Cappelli bringt zehn Associates mit und wird in den Büros in Mailand und Rom tätig sein. Er leitete seit 1993 das Corporate-Team von Grimaldi, die bis 2003 mit Clifford Chance assoziiert war. Einer seiner Schlüsselmandanten ist die Unicredit. Zuletzt beriet er unter anderem die Private-Equity-Firma Pai Partners beim Verkauf der Warenhausgruppe Coin an BC Partners und den Mischkonzern Acea bei der Restrukturierung eines Joint Ventures mit Gdf Suez. Daneben ist Cappelli als Vizepräsident des Fußballclubs AS Rom bekannt, dem er im Frühjahr dieses Jahres auch anwaltlich beim Verkauf an den US-Investor Thomas Di Benedetto zur Seite stand.
Cappellis Schritt in eine neue Einheit kam für Marktbeobachter überraschend. Cappelli galt als designierter Nachfolger von Vittorio Grimaldi an der Spitze der Kanzlei, die 2010 mit 60 Berufsträgern, darunter 18 Partner, 25 Millionen Euro umgesetzt hat. Offiziell wurden keine Gründe für den Wechsel bekannt, jedoch sollen strategische Differenzen den Ausschlag gegeben haben: Cappelli wollte sich demnach weiterhin auf High-End-Geschäft konzentrieren, während die anderen Grimaldi-Partner verstärkt auch kleine und mittelgroße Unternehmen in den Fokus nehmen wollten.
Allerdings hat auch Francesco Gianni, Gründer und Seniorpartner von Gianni Origoni, seine Kanzlei in den vergangenen Jahren auf den mittelständischen Markt ausgerichtet und dazu eine Reihe neuer Büros außerhalb der Wirtschaftszentren Rom und Mailand eröffnet, darunter etwa mit ehemaligen Simmons & Simmons-Partnern in Padua. Dass es Gianni dennoch gelungen ist, Cappelli zu gewinnen – der auch mit Shearman & Sterling im Gespräch gewesen sein soll – liegt nach Einschätzung von Marktkennern daran, dass er ihm die Namenspartnerschaft anbieten konnte.
Gianni Origoni, die in Deutschland gute Verbindungen unter anderem zu Gleiss Lutz und Oppenhoff & Partner pflegt, ist gemessen am Umsatz die drittgrößte italienische Kanzlei. Mit 340 Berufsträgern erwirtschaftete sie 2010 97 Millionen Euro.