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15.02.2019

Bayerischer Stromversorger: BEV-Kunden sollen zu Gleiss-Mandantin Lichtblick wechseln

Der Ökostromanbieter Lichtblick hat mit dem insolventen Strom- und Gasanbieter BEV einen Kooperationsvertrag geschlossen. Damit kann Lichtblick den Kunden von BEV anbieten, zum Sondertarif zu ihnen zu wechseln. Lichtblick bezahlt für jeden gewechselten Kunden einen Betrag in die Insolvenzkasse der BEV. Die Bayerische Energieversorgung (BEV) hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet.

Patrick Mossler

Patrick Mossler

Nur 10 Tage standen dem Insolvenzverwalter Axel Bierbach nach Angaben des ebenfalls mandatierten M&A-Beraters Acxit zur Verfügung, um einen Käufer für die insolvente BEV zu finden. Denn mit jedem Tag ohne Lösung gingen dem insolventen Unternehmen Kunden verloren.

Insgesamt sollen sich 47 Energieversorger für den im Dezember vergangenen Jahres in Schieflage geratenen Stromdiscounter interessiert haben. Am Ende reichten vier Interessenten ein Angebot ein, darunter auch die norwegische Statkraft.

Lichtblick war zum Ende des vergangenen Jahres komplett vom staatlichen holländischen Stromversorger Eneco übernommen worden. Eneco, der mit drei Milliarden Euro bewertet wird, steht selbst auch zum Verkauf und soll privatisiert werden. Interessent mit besonders guten Aussichten für den Zuschlag ist Medienberichten zufolge der Ölriese Shell. Dieser hat gerade erst die Sonnen-Gruppe aus Wildpoldsried übernommen hat, einen Hersteller von Stromspeichern für Privathaushalte.

Berater Lichtblick
Gleiss Lutz (Hamburg): Dr. Patrick Mossler (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Andreas Spahlinger (Insolvenzrecht; Stuttgart), Dr. Jacob von Andreae (Energiewirtschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Stefan Lingemann (Arbeitsrecht); Associates: Dr. Daniel Heck (Corporate/M&A), Friedrich Schlott (beide Insolvenzrecht, Stuttgart), Dr. André Lippert (Energiewirtschaftsrecht; Berlin), Dr. Manuel Klar (Datenschutzrecht; München), Josefine Chakrabarti (Arbeitsrecht, Berlin)
Inhouse Recht (Hamburg): Markus Adam (Rechtsabteilungsleiter)

Insolvenzverwaltung
Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (München): Axel Bierbach (Insolvenzrecht)

Axel Bierbach

Axel Bierbach

Berater BEV/Insolvenzverwalter
DLA Piper (Frankfurt): Dr. Silke Gantzckow (Corporate/M&A; Frankfurt), Michael Cieslarczyk (Energiewirtschaftsrecht; Köln), Dr. Björn Enders (Steuern), Dr. Burkhard Führmeyer (IP/IT; beide Frankfurt), Jan Pohle (Datenschutzrecht; Köln), Dr. Dietmar Schulz (Insolvenzrecht/Restrukturierung; München), Dr. Stefan Schröder (Energiewirtschaftsrecht; Köln); Associates: Miray Kavruk (IP/IT; Frankfurt), Christopher Ollech (Energiewirtschaftsrecht), Jan Spittka (Datenschutzrecht; beide Köln), Katharina Schwind (Energiewirtschaftsrecht; Köln), Katharina Plass (Insolvenzrecht/Restrukturierung; München), Anastasia Max (Steuern; Frankfurt)

Berater Statkraft
Luther (Düsseldorf): Dr. Michael Krömker (Corporate/M&A), Hans-Christian Ackermann (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Gantzckow_Silke

Silke Gantzckow

Hintergrund: Gleiss-Partner Mössler verhandelte für Lichtblick bereits Ende des vergangenen Jahres mit der BEV. Damals entschied Lichtblick jedoch, dass die Übernahme des Versorgers ohne einen Insolvenzplan nicht in Frage kommt. Im Januar übernahm dann der Insolvenzverwalter Bierbach das Ruder und leitete das schnelle Verkaufsverfahren ein. Dazu mandatierte er nach Marktinformationen das DLA Piper-Team um Partnerin Gantzckow, zu dem auch ein Team um den Kölner Energierechtler Michael Cieslarczyk gehört.

Lichtblick mandatiert Gleiss regelmäßig bei Transaktionen, beispielsweise als er kürzlich von Eneco übernommen wurde. Eneco setzte dabei auf ein Team von Luther um Partner Krömker, der nun dem Vernehmen nach für die norwegische Interessentin Statkraft tätig war. (Martin Ströder)

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