Steuerdirektorin Deshayes pflegt. International arbeiteten Cleary-Teams in Frankfurt, Köln, Brüssel, Paris, New York und Hongkong an der Transaktion, von Frankfurt aus hielt Schröder die Fäden in der Hand.

Die ersten Gespräche zwischen Rimowa und LVMH begannen Anfang des Jahres, Anwälte kamen im Frühjahr hinzu. Besonders komplex war neben der emotionalen Komponente, ein langjähriges Familienunternehmen in mehrheitlich fremde Hände zu legen, die steuerliche Strukturierung des Deals. Da LVMH erstmals in Deutschland tätig wurde, musste Cleary zunächst eine deutsche Käufergesellschaft aufsetzen.

Steuerlich stand LVMH zudem ein französisch-deutsches Team von Ernst & Young zur Seite. Neben dem Pariser Transaktionssteuerpartner Lionel Benant gehörten zu dem deutschen Team um den Eschborner Partner Michael Adolf noch Fabian Böser (Senior Manager) und Henning Scheibe (Director Transfer Pricing).

Rimowa-Eigentümer Morszeck vertraut schon seit vielen Jahren auf den Leverkusener Corporate-Anwalt und Steuerrechtler Arnd Herff und den Steuerberater Peter Müller aus der MDP-Kanzlei KBHT. KBHT hat sechs Büros im Rheinland, ihr Hauptsitz ist Neuss. Insgesamt arbeiten dort rund 40 Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Anwälte. Herff hat Morszeck auch bei der Gründung seiner Stiftung beraten.

Beurkundet wurden die Verträge von der Frankfurter Notarin Dr. Sabine Funke von Faust Gerber, die über Kontakte zu Cleary ins Mandat gekommen war. (Christiane Schiffer)

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