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28.03.2012

Abhörskandal: Redeker erzielt Erfolg für ehemaligen HSH-Chefjustiziar

Dr. Wolfgang Gößmann kann in seinem Verfahren gegen den ‚Spiegel‘ und Axel Springer einen Erfolg verbuchen. Vor dem Landgericht Hamburg haben die ‚Spiegel‘-Redakteure Gunther Latsch und Jörg Schmitt eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abgegeben.

Gernot Lehr

Gernot Lehr

Damit ist es ihnen und dem Spiegel-Verlag wie auch Axel Springer zukünftig untersagt, den Verdacht zu erwecken, der ehemalige Chefjustiziar der HSH-Nordbank sei in Abhörmaßnahmen gegen das frühere HSH-Vorstandsmitglied Frank Roth verwickelt. Zudem verpflichtete sich der ‚Spiegel‘, nicht mehr zu behaupten, Gößmann sei daran beteiligt gewesen, Roth und drei weitere Vorstandsmitglieder zu überführen, interne Informationen an die Presse verraten zu haben (LG Hamburg, 324 O 628/10).

Über einen Richtigstellungsantrag Gößmanns wird das Landgericht Hamburg darüber hinaus am 20. April entscheiden. Gewinnt Gößmann auch dort, belaufen sich die Gerichtskosten, die der ‚Spiegel‘ und seine Redakteure übernehmen müssen, auf insgesamt rund 15.000 Euro.

Am 23. August 2010 hatte die Zeitschrift berichtet, Gößmann sei daran beteiligt gewesen, das Büro von Roth abzuhören (mehr…), eine Woche später berichtete auch die ‚Bild‘-Zeitung darüber. Die HSH Nordbank hatte Gößmann im Zuge der Affäre um die Überwachungsaktionen zunächst freigestellt (mehr…). Einige Monate später entließ sie Gößmann per nicht begründeter und ordentlicher Kündigung (mehr…). Die darauf folgende Kündigungsschutzklage des ehemaligen Chefjustiziars hatte das Landgericht Hamburg Ende 2011 abgewiesen (mehr…).

Vertreter Gößmann
Redeker Sellner Dahs (Bonn): Gernot Lehr, Tobias Würkert, Dr. Christian Mensching

Vertreter Spiegel/Axel Springer
Schultz-Süchting (Hamburg): Dr. Rolf Schultz-Süchting – aus dem Markt bekannt

Landgericht Hamburg, Zivilkammer 24
Dr. Asmus Maatsch (Richter)

Hintergrund: Wolfgang Gößmann vertraut presserechtlich seit Anbeginn der Vorwürfe auf Lehr. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang gegen Gößmann begannen nach der – später widerrufenen – Aussage eines Zeugen. Rolf Schultz-Süchting betreut den Spiegel sowie Axel Springer schon seit einigen Jahren presserechtlich. (Eva Flick)

 

 

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