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22.03.2012

Umwälzungen: Raupach verliert Equity-Partner in Frankfurt und München

Zum April verlassen zwei Equity-Partner Raupach & Wollert-Elmendorff. Dr. Peter Homberg (53), Life-Sciences-Experte und Standortleiter des Frankfurter Büros, wechselt zu Salans. Zeitgleich geht der langjährige Münchner Standortleiter und Gesellschaftsrechtler Dr. Martin Imbeck (48) bei der bislang auf Medien- und Sportrecht spezialisierten Kanzlei Duvinage an Bord.

Darüber hinaus war jüngst im Markt bekannt geworden, dass Raupach mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in Verhandlungen steht, deren Ziel es ist, die bestehenden Verbindungen zu intensivieren. Bisher kooperieren beide eng, treten zum Beispiel in Pitches gemeinsam auf, sind aber gesellschaftsrechtlich nicht miteinander verbunden. Deloitte ist damit derzeit die einzige unter den Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die hierzulande nicht über einen eigenen Rechtsberatungarm verfügt. Raupach-Partner bestätigten zwar die Gespräche, äußerten sich zum jetzigen Zeitpunkt aber zu keinen weiteren Details. Auch die beiden ausscheidenden Equity-Partner Homberg und Imbeck wollten dazu konkret keine Stellung nehmen.

Raupach schrumpft in Frankfurt auf drei Berufsträger

Peter Homberg

Peter Homberg

„Mein Team und ich hatten zwei sehr erfolgreiche Jahre bei Raupach. Zuletzt gab es aber unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung der Kanzlei“, begründete Homberg seine Entscheidung. Mit ihm kommen Dr. Stefanie Greifeneder als Sozia – was in anderen Kanzleien dem Status eines Salary-Partners entspricht – sowie eine Associate an den Frankfurter Salans-Standort. Der in der Pharma- und Biotechbranche erfahrene Homberg war erst vor gut zwei Jahren von Jones Day zu Raupach gewechselt (mehr…). Mit einer Reihe von mittelgroßen Mandanten aus der Biotech- und Pharmabranche hatte das Team zuletzt sichtbar zur positiven Entwicklung des kleinsten der sieben Raupach-Büros beigetragen. So beriet die Gruppe etwa das Technologieunternehmen Scil beim Verkauf einer Sparte an Nanohale (mehr…).

Im Frankfurter Büro von Raupach verbleiben damit die Salary-Partnerin Dr. Sabine Pittrof und zwei Associates. Am Main Fuß zu fassen, ist für Raupach schon lange ein schwieriges Unterfangen. Die Kanzlei hatte sich 2002 schon einmal für den Rückzug vom wichtigsten deutschen Finanzplatz entschieden, 2005 dann aber einen Neuanfang gewagt. Doch bis zu Hombergs Zugang im Jahr 2010 wuchs das Frankfurter Team nicht wesentlich, sondern verlor 2009 sogar den Gründungspartner des örtlichen Büros (mehr…). Die Leitung des Standorts hat nun Pittrof übernommen. Sie kam Ende 2010 von Heymann (mehr…).

Schilmar neuer Standortleiter in München

Das Münchner Raupach-Büro leitet nach dem Wechsel des Corporate- und Prozessexperten Imbeck künftig Dr. Dr. Boris Schilmar. Der Corporate- und Banking-Partner war schon zu Jahresbeginn mit drei Associates aus dem Düsseldorfer Büro nach München gekommen. Im Zuge dessen wurde auch das von Schilmar geleitete China-Desk nach München verlagert, um operativ den Schulterschluss mit dem China-Desk von Deloitte zu vollziehen. An der Isar sind gut 15 Anwälte für die Kanzlei tätig.

Martin Imbeck

Martin Imbeck

Imbeck arbeitete rund 15 Jahre bei Raupach. Bei seinem Einstieg bei der kleinen örtlichen Sozietät Duvinage begleiten ihn die beide Raupach-Anwälte Dr. Alfred Pompe (55), bislang Salary-Partner, sowie Associate Constanze Hausmann (40), Tochter des Ex-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Beide arbeiteten rund vier Jahre lang bei Raupach und steigen mit ihrem bisherigen Status bei ihrem neuen Arbeitgeber ein.

Duvinage wird eine GmbH

Im Zuge des Zugangs von Imbeck und seinem Team wandelt sich Duvinage in eine GmbH um. Partner der neuen Gesellschaft werden Namenspartner Peter Duvinage sowie Martin Imbeck und aus dem alten Duvinage-Team Christian Heesch. Die Kanzlei war bislang vor allem bundesweit für ihre Erfahrung im Sport- und Medienrecht bekannt, Duvinage gilt hierzulande als einer der erfahrensten deutschen Anwälte an der Schnittstelle zwischen den beiden Branchen.

Künftig will sich die Sozietät aber breiter orientieren. Zwar bietet sie auch bislang schon Beratung im Corporate-Segment an sowie zum Teil in bank- und finanzrechtlichen Fragen. Zu den abseits der Sportbranche betreuten Unternehmen gehört etwa der Schuhhersteller Birkenstock. Die Ausbaumöglichkeiten waren aber aufgrund der mangelnden personellen Größe der Kanzlei begrenzt. Mit den Zugängen wächst Duvinage nun auf acht Anwälte. (Simone Bocksrocker, René Bender)

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