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09.07.2020

Alte Bekannte: Paragon setzt bei Kauf von Pöllath-Mandantin Weka auf GLNS

Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Paragon Partners hat alle Anteile von Weka gekauft. Die Mediengruppe mit einem Gesamtumsatz von rund 250 Millionen Euro setzt sich aus 23 Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich zusammen. Bislang befand sich die Holding in Familienbesitz.

Ludger Schult

Ludger Schult

Verkäufer sind die Erben des Weka-Gründers Werner Mützel. Die Mediengruppe entwickelt und publiziert Fachinformationen, die sie in Form von Print- und Online-Inhalten sowie in Seminaren und Weiterbildungen vertreibt. Das 1973 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Kissing südlich von Augsburg beschäftigt 1.500 Mitarbeiter und machte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro.

Neben den deutschen Gesellschaften umfasste der Deal weitere Gesellschaften in Österreich, der Schweiz und Frankreich. Zusätzlich zur Komplexität der Gruppe und der Abstimmung in vier Jurisdiktionen war die Transaktion vor allem im Zusammenhang mit der Corona-Krise eine Herausforderung. Zu den logistischen Schwierigkeiten kam der eingeschränkte Zugang zu öffentlichen Stellen – etwa Handelsregister und Kartellbehörden.

Paragon Partners ist seit 2004 am Markt und verwaltet ein Vermögen von rund 1,2 Milliarden Euro. Den Kauf von Weka realisierte die Gesellschaft durch ihren Fonds ‚The Paragon Fund III’.

Matthias Weissinger

Matthias Weissinger

Berater Paragon Partners
GLNS (München): Dr. Ludger Schult (Federführung; Private Equity/M&A), Andreas Scheidle (Steuern), Dr. Tobias Nikoleyczik (Corporate/M&A), Dr. Anselm Lenhard (Finanzierung), Dr. Daniel Epe; Associate: Eva-Maria Bayer (beide Corporate/M&A)
Leo Schmidt-Hollburg Witte & Frank (Hamburg): Dr. Hartwig Schmidt-Hollburg, Dr. Stefan Hennigs (beide IP/IT/Datenschutz), Dr. Tom Frank, Dr. Lars Behn (beide Arbeitsrecht)
Ashurst (München): Dr. Matthias Weissinger (Federführung), Dr. Philipp Vorbeck (Frankfurt), Pierre Roux, Thomas Ehrecke (beide Paris); Associates: Dr. Ralf Stenger, Ena Selimbegovic (alle Finanzierung)
Buntscheck (München): Dr. Tatjana Mühlbach; Associate: Immo Schuler (beide Kartellrecht)
PricewaterhouseCoopers (München): Daniel Windsheimer, Carolin Seibel (Stuttgart; beide Federführung), Christian Schubert, Musa Yilmaz (Frankfurt); Associates: Timo Schmidt (Stuttgart), Alexandra Sagstetter, Felicitas Munzig, Gökhan Icyer (Frankfurt; alle Steuern)

Berater Banken
Shearman & Sterling (Frankfurt): Winfried Carli – aus dem Markt bekannt

Andrea von Drygalski

Andrea von Drygalski

Berater Weka
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Andrea von Drygalski (Federführung, M&A/Private Equity), Daniel Wiedmann (Kartellrecht), Dr. Jens Linde (Finanzierung; beide Frankfurt), Dr. Verena Stenzel; Associates: Nemanja Burgic, Dr. Michaela Lenk (alle M&A/Private Equity)
Blomberg (München): Alexander Pupeter; Associate: Ramona Frenzel (beide Steuern)

Hintergrund: Mit der Münchner Kanzlei GLNS setzte Paragon Partners auf alte Bekannte. Die Sozietät hatte die Beteiligungsgesellschaft bereits bei anderen Transaktionen beraten, unter anderem beim Kauf der Bota-Gruppe und beim Investment in den Kaffeebar-Betreiber Chicco di Caffè. GLNS zieht die Münchner Sozietät Leo Schmidt-Hollburg Witte & Frank regelmäßig bei Deals hinzu, unter anderem für IP- und arbeitsrechtliche Fragen. Die Kanzlei Buntscheck ist für Paragon regelmäßig im Kartellrecht unterwegs.

Zu Akquisitionsfinanzierungen wird Paragon Partners regelmäßig von Finanzierungspartner Weissinger beraten. Er brachte nach JUVE-Informationen nicht nur bei seinem jüngsten Kanzleiwechsel die Mandatsbeziehung mit, sondern auch Shearman-Partner Carli bei den Banken ins Spiel. Die beiden Finanzierungsrechtler hatten bei Shearman & Sterling die vergangenen Jahre eng zusammen gearbeitet, bevor Weissinger Mitte April zum Finanzierungs- und Restrukturierungsteam von Ashurst wechselte. Für seine neue Sozietät war es die erste Mandatierung durch das Münchner Beteiligungshaus.

Paragon ist zudem eine langjährige Mandantin von PwC. Der Münchner Berater Windsheimer hatte schon während seiner Zeit bei Ernst & Young, für die er bis Oktober 2018 als Partner tätig war, Kontakt zu Paragon. Im konkreten Fall kam der Kontakt jedoch über GLNS zustande. Das PwC-Team um Windsheimer und Managerin Seibel kümmerte sich um die Tax Due Diligence sowie um alle steuerlichen Fragen zur Post-Deal-Integration – immer in enger Abstimmung mit GLNS. Die steuerliche Strukturierung lag bei GLNS-Partner Andreas Scheidle.

Für den französischen Teil setzte Paragon auf die beiden Pariser Kanzleien Aramis sowie Orianne Viardot. In Österreich holte sich die Beteiligungsgesellschaft Unterstützung bei der Wiener Kanzlei Schindler Attorneys.

Auf Verkäuferseite trat ein Team um die Münchner Pöllath-Partnerin Drygalski in Erscheinung. Die Kanzlei hatte Weka und ihre Familiengesellschafter schon in der Vergangenheit unterstützt. Steuerlich griff ihr dabei Partner Pupeter von Blomberg unter die Arme. Der Rechtsanwalt und Steuerberater war bis Oktober 2018 Partner bei P+P Pöllath + Partners, bis er sich mit eigener Kanzlei in München selbstständig machte. Die Arbeit an dem aktuellen Deal hatte bereits zu einem Zeitpunkt begonnen, als Pupeter noch bei Pöllath war. (Daniel Lehmann, Sonja Behrens)

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