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14.06.2007

Spin-off bei White & Case: Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin startet in Hamburg

Drei Local Partner aus dem Hamburger Büro von White & Case machen sich Anfang Juli in eigener Kanzlei selbstständig: Die beiden Gesellschaftsrechtler Dr. Edzard Schmidt-Jortzig (37) und Dr. Bjarne Petersen (37) gründen zusammen mit dem Insolvenzspezialisten Dr. Dietmar Penzlin die Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin.Als of Counsel unterstützt zudem der ehemalige Bundesjustizminister Dr. Edzard Schmidt-Jortzig sen. (65) die junge Sozietät.

Die Schwerpunkte von Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin sollen vor allem in der Beratung im Corporate- und M&A-Bereich liegen. Penzlin, der auch als Insolvenzverwalter tätig ist, konzentriert sich auf Restrukturierungs- und Sanierungsberatung. Neben mittelständischen Unternehmen fasst die Kanzlei auch die öffentliche Hand als Mandanten ins Auge.

„Darüber hinaus sehen wir als unabhängige Einheit erhebliche Chancen, als Local Counsel für internationale Kanzleien und ausländische Investoren tätig zu werden“, sagte Schmidt-Jortzig.
Schmidt-Jortzig kam 1999 noch vor der Fusion in das deutsche Büro der US-Kanzlei in Frankfurt. In der inzwischen deutsch-fusionierten Sozietät White & Case wurde er 2004 Local Partner. Vor kurzem gehörte er zu dem Team um den Hamburger Partner Dr. Sebastian Kühl, das die Banken beim Börsengang der Berliner Immobiliengesellschaft Estavis betreute.

Petersen, der seit siebeneinhalb Jahren bei White & Case war und im Januar 2005 zum Local Partner ernannt wurde, war bei einigen prominenten Transaktionen des Hamburger Büros beteiligt: Zuletzt etwa vor wenigen Wochen bei der Beratung von Veolia beim Erwerb des Hamburger Energiedienstleisters Sulo.

Penzlin, dritter Partner des Startteams, kam 2001 zu White & Case und wurde Anfang 2006 Local Partner. Er arbeitete in der renommierten Insolvenzabteilung des Hamburger Büros um die Partner Dr. Klaus Pannen und Dr. Sven-Holger Undritz.

Mit Schmidt-Jortzig sen. holt sich die junge Kanzlei schließlich erfahrene und prominente Unterstützung an Bord. „Ich habe in meiner langen juristischen Laufbahn in allen drei Staatsgewalten und der Lehre Erfahrungen gewonnen; nun möchte ich mich noch einmal dem Beratungsgeschäft zuwenden“, sagte Schmidt-Jortzig sen. „Dass ich dies in der Sozietät meines Sohnes und seiner Partner tun kann, freut mich besonders.“ Der ehemalige Bundesjustizminister (1996 bis 1998), war zuletzt Professor am Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Kieler Universität. Als Richter war er zwischenzeitlich am Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht und am Verfassungsgerichtshof von Sachsen tätig.

Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin ist nicht der erste Spin-off des Hamburger White & Case-Büros: Bereits Anfang 2000 hatten sich ehemalige Junior-Partner der Vorgänger-Kanzlei Feddersen Laule unter dem Namen Glauber Steinberg Stenger Hannemann Uhlmannsiek selbstständig gemacht. 2001 hatte dann Allen & Overy mit drei renommierten Partnern von White & Case Feddersen ein Büro an der Alster eröffnet.

Und auch die Hamburger Kanzleien Alpers & Stenger und Huth Dietrich Hahn sowie das Büro von Heuking Kühn Lüer Wojtek in der Hansestadt haben ihre Wurzeln in der White & Case-Vorgängerin Ohle Hansen Ewerwahn. (Christine Albert)

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