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01.08.2019

Sanierung vorerst ausgebremst: Eisenmann geht mit Dr. Beck und Gleiss in die Insolvenz

Das Amtsgericht Stuttgart hat Joachim Exner von Dr. Beck & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Autozulieferers Eisenmann bestellt. Zu Wochenbeginn hatte das Böblinger Unternehmen beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz angemeldet, nachdem bereits im Frühjahr eine Sanierung eingeleitet wurde. Nach Angaben des Unternehmens habe man sich bei Großprojekten verschätzt. Auch Schwierigkeiten mit Lieferanten sollen zur Schieflage geführt haben.

Joachim Exner

Joachim Exner

Die Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens und seine rund 3.000 Arbeitnehmer übernimmt nun Exner. Der Partner der bayerischen Sozietät Dr. Beck & Partner ist mit Insolvenzen im Zuliefererbereich bestens vertraut. 2014 wurde er sowohl für das Insolvenzverfahren des Zulieferers Scherer & Trier wie auch für das des Mitbewerbers Wafa bestellt, die er parallel bearbeitete. 

Andreas Spahlinger

Andreas Spahlinger

Seinerseits zum Verfahrensbevollmächtigten hat Eisenmann Marktinformationen zufolge Gleiss Lutz benannt. Ein Team um den Restrukturierungspartner Dr. Andreas Spahlinger berät das Unternehmen bereits seit einiger Zeit bei der Sanierung. Daneben soll ein Team von Allen & Overy um den Partner Peter Hoegen den Zulieferer zu Finanzierungsfragen beraten. Auf der Seite der Gläubiger sind dem Vernehmen nach die Bankrechtler Dr. Torsten Wehrhahn und Dr. Nikolai Warneke sowie Insolvenzrechtler Dr. Thomas Hoffmann von Noerr tätig.

Zur Restrukturierung des Unternehmens berät JUVE-Informationen zufolge auch die Kanzlei Wellensiek. Kurz bevor der Insolvenzantrag eingereicht wurde, habe ein Team um den Insolvenzrechtler Christopher Seagon unter anderem eine mögliche Eigenverwaltung geprüft, dem Unternehmen aber davon abgeraten.

Christopher Seagon

Christopher Seagon

Seit April dieses Jahres ist Dr. Michael Keppel Chief Restructuring Officer des Zulieferers. Der erfahrene Sanierer ist seit vergangenem Jahr auch Aufsichtsratvorsitzender der Kathrein SE. Er gab an, dass das Unternehmen nun einen strategischen Partner für das Geschäft mit Lackieranlagen und Applikationssystemen suche und hierfür bereits Interessenten hätte. Noch 2017 gab es Berichte, nach denen das Unternehmen an einen chinesischen Investor verkauft werden sollte, was letztlich aber an abweichenden Preisvorstellungen gescheitert sei.

2017 erwirtschaftete Eisenmann einen Umsatz von 723 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet und beschäftigt in 15 Ländern mehr als 3.000 Angestellte. (Dennis Koch)

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