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10.09.2020

Markteintritt: Oehner-Mandant kauft luxemburgische Tochter der Sparkasse Bremen

Der Gründer und CEO von C-Quadrat, Alexander Schütz, erweitert das Beteiligungsportfolio seines Family Office um eine Privatbank und steigt damit in die Geschäftsbereiche Private Banking und Wealth Management ein. Dazu erwarb das Schütz Family Office (SFO) Ende August die Freie Internationale Sparkasse (FIS) mit Sitz in Luxemburg. Teil der zukünftigen Strategie für das Institut mit Vollbanklizenz ist der Markteintritt in Österreich.

Lukas Röper

Lukas Röper

Mit der Übernahme der FIS verfolgt Alexander Schütz die Strategie, die FIS auf die Bedürfnisse von Unternehmern zu fokussieren und diese in allen Bereichen des Kredit- und Anlagegeschäfts zu begleiten. Eckpunkte der Strategie sind die Stärkung des Lombardkreditgeschäfts, Investitionen in die Digitalisierung der Bank, der Eintritt in den österreichischen Markt, sowie die Stärkung des Geschäfts in Deutschland und Luxemburg. Bislang ist die Bilanzsumme der FIS ist mit rund 40 Millionen Euro überschaubar, die verwalteten Vermögenswerte belaufen sich auf grob 600 Millionen Euro.

Verkäuferin der FIS ist die Sparkasse Bremen, die das Institut ursprünglich als Niederlassung in Luxemburg gründete. Seit 2001 ist die Bank vom Großherzogtum aus für vermögende Privatleute und institutionelle Kunden tätig.

Bereits 1991 gründete Schütz zusammen mit Thomas Rieß den Asset Manager C-Quadrat, seit 2003 besteht eine Tochtergesellschaft in Deutschland. Die Vermögenswerte unter Verwaltung der Gruppe betragen rund acht Milliarden Euro, inzwischen ist das Unternehmen in 20 europäischen Ländern als Asset-Manager tätig. Neben seiner Funktion bei C-Quadrat gehört Schütz dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank an.

Berater SFO/FIS
Inhouse Recht (Wien): Michael Radner (General Counsel, SFO), Markus Ullmer (Aufsichtsratsvorsitzender, FIS)
Oehner & Partner (Wien): Dr. Lukas Röper (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Irene Eckart (Regulatory)
Loyens & Loeff (Luxemburg): Michael Schweiger (Federführung); Associates: Adrien Pierre, Charles Cahoua (alle Bank- und Finanzrecht)
Pinsent Masons (Frankfurt): Dr. Markus J. Friedl (Corporate/M&A)

Boris Schilmar

Boris Schilmar

Berater Sparkasse Bremen
KPMG Law (Düsseldorf): Dr. Dr. Boris Schilmar (Federführung), Sebastian Stöhr (beide Corporate/M&A), Dr. Andreas Wieland, Maik Ringel (beide Legal Financial Services); Associates: Xiao Zhang (Legal Financial Services), Dr. Anna Melikov, Moritz Graf Stenbock-Fermor (beide Corporate/ M&A)
Wildgen (Luxemburg): Mevlüde-Aysun Tokbag, Associate: Garry Reuland (beide Corporate/M&A)

Hintergrund: Für das Schütz Family Office traten in den Verhandlungen zu der Transaktion vor allem der jetzige FIS-Chef Dr. Markus Schachner, ihr Aufsichtsratsvorsitzender Markus Ullmer sowie General Counsel Michael Radner und Investment Manager Martin Schindler auf. Der Jurist Ullmer war von 2005 bis 2018 für C-Quadrat tätig und verantwortete zeitweise im Vorstand unter anderem das Ressort Recht. Von 2000 bis 2004 war Ullmer bei der Übernahmekommission in Wien, zuletzt als deren Geschäftsstellenleiter.

Über Kontakte zu Alexander Schütz und Schachner kam Röper in das Mandat, das vor allem darin bestand, sicherzustellen, dass die aufsichtsrechtlichen Vorgaben für den Erwerb der Bank erfüllt sind. Kurz nach Abschluss der Transaktion verließ Röper die mit PwC Legal kooperierende Kanzlei Oehner und schloss sich zum September der Wiener Einheit PHH Prochaska Havranek an.

Schütz‘ Investmentmanager C-Quadrat setzte in Transaktionen zuvor auf die Berater von Buchberger Ettmayer, die österreichische Kooperationskanzlei von KPMG, darunter im Frühjahr 2020 beim Kauf von Ariqon Asset Management. Als das Management-Team von C-Quadrat 2019 Anteile an ihrem Unternehmen von der chinesischen HNA Group zurückerwarb, war ein Schönherr-Team um Dr. Christian Herbst beauftragt.

In Luxemburg war für das SFO die angesehene Kanzlei Loyens & Loeff in der Transaktion tätig. Der Bankaufsichtsrechtler Schweiger ist dort seit Juli Local-Partner. Er kam Anfang 2019 zu der Luxemburger Kanzlei und war zuvor über zehn Jahre in der Rechtsabteilung der Royal Bank of Canada im Großherzogtum. Von 2004 bis 2008 arbeitete er als Anwalt bei Cox & Palrmer in Halifax in Kanada.

Als Verkäuferin für die Sparkasse Bremen war ein Team um den Düsseldorfer KPMG Law-Partner Schilmar mandatiert. Der Kontakt entstand über den Advisory-Arm der Big-Four-Gesellschaft, letztlich setzten sich die Rechtsberater in einem Pitch durch. In Luxemburg zog Schilmar die Kanzlei Wildgen hinzu. An dem Standort baut KPMG Law allerdings seit Anfang des Jahres ein eigenes Büro auf und holte dazu unter anderem David Louis als Managing-Partner, der bis April die lokale Investmentpraxis bei Charles Russell Speechlys leitete. (Raphael Arnold)

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