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28.06.2017

Trojaner: DLA Piper von weltweitem Hackerangriff betroffen

Die erneute weltweite Hackerattacke auf Firmennetzwerke hat auch DLA Piper getroffen. Wie die Kanzlei mitteilt, hat sie verdächtige Aktivitäten in ihrem Computernetzwerk festgestellt, die offenbar mit dem Cyberangriff ‚Petya‘ zusammenhingen. Als Vorsichtsmaßnahme hat DLA alle Systeme abgeschaltet.

Auf Twitter und im Internet kursieren Fotos aus der Lobby des DLA-Büros in Washington. Eine mit Edding beschriebene Hinweistafel informiert die Angestellten über den Systemausfall: „Attention DLA Employees – All networks are down, DO NOT turn on your computers! Please remove all laptops from docking stations & keep turned off. No exceptions.“

Berichten zufolge wurden die Beschäftigten bei DLA angewiesen, nur noch mit dem Handy und per SMS zu kommunizieren. Auf ihrer Internetseite, die offenbar noch funktioniert, kommentiert DLA, das IT-Team habe schnell reagiert, um die Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern und die Systeme zu schützen. Das FBI und die britische National Crime Agency seien informiert. Ihren Mandanten teilt die Kanzlei mit, man habe es mit einer ernsten Cyberbedrohung zu tun und sei derzeit nur über Notfallnummern oder die Handynummern der Anwälte erreichbar. Am Dienstagnachmittag teilte DLA mit, es gebe keine Hinweise darauf, dass Mandantendaten von der Attacke betroffen sind. Man arbeite daran, bis zum Mittwoch Abend das E-Mail-System wieder zum Laufen zu bringen. Später hieß es, das solle Netzwerk bis Donnerstag abend wieder erreichbar sein.

Von dem Hackerangriff, mit dem eine Erpressersoftware verbreitet wurde, sind weltweit Großkonzerne wie die dänische Reederei Maersk, das Lebensmittelunternehmen Mondelez und der russische Ölkonzern Rosneft betroffen. Sogar das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl war von der Attacke betroffen und musste Messungen manuell durchführen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik teilte mit, die sogenannte Ransomware habe sich durch die selbe Sicherheitslücke in einer älterern Windows-Version verbreitet wie der Trojaner ‚WannaCry‘ im Mai. (Christiane Schiffer)

Dieser Artikel wurde am 28.06. um 16.30 und am 29.06. aktualisiert.

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