Hohe Wertsteigerung

EQT kauft mit Clifford das Glasfasernetz Inexio

Der saarländische Glasfasernetzbetreiber Inexio geht an den EQT-Fonds Infrastructure IV. Medienberichten zufolge bewertet EQT den Betreiber mit rund einer Milliarde Euro – und damit viermal so hoch wie noch vor drei Jahren. Mehrheitlich gehörte Inexio dem Private-Equity-Haus Warburg Pincus. Im Rahmen eines Bieterverfahrens interessierten sich viele Infrastrukturinvestoren für Inexio. EQT erhielt den Zuschlag allerdings außerhalb der offiziellen Bieterrunde und damit früher als gedacht.

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Markus Muhs
Markus Muhs

Zu den Gesellschaftern, die ihre Anteile nun an EQT verkauft haben, gehört neben Warburg Pincus auch die Deutsche Beteiligungs AG sowie weitere Inhaber von kleineren Anteilspaketen. Medienberichten zufolge werden die Gründer und Geschäftsführer der Gesellschaft, David Zimmer und Christoph Staudt, ihre Anteile halten.

Inexio war vor drei Jahren noch mit 250 Millionen Euro bewertet worden. Seinerzeit hatte Warburg Pincus im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 60 Prozent die Mehrheit an dem Breitbandanbieter übernommen. Die Deutsche Beteiligungs AG hatte sich bereit 2013 an dem Unternehmen beteiligt.

Früh überzeugt 

Dem Vernehmen nach interessierten sich viele bekannte Infrastrukturfonds für Inexio, die über rund 6.000 Kilometer Netzinfrastruktur und eigene Rechenzentren verfügen. Unter anderem zählten Allianz Capital Partners, DWS und der US-Fonds Stonepeak Infrastructure Partners zu den Interessenten. Zur Abgabe ihrer Angebote kam es nicht, weil die Gesellschafter das EQT-Angebot unabhängig vom eingeleiteten Bieterverfahren annahmen.

Weiteres Netz steht zum Verkauf

Die unterlegenen Interessenten dürften sich nun auf das zweite große Glasfaserpaket stürzen, das aktuell zum Verkauf steht: die Deutsche Glasfaser. Das Netz des Anbieters aus Borken in Nordrhein-Westfalen ist deutlich größer als das der Inexio. Darüber hinaus überschneidet sich das Geschäft der beiden nicht: beide Netze sind komplementär.

Markus Paul
Markus Paul

Im Vorfeld der Inexio-Transaktion war diskutiert worden, ob möglicherweise ein Stratege wie 1&1 Drillisch beide Netze kauft, um den Wettbewerb mit der Deutschen Telekom zu intensivieren. Nun wird spekuliert, ob EQT es wagt, beide Netze in einem Fonds zu vereinen. Unabhängig von der Größe des Fonds könnte ein solcher Schritt allerdings ein Klumpenrisiko mit sich bringen. 

Berater EQT
Clifford Chance (München): Markus Muhs (Corporate), Joachim Hasselbach (Corporate/M&A; beide Federführung), Dr. Thomas Voland (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf), Taner Hassan (Finanzierung; London); Associates: David Schwenneker, Laura Treublein, Konstantin Heilmann (alle Corporate), Dr. Philipp Büsch (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf) Neil Cavanagh (Finanzierung; London) – aus dem Markt bekannt
Ernst & Young (Stuttgart): Matthias Franz (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Warburg Pincus
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Markus Paul, Dr. Lars Meyer (beide Corporate), Dr. Mario Hüther (Finanzierung), Dr. Hendrik Braun (Corporate); Associates: Christoph Werkmeister (TK-Recht; Düsseldorf), Nina Heym (Finanzierung), Dr. Philipp Knoll (Arbeitsrecht), Anahit Gasparyan, Dr. Anna Dominke (alle Corporate), Marius Scherb (IT/Datenschutz; Hamburg), Dr. Vera Ibes (Konfliktlösung; Düsseldorf), Georg Lübbehüsen (Finanzierung), Tibor Szigetvari (Arbeitsrecht), Dr. Sebastian Breder (Immobilienrecht)
Ernst & Young (Hamburg): Michael Kunz, Niclas Hahn (beide Steuern), Dietmar Koesling (Financial), Beatrice Hüsken; Associates: André Schilberg, Jonas Borgmann (alle Steuern)

Berater Deutsche Beteiligungs AG
Bird & Bird (Frankfurt): Dr. Hans Peter Leube; Associates: Michael Maier (beide Frankfurt), Laura Müller (Düsseldorf; alle Corporate/M&A)

Berater Inexio/Gründer/Geschäftsführer
Florian Aigner (München) – aus dem Markt bekannt
Andersen (Merzig): Prof. Dr. Christoph Freichel (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Peter Leube
Peter Leube

Hintergrund: Clifford-Partner Muhs wird regelmäßig von EQT mandatiert. Zuletzt etwa, als der Investor den Lebensmittellogistiker Ifco Systems kaufen wollte. EQT arbeitet bei großen Transaktionen neben Clifford auch regelmäßig mit anderen Großkanzleien wie Hengeler, Freshfields Bruckhaus Deringer und Latham & Watkins zusammen.

Michael Kunz
Michael Kunz

Auch die Mandatsbeziehung der Freshfields-Partner Paul und Meyer zu Warburg Pincus ist seit dessen Einstiegs bei 1&1 Internet gewachsen. Das gilt auch für die steuerliche Beratung um das Hamburger Ernst & Young-Team. Freshfields und EY berieten den Investor auch gemeinsam zum Einstieg von Warbug Pincus bei Inexio sowie zuletzt zum Ausstieg bei Blue Yonder und der Münchner Ipan. Während Paul vor allem auf Private-Equity-Investoren spezialisiert ist, ergänzt Meyer die Beratung mit einem ausgeprägten Fokus für Tech-Mandanten.

Die Deutsche Beteiligungs AG stützte sich wie schon in der Vergangenheit auf das Know-how von Bird & Bird-Partner Leube.

Die Gründer und neben EQT verbleibenden Gesellschafter ließen sich wie bereits beim Einstieg von Warburg Pincus vom Münchner Anwalt Aigner beraten. Aigner war bis Ende des vergangenen Jahres Partner bei der Kanzlei AFR Aigner Fischer, die sich infolge der sogenannten Goldfinger-Affäre aufgelöst hat. (Martin Ströder)

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