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12.06.2012

China: Salans-Praxis bricht fast vollständig weg

Die China-Praxis von Salans steht vor einer ungewissen Zukunft. Der deutsche Anwalt und Managing-Partner in China, Bernd-Uwe Stucken (55), sowie der Corporate-Partner Wei Liu kehren dem Büro in Schanghai den Rücken. Als nahezu sicher gilt zudem, dass mit ihnen auch der Großteil der 13 weiteren Anwälte das einzig verbleibende Salans-Büro in China verlässt. Nach dem vorherigen Aus der Standorte in Peking (mehr…) und Hongkong ist damit fast die vollständige chinesische Praxis von Salans binnen weniger Monate weggebrochen.

Wann das Team um Stucken und Liu ausscheidet, steht noch nicht exakt fest. Auch ihr Ziel ist bislang unbekannt.

Bernd-Uwe Stucken

Stucken, der schon seit 1989 in China arbeitet, war 2007 mit einem 14-köpfigen Team aus der damaligen Kanzlei Haarmann Hemmelrath in das bis dahin kleine Schanghaier Büro von Salans gewechselt (mehr…). Seither kam dem deutschen Corporate- und Steuerexperten eine wesentliche Rolle zu, vor allem für die Beratung bei ausländischen Direktinvestitionen auf dem chinesischen Festland.

2008 hatte Salans auch in Hongkong (mehr…) und Peking eröffnet. Allerdings gingen nach nur wenigen Jahren viele Partner wieder. So wechselte 2011 etwa der Leiter des Pekinger Büros Matthias Müller zu Beiten Burkhardt (mehr…). Ein Grund für Abgänge soll dem Vernehmen nach das mangelnde Bekenntnis der Kanzlei zu einem dauerhaften dynamischen Wachstumskurs in Asien gewesen sein.

Im April dieses Jahres gab Salans ihr Büro in Peking dann auf, wenig später folgte der Rückzug aus Hongkong. Im Zuge dessen hatte die Kanzlei erklärt, sich in China voll auf Schanghai konzentrieren zu wollen.

Hermann Meller

Salans reagierte auf die neuerlichen Weggänge umgehend und setzte den Berliner Bank- und Finanzrechtler Dr. Hermann Meller an die Spitze des Büros in Schanghai. Ob Meller nach China wechseln wird oder das Büro aus Deutschland heraus führen soll, steht noch nicht fest. Meller gehört zu einem vierköpfigen Management-Team, das die Kanzlei bereits vor drei Jahren installiert hatte, um die Strategie in China zu entwickeln. Neben Meller gehören auch der Pariser Corporate-Partner John Flanagan, der ebenfalls auf Corporate spezialisierte Glenn Kolleeny aus St. Petersburg sowie der Immobilienrechtler Eric Rosendale aus London zu der Strategiegruppe.

Zumindest kurzfristig könne das Büro auch ohne Partner auskommen, so ein Kanzleisprecher gegenüber der britischen Presse. Ob Salans sich in Schanghai mit Quereinsteigern auf Partnerebene verstärken will oder auf Partner aus den eigenen Reihen setzt, ließ er offen. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass die Kanzlei sich aus China zurückziehen werde. Ihr Augenmerk will die Kanzlei unverändert auf Schanghai legen.

Englischen Presseberichten zufolge führt Salans derzeit Fusionsgespräche mit SNR Denton, die Büros in Peking und Hongkong hat und zudem auch in Singapur vertreten ist. Derzeit konzentriert sich Salans in Schanghai vor allem auf Immobilienrecht, Corporate sowie Bank- und Finanzrecht. (René Bender)

 

 

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