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14.12.2006

Berlin: Team um Rüdiger von Hülst verlässt Taylor Wessing

Nahezu die Hälfte des Berliner Taylor Wessing-Büros hat die Kanzlei Anfang Januar verlassen und für Kirkpatrick & Lockhart Preston Gates (zuvor Kirkpatrick & Lockhart Nicholson Graham) in Berlin ein deutsches Büro eröffnet. „Es gab bereits seit einiger Zeit persönliche Probleme unter den Partnern in Berlin“, sagte Dr. Wolfgang Rehmann, deutscher Managing Partner von Taylor Wessing. „Dass jetzt ein großer Teil in Berlin geht, stimmt uns natürlich nicht fröhlich. Aber wenn es nicht zusammenpasst, sollte man getrennte Wege gehen.“ Die Trennung erfolgte jedoch im gegenseitigen Einvernehmen.

Insgesamt wechselten rund 20 Anwälte zu Kirkpatrick, darunter die sechs Equity-Partner Dr. Rüdiger von Hülst (47), Dr. Martin von Albrecht (46), Felix Greuner (47), Dr. Eberhardt Kühne, Christoph Wagner (42) und Dr. Georg Foerstner (39) und Salary-Partner Christoph Mank (38). Mit ihnen kamen auch Dr. Thomas Lappe (40), zuvor Partner mit Sonderstatus bei Taylor Wessing, sowie die vorherigen Associates Stefan Kimmel, Christian Hullmann und Manfred Hack, die bei Kirkpatrick ebenfalls als Partner einsteigen. Die Weggänge betreffen vor allem die immobilien- und medienrechtliche Praxis des Hauptstadtbüros von Taylor Wessing.

Der Gesellschaftsrechtler von Hülst, seit 1992 in der Kanzlei, hatte bereits vor gut zwei Monaten sein Amt als Geschäftsführer des Berliner Büros abgegeben. Seither hat Corporate-Partner Konstantin Graf Lambsdorff diese Position – zunächst kommissarisch – übernommen.
„Das Berliner Büro wird auf keinen Fall geschlossen, denn das verbleibende Team arbeitet sehr profitabel“, sagte Rehmann. Bei Taylor Wessing in Berlin sind nach den Weggängen nur noch drei Equity-Partner tätig. Neben Lambsdorff sind dies der Vergaberechtler Dr. Mario Matthias Ohle sowie der Arbeitsrechtler Dr. Matthias Kast. Das Büros soll jedoch schnell wieder aufgestockt werden. „Wir reden bereits konkret mit mehreren Quereinsteigern“, so Rehmann.

Kirkpatrick ist schon die zweite internationale Kanzlei, die innerhalb kurzer Zeit über Berlin in den deutschen Markt einsteigt. Erst im vergangenen Monat hatte Olswang ein Büro in der Hauptstadt eröffnet (JUVE 01/07). Dass sich die ursprünglich aus Pittsburgh stammende Kanzlei Kirkpatrick derzeit auf einem Expansionskurs befindet, ist bereits länger bekannt: Seit gut zwei Jahren ist die Sozietät durch die Übernahme von Nicholson Graham & Jones in London präsent. Erst im Oktober hatte die Kanzlei mitgeteilt, dass sie Fusionsgespräche mit Preston Gates & Ellis aus Seattle führt (JUVE 11/06). Mitte Dezember erfolgte die Zustimmung der Partner, ab Januar entsteht damit ein Kanzleiriese mit 1.400 Anwälten. (Christine Albert)

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