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10.02.2005

Belgische Blüte: McDermott holt Top-Kartellrechtler

Das Brüsseler Büro von McDermott Will & Emery hat ein Team um den renommierten EU-Kartellrechtler Clive Stanbrook (57) gewonnen. Für die EU-Kompetenz der US-Kanzlei könnte dies ein deutlicher Schub nach vorne sein.Stanbrook berät seit über 20 Jahren Mandanten im Kartellrecht und besitzt beste Kontakte in Brüssel. Im Jahr 2000 begleitete Stanbrook beispielsweise das Fusionskontrollverfahren von Ernst & Young und Cap Gemini. Außerdem ist er regelmäßig für Betroffene in EU-Kartellverfahren tätig, etwa aus den Branchen Chemie, Pharma, Öl und Papierverarbeitung. In Bezug auf die Untersuchung zum norwegischen Gaskartell betreute er zudem die Marathon Petroleum Norge AS.

Der Brite hatte 1978 mit weiteren Barrister-Kollegen die auf EU-Recht spezialisierte Kanzlei Stanbrook & Hooper gegründet. Die heute international zusammengesetzte Kanzlei aus sechs Partnern, drei Counsel und vier Associates hat seither außerdem einen Beratungszweig im belgischen Wirtschaftsrecht aufgebaut. Am bekanntesten blieb die Kanzlei aber für ihre Arbeit im Antidumping-, Kartell- und Beihilferecht.

Zusammen mit Stanbrook wechseln der Kartellrechtspartner Philipp Bentley und der of Counsel Frank Schoneveld (45) sowie sechs Associates.

McDermott ist zuversichtlich, in Brüssel auf dem richtigen Weg zu sein. „Mit die Verstärkung der European Competition Practice Group durch das Team um Clive Stanbrook werden wir künftig auch in Brüssel in der Lage sein, mit den Topkanzleien um Topmandate zu konkurrieren“, sagte der Chairman der Kanzlei, Harvey Freishtat.

Das Büro in der belgischen Hauptstadt wurde erst vor einem Jahr gegründet (JUVE 03/04), allerdings ohne einen festen Partner vor Ort. Bislang wechselten sich hier fünf Kartellrechtspartner aus London, Mailand, München und Düsseldorf je nach Bedarf ab, darunter auch die beiden Deutschen Dr. Thomas Hauss und Dr. Oliver Steffens.

Stanbrook & Hooper steht damit vor einem Neuanfang. Bereits vor einem Jahr hatte Scott Crosby, der 2001 zu Stanbrook & Hooper gewechselt war (JUVE 02/01), der Kanzlei den Rücken gekehrt und sich als Crosby Renouf selbstständig gemacht. Ob die Kanzlei nach dem Ausscheiden des Namensgebers und Seniorpartners Stanbrook einen anderen Namen annimmt, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. (Antje Neumann, Jörn Poppelbaum)

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