Artikel drucken
23.04.2021

Nachhaltiger Plan: Kelag begibt mit Müller Partner seltene Anleihe

Der Kärntner Energieversorger Kelag stellt seine Finanzierung weiter auf Instrumente um, die Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigen. Mitte April platzierte das Unternehmen bei institutionellen Investoren eine Anleihe über 120 Millionen Euro, deren Zinssatz von einem verbesserten Rating durch Ecovadis abhängt.

Gernot Wilfling

Gernot Wilfling

Dass eine Anleihe auf diese Weise mit einer Bewertung zur nachhaltigen Unternehmensführung verknüpft ist, ist im deutschsprachigen Raum bislang die Ausnahme. Die Fortschritte auf diesem Gebiet misst Ecovadis zu zwei Zeitpunkten: nach fünf und nach zehn Jahren. Erreicht die Kelag die gesetzten Ziele nicht, erhöht sich in der darauf folgenden Zinsperiode der Zinssatz. Das soll einen Anreiz für nachhaltiges Wirtschaften setzen. Das Nachhaltigkeitsrating von Ecovadis bildet bereits die Basis für die Konsortialkreditlinie der Kelag im Umfang von 250 Millionen Euro.  

Der Anleihe liegt eine Verzinsung von 1,15 Prozent zugrunde, ihre Laufzeit beträgt 20 Jahre. Anders als bei Green Bonds unterliegen die Mittel keinem festen Zweck.

Konkret dienen die 120 Millionen Euro unter anderem dem Ankauf von Kleinkraftwerken in Frankreich und Portugal, den die Kelag zu Jahresbeginn mit dem deutschen Energiekonzern RWE vereinbarte. Insgesamt 19 Kleinwasserkraftwerken und 6 Windkraftanlagen sollen in diesem Zug zur Gänze beziehungsweise anteilig an die Kelag gehen. Aber auch in den Stromnetzbau sowie in ein Wasserkraftwerk in Italien soll ein Teil des eingenommenen Geldes fließen.

Berater Kelag und UniCredit Bank Austria
Müller Partner (Wien): Gernot Wilfling; Associates: Valentina Treichl, Stefanie Ringhofer (beide Rechtsanwaltsanwärterinnen; alle Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Für Müller-Partner Wilfling entstand das Mandat für die Anleiheemission über Kontakte zur Kelag-Rechtsabteilung. Die Emittentin und die UniCredit Bank Austria verständigten sich bei der Maßnahme darauf, sich gemeinsam von dem Team beraten zu lassen. Beim Kauf der französischen und portugiesischen Wasser- und Windkraftanlagen hatte der Energieversorger Baker & McKenzie Diwok Hermann Petsche mandatiert.

Bei der Kelag war der Leiter Corporate Finance und Insurance, David Kessler, für die Anleihe zuständig. Bei der UniCredit Bank Austria betreuten Gottfried Ransmayr als Head of Capital Markets in Wien sowie Maximilian Hagendorff und Malte Kolb aus dem Corporate & Investmentbanking in München die Platzierung. (Raphael Arnold)

  • Teilen