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13.09.2007

Nächste IP-Kanzlei kommt nach Deutschland: Fish & Richardson eröffnet mit Bardehle-Anwälten

Die US-Kanzlei Fish & Richardson eröffnet zum Oktober in München ihr erstes Büro außerhalb der Vereinigten Staaten. Zum Start konnte die auf IP spezialisierte Sozietät Dr. Frank Peterreins (38) und Alexander Harguth (40) gewinnen, beide derzeit noch Partner bei Bardehle Pagenberg Dost Altenburg Geissler in München.

Harguth und Peterreins gehörten laut Bardehle zu den jüngeren Non-Equity-Partnern. Die IP-Kanzlei teilte weiter mit, es habe unterschiedliche Auffassungen zu den Karriereverläufen gegeben. Bardehle bedauere die Austritte, sehe sie aber als gewöhnlichen Prozess an. Mit Fish & Richardson hatte die IP-Boutique in der Vergangenheit bereits wiederholt zusammengearbeitet.

Peterreins ist sowohl als deutscher Patent- und Rechtsanwalt als auch als europäischer Patentanwalt zugelassen und damit einer der wenigen deutschen Anwälte, die über diese Qualifikation verfügen. Zu seinen bisherigen Mandaten zählen unter anderem der DVD-Hersteller ODS Optical Disc Service sowie die luxemburgische Verwertungsgesellschaft InPro. Vor seinem Einstieg bei Bardehle im Jahr 2000 war er Patentprüfer am Europäischen Patentamt, Harguth hat von 1999 bis 2000 als Berater bei der Europäischen Kommission in Luxemburg gearbeitet.

Das neue Fish & Richardson-Büro wird seine Arbeit mit fünf IP-Spezialisten aufnehmen; vorgesehen ist, bis Ende 2008 auf zwölf Berufsträger aufzustocken. Fish & Richardson hat in den USA zehn Büros, in denen rund 430 Anwälte und Technologiespezialisten arbeiten.

Nach Howrey, die im vergangenen Jahr ihr erstes Büro in Deutschland – ebenfalls in München – eröffneten, schafft jetzt mit Fish & Richardson ein weiterer amerikanischer IP-Spezialist den Schritt auf den wichtigen deutschen Markt. Die Strategie scheint klar: In den USA wird die renommierte Technologie-Kanzlei unter anderem von Siemens, Zeiss, SAP und Porsche mandatiert und will ihr Geschäft jetzt offenbar auch hier etablieren. Was Fish & Richardson indes im Gegensatz zu Howrey fehlt, ist eine Vernetzung in Europa: Howrey hat bereits zwei starke IP-Praxen in Brüssel und Paris aufgebaut. (Sven Frost)

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