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29.10.2007

Streit um Frankfurter Großmarkthalle

Die Auseinandersetzung zwischen zwei Erben des Architekten der Frankfurter Großmarkthalle und der Europäischen Zentralbank (EZB) soll auf europäischer Ebene entschieden werden. Das Landgericht Frankfurt beschloss Ende August, das Verfahren auszusetzen und dem EuGH in Luxemburg vorzulegen. Grund dafür ist, dass für Rechtsstreite der Bank grundsätzlich das europäische Gericht und nicht die nationale Gerichtsbarkeit zuständig sei. Darüber soll der EuGH nun selbst entscheiden. Der Streit geht um Urheberrechte der Erben.

Der 1957 verstorbene Architekt und Stadtbaudirektor Prof. Dr. Martin Elsässer hatte die Großmarkthalle seinerzeit entworfen. Die EZB will den Bau in ihren rund eine halbe Milliarde schweren Neubau integrieren und baulich verändern. Dem stellen sich die Tochter und die Schwiegertochter von Elsässer entgegen. Die Bauplanung wird trotz des Streits weitergehen. (Astrid Jatzkowski)

Vertreter Erben
Zenk (Hamburg): Alexander Baden

Vertreter EZB
Kapellmann und Partner (Mönchengladbach): Prof. Dr. Klaus Kapellmann; Associate: Dr. Heiko Fuchs

Die juristische Projektbegleitung des EZB-Neubaus lag zunächst bei White & Case. 2005 war das Mandat, soweit bekannt, im Wege eines Pitches vergeben worden. Vergangenes Jahr dann schrieb die Bank allerdings die Rechtsberatung europaweit aus und erteilte Kapellmann schließlich im Frühjahr dieses Jahres den Zuschlag für die Beratung im privaten Baurecht. Das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren liegt Informationen aus dem Markt zufolge in den Händen von FPS Fritze Paul Seelig. White & Case ist an dem Projekt nicht länger beteiligt. Der Hamburger Architektenrechtler Baden hatte auch bereits das Architekturbüro gmp in der Aufsehen erregenden urheberrechtlichen Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn um den Lehrter Bahnhof vertreten (JUVE 02/07).

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