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25.05.2020

Strahlenmessung: Mirion übernimmt Auswertungsstelle mit Graf von Westphalen

Das amerikanische Unternehmen Mirion Technologies hat die deutsche Auswertungsstelle für Strahlendosimetrie (AWST) erworben. Die Messstelle gehörte bislang zum Helmholtz Zentrum München, dem Deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Mit dem Verkauf geht auch erstmalig eine Privatisierung einher. Die Mid-Cap-Transaktion war als Asset-Deal angelegt.

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Felix Wolf

Die AWST ist eine amtlich bestimmte Messstelle, die 175.000 Personen betreut, die in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Schleswig-Holstein beruflich Kernstrahlung ausgesetzt sind. Dabei ermitteln 45 Mitarbeiter der Messstelle die Personendosis und kontrollieren die Einhaltung von Grenzwerten. Die Anzahl jährlich ermittelter Dosen liegt bei rund 1,8 Millionen, die Messstelle ist damit die größte in Europa.

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Thomas Voland

Verkäufer ist das Helmholtz Zentrum München. Dieses setzt sich mit personalisierten medizinischen Lösungen für die Prävention und Therapie von umweltbedingten Krankheiten auseinander. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt etwa 2.500 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Dieser gehören 19 Forschungszentren an mit mehr als 40.000 Beschäftigten. Die Institution zählt so zu der größten wissenschaftlichen Organisationen in Deutschland.

Mirion mit Sitz in San Ramon in Kalifornien bietet weltweit nicht nur Dosimetrie-Dienstleistungen an, sondern stellt auch Kernstrahlungsmesstechniken her. Die Produkte richten sich an unterschiedliche Industriezweige, worunter Kernkraftwerke, Militär- und Zivilschutzbehörden, Krankenhäuser, Universitäten und Laborunternehmen fallen. Mit der Übernahme der Auswertungsstelle baut Mirion ihr europäisches Dosimetrie-Servicegeschäft sowie die Forschung in diesem Bereich aus.

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Markus Muhs

Berater Mirion
GvW Graf von Westphalen (München): Felix Wolf (Federführung; M&A), Dr. Markus Sachslehner, Christoph Hauptvogel (Arbeitsrecht), Christian Kusulis (Kartellrecht), Dr. Frank Tschesche (Steuerrecht; beide Frankfurt), Dr. Maren Mönchmeyer (Vertriebsrecht), Dr. Gerd Schwendinger, Marian Niestedt (beide Außenwirtschaftsrecht), Dr. Dietrich Drömann (alle Hamburg), Birgit Lotz (Düsseldorf), Dr. Ingrid Reichling (alle Vergaberecht), Lutz Lamprecht (Hamburg), Hans-Joachim Lagier (beide Immobilienrecht), Dr. Lothar Brandmair (Strahlenschutzrecht); Associates: Dr. Michael Herold, Tom Kleine Jäger (beide IT/Datenschutz; beide Frankfurt), Anton Kastenmüller (Arbeitsrecht), Dr. Michael Engel (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Michael Kleiber (Vergaberecht), Nina Kunigk (Außenwirtschaftsrecht), Moritz Koch (Baurecht), Nicole Lindner (alle Hamburg), Niclas Langhans (beide Öffentliches Recht)
Inhouse Recht (San Ramon): Emma Lee (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Helmholtz Zentrum München
Clifford Chance: Markus Muhs (Corporate; München), Dr. Thomas Voland (Öffentliches Recht/Beihilferecht; Düsseldorf; beide Federführung), Dr. Stefan Simon (Arbeitsrecht; Frankfurt), Marc Besen, Dr. Dimitri Slobodenjuk (beide Kartellrecht), Dr. Claudia Milbradt (IP; alle Düsseldorf), Olaf Mertgen (Steuern), Dr. Ines Keitel (Datenschutz), Dr. Christian Keilich, Steffen Amelung (beide Immobilienrecht/Vergaberecht; alle Frankfurt); Associates: Zaid Mansour (Öffentliches Recht/Beihilferecht), Nicolas Hohn-Hein (IP; beide Düsseldorf), Dr. Nico Basener (Frankfurt), Sebastian Lahner (München; beide Corporate), Dr. Christopher Fischer (Frankfurt), Mario Maier (München; beide Arbeitsrecht), Timo Heppner, Susanne Werry, Michael Kümmel (alle Datenschutz; alle Frankfurt)
Inhouse Recht: Daniel Lahne (Leiter Rechtsabteilung), Magdalene Pils (Vergaberecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Für Graf von Westphalen ist es nicht das erste Mandat, mit dem Mirion die Kanzlei beauftragte. Die Anwälte beraten die Mandantin schon länger im Außenwirtschaftsrecht. Für den Kauf der AWST sah Mirion eine Kanzlei mit Kompetenz im Strahlenschutzrecht vor, die gleichzeitig einen starken Bezug zum Öffentlichen Wirtschaftsrecht sowie Erfahrung bei Transaktionen im Medizin- und Gesundheitssektor mitbringt. Die Kanzlei nahm die rechtliche Due Diligence selbst vor. Die steuerliche und Financial Due Diligence für Mirion übernahm JUVE-Informationen zufolge Ernst & Young. 

Auch auf Verkäuferseite beriet ein großes Clifford-Team aus verschiedenen Praxisgruppen. Mithilfe der Kanzlei wurde ein Bieterverfahren aufgesetzt. Da die AWST strahlenexponierte Personen in mehreren Bundesländern betreut, hatte der Verkauf nicht nur einen hohen regulatorischen Einschlag; es war auch die Abstimmung mit verschiedenen öffentlichen Behörden notwendig, zumal die AWST zum ersten Mal privatisiert wurde. (Melanie Müller)

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