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24.11.2017

Klinikdeal: Trilantic setzt beim Kauf der Oberberg Gruppe erstmals auf Taylor Wessing

Der europäische Arm des US-Finanzinvestors Trilantic hat den Klinikverbund Oberberg Gruppe erworben. Verkäuferin war die deutsche Beteiligungsgesellschaft Odewald & Compagnie, die die Spezialklinikgruppe seit 2012 in ihrem Portfolio hatte.

Oliver Kirschner

Oliver Kirschner

Zu Oberberg gehören neun Privatkliniken an acht Standorten, die alle auf Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik spezialisiert sind. Insgesamt hat die Gruppe eine Kapazität von rund 560 Betten, zuletzt hatte sie erst Anfang diesen Jahres die Wiesbadener Parkklinik Schlangenbad dazu gekauft. Die aktuelle Transaktion muss noch vom Kartellamt genehmigt werden, soll aber noch in diesem Jahr vollzogen werden.

Soweit bekannt hatte es mehrere Interessenten für Oberberg gegeben, darunter sowohl strategische als auch weitere Private-Equity-Investoren. Den Bieterprozess hatte die australische Investmentbank Macquarie organisiert.

Für die Finanzierung war nach JUVE-Informationen ein Bankenkonsortium verantwortlich. Wer genau daran beteiligt ist, war allerdings bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

Berater Trilantic
Taylor Wessing: Dr. Oliver Kirschner (Hamburg), Michael Stein (beide M&A; beide Federführung), Ulf Gosejacob (Finanzierung; beide Frankfurt), Xiaowen Paulus-Ye (M&A; Hamburg), Bert Kimpel (Steuerrecht), Dr. Oliver Klöck (Regulierung), Dr. Gunbritt Kammerer-Galahn (Versicherungsrecht; alle Düsseldorf), Dr. Adrian Birnbach (Immobilienrecht; München), Dr. Jan Kern (Arbeitsrecht), Dr. Wiebke Baars (IP), Timo Stellpflug (Projects; alle Hamburg); Associates: Dr. Anne Steinhardt, Christopher Peine (beide Frankfurt), Stephan Meyer (Hamburg), Kian Böhmer, Christopher Stahl (Frankfurt; alle M&A), Peter Louzensky (Finanzierung; Frankfurt), Dr. Vanessa Vollmar, Eva-Maria Siepker (beide Regulierung; beide Düsseldorf), Charlotte Rödiger (Immobilienrecht), Jonas Warnken, Florian Garden (beide Arbeitsrecht), Jacek Kowieski (Medienrecht; alle Hamburg)
PricewaterhouseCoopers (Frankfurt): Dr. Ralf Braunagel (Tax Due Diligence)

Jens Hörmann

Jens Hörmann

Berater Odewald
P+P Pöllath + Partners (München): Jens Hörmann (M&A/Corporate), Alexander Pupeter (Steuerrecht), Dr. Tim Kaufhold (M&A/Corporate), Dr. Jens Linde (Finanzierung), Daniel Wiedmann (Kartellrecht; beide Frankfurt); Associates: Dr. Matthias Werner (Immobilienrecht; Berlin), Dr. Philipp Kopp, Philipp Windeknecht, Tim Junginger, Thies Jacob, Dr. Jesko von Mirbach, Benjamin Maciejewski (alle M&A/Corporate)

Berater Management
McDermott Will & Emery: Dr. Carsten Böhm (Corporate; München), Dr. Kian Tauser (Steuerrecht; Frankfurt)

Berater Bankenkonsortium
Ashurst (Frankfurt): Anne Grewlich (Finanzierung; Federführung), Dr. Martin Bünning (Steuerrecht), Holger Ebersberger (Corporate; München), Nikolos Tsagareli (Finanzierung); Associates: Gabrielle Metherall, André Schaumburg (beide Finanzierung), Carina Park (Steuerrecht), Nicole Kaps (Corporate, München)

Hintergrund: Als Trilantic vor gut zwei Jahren beim Autozulieferer Prettl eingestiegen war, wurde er von einem Latham & Watkins-Team um Dr. Jörg Kirchner beraten, der wenig später zu Kirkland & Ellis wechselte. Für die jetzige Transaktion setzte der Finanzinvestor erstmals auf die deutsche Praxis von Taylor Wessing. Zuvor hatte auch das Londoner Büro schon einmal für Trilantic gearbeitet. Der Hamburger Partner Kirschner ist unter anderem auf Transaktionen in der Healthcare-Branche spezialisiert und nahm für den Deal früh den Frankfurter Private-Equity-Spezialisten Stein mit hinzu. Auch die Finanzierungsberatung deckte Taylor Wessing mit ab. Der Kontakt zum Mandanten lief über den Trilantic-Partner Henrik Bodenstab, der bis Frühjahr 2011 bei der Hamburger Wünsche Group gearbeitet hatte. 

Bewährt ist dagegen die Beziehung zwischen Pöllath und Odewald: Der Münchner Partner Pupeter hatte den Finanzinvestor auch bereits 2012 beim Einstieg bei Oberberg beraten, allerdings deckte die Kanzlei damals nur die steuerrechtliche Seite ab, die M&A-Beratung lag bei einem Team um den Skadden Arps Slate Meagher & Flom-Partner Dr. Matthias Jaletzke, der seit 2015 bei Hogan Lovells arbeitet. Als Oberberg dann 2013 die Somnia-Privatkliniken zukaufte, kam Pöllath-Partner Hörmann auch für den M&A-Teil ins Mandat. In der Folge betreute die Kanzlei auch noch die Zukäufe der Rhein-Jura-Klinik 2014 und der Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad in diesem Jahr. Bei der aktuellen Transaktion übernahm das Team auch die Steuerstrukturierung der Transaktion, für steuerrechtliche Teilaspekte war zudem Ernst & Young zuständig.

Der Kontakt zwischen McDermott-Partner Böhm und dem Management kam nach JUVE-Informationen über die kommerzielle Beratungsboutique MPTransaction aus Frankfurt zustande, mit der die Kanzlei schön öfters zusammengearbeitet hat. (Christine Albert)

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