Artikel drucken
12.12.2018

Power Steering: Knorr-Bremse kauft mit Inhousehilfe und Freshfields in Japan zu

Knorr-Bremse hat erstmals in Asien zugekauft: Das Münchner Unternehmen setzte sich in einem Bieterverfahren durch und erwarb den Geschäftsbereich Lenksysteme für Nutzfahrzeuge (Integral Power Steering) von Hitachi Automotive Systems in Japan und Thailand. Die Transaktion bedarf noch der kartellrechtlichen Zustimmung.

Christian Vornehm

Christian Vornehm

Die Lenksysteme von Hitachi werden vor allem in Nutzfahrzeuge und automatisierte Fahrzeuge eingebaut. Für einen Share-Deal wurde der betreffende Geschäftsbereich zunächst im Zuge eines Carve-Outs aus dem Hitachi-Konzern herausgelöst. Die Sparte macht derzeit zusammen mit den Produktionsteilen in Thailand knapp 100 Millionen Euro Umsatz.

Der Verkäufer Hitachi, ein Mischkonzern mit Sitz in Tokio, erwirtschaftet weltweit rund 84 Milliarden Dollar Umsatz (rund 74 Millionen Euro). Knorr-Bremse, die Mitte Oktober an die Börse ging, erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von circa 6,6 Milliarden Euro.

Berater Knorr-Bremse
Inhouse Recht (München): Ilkin Karakaya (General Counsel), Christian Vornehm (Leiter M&A/Kartellrecht), Zhang Yan (Head of Legal Asia Pacific, Hongkong), Max Huber (Legal Commercial Division Nutzfahrzeuge), Christian Hamann (IP), Moritz Schuler (Corporate/Kapitalmarktrecht)
Freshfields Bruckhaus Deringer: Stephan Waldhausen (Düsseldorf), Lukas Kratochvil, Nakao Takeshi (alle Corporate/M&A), Kaori Yamada (Kartellrecht; alle drei Tokio), Richard Bird (IP; Hongkong); Associate: Phillipp Bönig (Corporate/ M&A)
Ernst & Young (München): Karl-Christopher Erkrath (M&A Tax), Till Quasten (Transaction Tax), Singo Igayama (Finanzierung/Steuern; Tokio) − aus dem Markt bekannt

Berater Hitachi Automotive Systems
Mori Hamada & Matsumoto (Tokio): Daiki Ishikawa (Finanzmarktrecht), Takuro Niahara (M&A) − aus dem Markt bekannt

Stephan Waldhausen

Stephan Waldhausen

Hintergrund: Bei diesem strategisch wichtigen Zukauf setzte Knorr-Bremse auf das eingespielte Transaktionsteam um General Counsel Karakaya und M&A-Leiter Vornehm, zu dem unter anderem auch der Rechtsleiter für Asien-Pazifik Zhan Yan gehörte.

Die Zusammenarbeit mit Freshfields ist noch recht frisch: Die Magic Circle Kanzlei konnte für diesen Zukauf mit ihrem Büro in Tokio punkten. Ihr Düsseldorfer Partner Waldhausen hatte mit einem Kapitalmarktteam schon den Börsengang von Knorr-Bremse auf Bankenseite begleitet.

Hitachi ließ sich hier von ihrer japanischen Stammkanzlei Mori Hamada beraten. Diese beriet auch schon vor fünf Jahren, als Hitachi ihre thermischen Kraftwerke weltweit mit Mitsubishi Heavy Industries (MHI) zusammenführte.

In Deutschland streut die Firmengruppe hingegen ihre Mandate: Als ihre Tochterfirma Hitachi Construction Machinery jüngst ein Joint Venture mit dem deutschen Vertriebspartner Kiesel schloss, hatte sie Gleiss Lutz mandatiert. Die Kanzlei verfügt über eine langjährige Japan-Praxis. Beiten Burkhardt wiederum unterstützte die Tochterfirma Hitachi Solutions in diesem Sommer dabei, das Nürnberger IT-Unternehmen Implexis zu erwerben. Und Graf von Westphalen war nach JUVE-Informationen gefragt, als der Hitachi-Konzern zuletzt beauftragt wurde, digitale Energielösungen für hiesige Stadtwerke zu entwickeln. (Sonja Behrens)

  • Teilen