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25.02.2011

Drittes Deutschland-Büro: Norton Rose wirbt in Hamburg DLA-Team ab

Der Großteil des Hamburger Büros von DLA Piper wechselt zu Norton Rose. Die britische Sozietät eröffnet Mai in der Hansestadt mit sieben Partnern. Ob und wie viele Associates die Partner begleiten werden, steht noch nicht fest. Für Norton Rose ist Hamburg nach München und Frankfurt der dritte Standort in Deutschland.

Klaus von Gierke

Zum Startteam vor Ort gehören der Corporate Finance-Experte Dr. Klaus von Gierke (56), die Energierechtler Dr. Ulf Liebelt-Westphal (50) und Jens Suhrbier (39), der Bankaufsichtsrechtler Dr. Ludger Verfürth (45), der Steuerrechtler Dr. Uwe Eppler (38) und der Arbeitsrechtler Dr. Frank Weberndörfer (46), die allesamt schon bei DLA Partner waren. Zudem steigt der IT-Rechtler Dr. Flemming Moos (40) als Partner ein. Moos war bei DLA zuletzt Associate. Darüber hinaus wird der Energierechtler Dr. Corrado Wohlwend als achter Partner von DLA Piper zu Norton Rose wechseln, allerdings in Frankfurt.

„Hamburg als die Wirtschaftsmetropole und Finanzzentrum im Norden ist die ideale Ergänzung zu unseren bestehenden Standorten München und Frankfurt“, sagte der deutsche Managing Partner von Norton Rose, Dr. Alexander von Bergwelt.
„Hamburg ist ein attraktiver Markt, dank einer starken regionalen Wirtschaft, eines pulsierenden Handelszentrums und dank intensiver internationaler Geschäftsbeziehungen.“ Es ist seit Längerem die erste Eröffnung einer internationalen Kanzlei in Hamburg, die letzten Starts datieren aus dem Jahr 2007. Damals eröffneten Bryan Cave (mehr…) und Field Fisher Waterhouse (mehr…), beide jeweils mit Anwälten von Buse Heberer Fromm. In den vergangenen Jahren gab es aber eine Reihe von Spin-offs aus internationalen Einheiten.

Norton Rose gewinnt etabliertes aber eher autarkes Team

Norton Rose gewinnt mit den Zugängen ein in der Hansestadt etabliertes Team, das vor allem im Gesellschafts- und Arbeitsrecht anerkannt ist. Die Partner sind zum einen bei norddeutschen Unternehmen, häufig mittelständischen Gesellschaften, gut vernetzt, weisen aber ausgeprägte internationale Kompetenzen auf. Zu den Mandanten gehören im Gesellschaftsrecht unter anderem die Berenberg Bank, im Arbeitsrecht der Versicherer Volksfürsorge. Fortschritte machte die Praxis in der Hansestadt zuletzt auch im Steuerrecht. Allerdings galt das Hamburger Team im DLA-Verbund in Augen von Marktbeobachtern immer als recht autark, andere deutsche Standorte der Sozietät arbeiteten stärker zusammen.

Die Integration des neuen Hamburger Büros wird angesichts dessen für Norton Rose eine wichtige Aufgabe, vor allem auch deshalb weil auch die beiden bisherigen Büros in München und Frankfurt  ebenfalls als ziemlich autarke Praxen gelten. Das ausgeprägte standortbezogene Agieren machte sich bislang vor allem in zentralen Bereichen wie der Corporate-Praxis deutlich bemerkbar, wo sich die gemeinsame Arbeit besonders aufdrängt.  Deutschlandweit kommt Norton Rose nun auf 140 Anwälte, darunter 34 Partner. Die Kanzlei startete vor zehn Jahren hierzulande. Nach Zahl der Berufsträger ist Frankfurt mit 60 Anwälten das größte Büro. Der präsentere und schlagkräftigere Standort ist jedoch München. Dort arbeiten insgesamt rund 10 Partner, während es in Frankfurt gut 15 sind.

DLA hat Wiederaufbau im Blick

DLA hatte 2004 mit einem Teil des ehemaligen Luther-Büros in Hamburg eröffnet. „Die uns verlassenden Kollegen in Hamburg haben in der frühen Phase des Aufbaus der deutschen Praxis von DLA Piper einen erheblichen Beitrag geleistet. Hierfür schulden wir Dank und Anerkennung“, sagte Dr. Ulrich Jüngst, Managing Partner von DLA in Deutschland. Allerdings sollen die Kanzlei und die jetzt ausscheidenden Partner seit einiger Zeit unterschiedlicher Auffassung über die strategische Ausrichtung des Büros gewesen sein, zitiert das britische Branchenmagazin ‚The Lawyer‘ Jüngst.

DLA will nach dem Verlust aber vor Ort zügig wieder angreifen. „Hamburg ist ein wichtiger Markt für DLA und wir freuen uns darauf, das Büro in Hamburg unter den jetzt geänderten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln“, so Jüngst. Als Partner sind vor Ort nun noch der Leiter der deutschen Arbeitsrechtspraxis, Volker von Alvensleben, und der Prozess- und Regulierungsexperte Carsten Grau tätig. Bereits vor einigen Monaten hatten zudem die Partner Dr. Benjamin Parameswaran und Dr. Matthias Lupp ihre Praxis von Köln beziehungsweise München nach Hamburg verlagert, um die Präsenz im Norden weiter auszubauen. (Silke Brünger, René Bender)

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