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25.11.2004

Mayer Brown angelt Prominenz: Nägele und Merz werden Partner

Mayer, Brown, Rowe & Maw freut sich über zwei prominente Neuzugänge: Mit dem ehemaligen European Managing Partner von Clifford Chance, Peter Nägele (46), kommt ein Hochkaräter aus der Anwaltsszene, mit dem ehemaligen CDU-Fraktionschef Friedrich Merz (49) ein bekannter Politiker als neuer Partner. Nägeles Ausscheiden bei Clifford war bereits vor acht Monaten bekannt geworden und kam seinerzeit sehr überraschend. Das Ziel des Anwalts war seither unbekannt. Bei Mayer Brown in Frankfurt wird der Corporate- und Kapitalmarktrechtler, der in den vergangenen Jahren vor allem verschiedene Managementaufgaben übernommen hatte, in erster Linie wieder anwaltlich tätig sein.

„Die Größe von Mayer Brown in Deutschland wird es mir erlauben, neben meiner kapitalmarktrechtlichen Spezialisierung auch etwas breiter tätig zu sein. Ich freue mich darauf, mit meinen neuen Kollegen die Beziehungen zu deutschen Konzernen und großen mittelständischen Unternehmen weiter aufzubauen,“ sagte Nägele. Und weiter: „Mayer Brown ist nicht nur ein internationales Schwergewicht, sondern verfügt auch in Deutschland über ein starkes Team, das sich bereits jetzt in bestimmten Bereichen eine starke Position erarbeitet hat, so etwa bei NPL-Transaktionen oder im IP.“

Nägele, der einer der führenden Kapitalmarktrechtler beim Clifford-Vorgänger Pünder, Volhard, Weber & Axster war, hatte der Kanzlei Ende April nach 17 Jahren den Rücken gekehrt. Er hatte unter anderem bei den Börsengängen der Deutschen Telekom sowie von Siemens und Fraport beraten. Außerdem galt er als wichtiger Client-Partner und Akquisiteur für deutsche Blue-Chip-Mandanten. Zuletzt war er bei Clifford zum Beispiel der zentrale Ansprechpartner für Siemens.

Reinhard Lange, Managing Partner von Mayer Brown in Frankfurt begrüßte die Entscheidung Nägeles: „Mit der Ernennung von Peter Nägele zum Partner machen wir einen großen Schritt nach vorne. Er verfügt über große Erfahrung als Berater der Wirtschaft. Davon werden unsere Mandanten profitieren.“

Im Markt wird allerdings spekuliert, ob Nägele auch als künftiger Manager von Mayer Brown in Betracht kommt. Dazu betonte Lange, dass „jemand der Führungsqualitäten hat, und das unter Beweis gestellt hat, in der Zukunft sicherlich eine wichtige Rolle bei uns haben wird. Es wird sich zeigen, was gut für die Firma ist.“

Nägele selbst wies auf die Reihe von ehemaligen Clifford-Kollegen hin, die seit ihrem Wechsel zu Mayer Brown im Jahr 2002 eine erfolgreiche Praxis aufgebaut haben, wie Dr. Jörg Wulfken (Strukturierte Finanzierung) oder Dr. Manfred Heemann (Akquisitionsfinanzierung).

Der zweite Neuzugang, Friedrich Merz, wird ab Januar 2005 Partner bei Mayer Brown. Er hatte erst vor wenigen Wochen den Rückzug von seinen politischen Ämtern verkündet. Sein Wechsel dürfte ihm vor allem eine größere internationale Ausrichtung als Anwalt bringen.

Merz war bislang Berliner Partner der aus Köln stammenden Kanzlei CBH Cornelius Bartenbach Haesemann & Partner. Bei Mayer Brown soll der sehr anerkannte Finanz- und Steuerpolitiker ab Januar seine Erfahrung vor allem in den Bereich Corporate/Finance einbringen.

Die Kanzlei dürfte indes auch von den hervorragenden Kontakten des CDU-Mannes profitieren. Obwohl Mayer Brown bisher kein Büro in Berlin hatte, wird Merz weiterhin von der Hauptstadt aus operieren, in enger Anbindung an den Frankfurter Standort.

Merz war Anfang 2002 – wie vorher bereits drei seiner Kollegen – in Köln von Leinen & Derichs zu CBH gewechselt und sollte hier vor allem im Arbeits- und im öffentlichen Recht tätig werden, hieß es damals. Zudem war er neben seinen politischen Aktivitäten unter anderem auch in Unternehmenstransaktionen involviert. (Christine Albert, Aled Griffiths)

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