HB Austria electronic gilt als Marktführer beim Vertrieb von Unterhaltungselektronik und belieferte dort nach eigenen Angaben rund 2.000 Händler. Zudem vertreibt die Firma Haushaltselektronik.
Betroffen sind rund 60 Mitarbeiter und knapp 150 Gläubiger inklusive der Arbeitnehmer. Die Fortführung des Unternehmens wird angestrebt, Restrukturierungsmaßnahmen wurden offenbar bereits vorbereitet. Die erste Gläubigerversammlung wird am 17. September stattfinden.
Das Unternehmen hatte rund 19 Millionen Euro an Passiva angesammelt, dem standen jedoch nur Aktiva in Höhe von etwa fünf Millionen Euro gegenüber. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten. Hintergrund der Insolvenz soll sein, dass Samsung – der wichtigste Kunde von HB – seinen Vertrieb selbst übernommen hat, zudem hatte mit Toshiba ein weiterer wichtiger Kunde beschlossen, Produktion und Vertrieb für Unterhaltungselektronik in Europa einzustellen. Andere Kunden hatten ebenfalls die Verträge aufgekündigt oder planten dies.
Das Unternehmen gehört zu 51 Prozent Geschäftsführer Christian Blumberger und zu 49 Prozent der FRAPAG Beteiligungsholding von Michael Kaufmann, Ewald Nageler und Johann Steinbrecher.
Insolvenzverwalter HB Austria
Freimüller Obereder Pilz (Wien): Dr. Georg Freimüller
Schuldnervertreter HB Austria
Graf & Pitkowitz (Graz): Stefan Weileder
Hintergrund: Georg Freimüller gehört zu den bekannten Insolvenzverwaltern Wiens und wird seit vielen Jahren in Großinsolvenzen bestellt: So war das Team beispielsweise als Sonderverwalter bei der Alpine Bau-Pleite zu sehen. Im April 2014 hatte jedoch der bekannte Verwalter Dr. Erwin Senoner die Kanzlei verlassen und sich selbstständig gemacht.
Graf & Pitkowitz zählt HB Austria seit längerem zu ihren Mandanten, bislang war vor allem Dr. Ferdinand Graf für das Unternehmen tätig. Nun übernahm jedoch der Sanierungsexperte Stefan Weileder als Schuldnervertreter das Zepter.