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21.05.2013

Entscheidung naht: King & Wood Mallesons und SJ Berwin wollen über Fusion abstimmen

Die Fusionsabsichten der chinesisch-australischen Kanzlei King & Wood Mallesons und SJ Berwin werden konkreter, so das britische Nachrichtenmagazin ‘The Lawyer’. Die beiden Sozietäten wollen demnach ihren Partnerschaften die Pläne zur Abstimmung vorlegen, knapp ein Jahr nachdem sie Gespräche über eine gemeinsame Zukunft aufgenommen haben. Kommt die Fusion zustande, entsteht eine Kanzlei mit einem Umsatz von rund 700 Millionen Euro, zugleich verschwindet der Name SJ Berwin vom Markt.

Die britische Sozietät wäre eine von dann vier Partnerschaften unter dem Dach der weitaus größeren Einheit King & Wood Mallesons, die aktuell mit 1.800 Anwälten knapp 510 Millionen Euro erwirtschaftet.

Den größten Unsicherheitsfaktor für ein Zustandekommen des Bündnisses dürften ‘The Lawyer’ zufolge die australischen Partner darstellen. Sie seien sehr wählerisch in Bezug auf einen möglichen britischen Fusionspartner. Die Australier könnten die Fusionspläne mit ihrem Veto kippen, wie auch alle anderen beteiligten Partnerschaften. King & Wood ist als Schweizer Verein strukturiert, in dem drei finanziell eigenständige Einheiten auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und Australien zusammengeführt sind. Im Festlandsteil von King & Wood und im Hongkonger Teil stoßen die Fusionspläne unterdessen auf breite Zustimmung, ebenso bei SJ Berwin, so ‘The Lawyer’. 

Noch Anfang dieses Jahres war eine hochrangige Delegation von SJ Berwin nach Australien gereist, um dort nach einem lokalen Fusionspartner Ausschau zu halten. Zudem hatte die Kanzlei in den vergangenen Jahren mehrfach mit US-Kanzleien Fusionsgesprächen geführt. 2010 waren nach neun Monaten Gespräche mit Proskauer Rose aus New York abgebrochen worden, auch mit Orrick Herrington & Sutcliffe und Goodwin Procter hatten die Briten seinerzeit verhandelt (mehr…). Vor fast exakt einem Jahr machten dann Fusionsgespräche mit Mayer Brown Schlagzeilen.

Die Gespräche mit King & Wood dauern dem Vernehmen nach schon seit knapp einem Jahr an, im November 2012 waren sie offiziell geworden. King & Wood würde ihre globale Expansion mit dem Schritt rasch vorantreiben. Erst im März 2012 war die asiatisch-pazifische Sozietät aus dem Zusammenschluss der bis dato bedeutendsten chinesischen Kanzlei King & Wood mit der australischen Einheit Mallesons Stephen Jacques hervorgegangen. Schnell trauten ihr auch Manager angloamerikanischer Sozietäten zu, die erste global bedeutende Kanzlei zu werden, deren Wurzeln nicht in Großbritannien oder den USA liegen. Weltweit ist sie mit 21 Büros vertreten, davon 11 auf dem chinesischen Festland. Abseits ihrer Heimatmärkte hat sie Standorte in New York und im Silicon Valley.

Demgegenüber kommt SJ Berwin weltweit auf 12 Büros, davon 3 in Asien. Insgesamt arbeiten rund 500 Berufsträger für die Kanzlei, davon 350 Partner. Anders als King & Wood ist SJ Berwin auch in Deutschland vertreten: 1998 eröffnete sie in Frankfurt und Berlin, seit 2000 ist sie auch in München präsent. Die knapp 70 deutschen Anwälte hatten im Geschäftsjahr 2011/12 knapp 33 Millionen Euro umgesetzt. SJ Berwin wollte die Fusionsberichte auf Nachfrage nicht kommentieren. (René Bender)

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