Neugründung in Wien

Ehemalige Fiebinger Polak-Anwälte machen sich selbstständig

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  • JUVE

Herber Schlag für Fiebinger Polak Leon & Partner (FPLP): Der Energieexperte Dr. Thomas Starlinger (54) und der Kartellrechtsspezialist Christian Mayer (35) gehen zum März mit einer eigenen Kanzlei an den Start. Beide arbeiteten bislang als Substituten bei FPLP. Zum Gründungsteam von Starlinger Mayer gehören außerdem die Anwälte Dr. Valentina Spatz (39) und Moritz Am Ende (37).

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Christian Mayer, Valentina Spatz, Thomas Starlinger, Moritz Am Ende (v.l.)
Christian Mayer, Valentina Spatz, Thomas Starlinger, Moritz Am Ende (v.l.)

Schwerpunkte der neuen Einheit liegen im Energie- sowie Kartell- und Wettbewerbsrecht. Starlinger gilt als einer der erfahrenen Anwälte Österreichs im Bereich Energierecht. Nach einer Karriere als Unternehmensjurist, unter anderem als Leiter der Rechtsabteilung von OMV Gas sowie Alleinvorstand der AGGM Austrian Gas Grid Management, leitete er seit 2007 den Bereich Energierecht bei Fiebinger Polak Leon & Partner. Die Kanzlei trat bisher regelmäßig bei großen Transaktionen in dieser Branche auf.

Der auf Kartell- und Wettbewerbsrecht spezialisierte Christian Mayer war erst 2013 von Dorda Brugger Jordis zu FPLP gestoßen, um dort eine kartellrechtliche Praxis aufzubauen.

„Wir sind überzeugt, dass ein kleines, engagiertes Team am besten auf die individuellen Bedürfnisse unserer Mandanten eingehen kann“, sagte Starlinger. „Mit unserem Mix aus anwaltlicher, unternehmerischer und judizieller Erfahrung und einer dezidiert europäischen Perspektive wollen wir unsere angestammten Klienten weiterhin bestmöglich begleiten und neue Mandanten von unserer Expertise überzeugen“, so Mayer, der unter anderem einige Zeit als Assistent am Institut für Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht der Universität St. Gallen gearbeitet hat.

Über viel Erfahrung in europarechtlichen Fragen verfügt zudem der deutsche und in Wien als niedergelassener europäischer Rechtsanwalt eingetragene Moritz Am Ende. Er leitete vor seiner Zulassung mehrere Jahre das Kabinett des Präsidenten am EFTA-Gerichtshof in Luxemburg. Er wird nun mit einem Fokus auf Wettbewerbs- und Beihilferecht tätig sein.

Valentina Spatz war zuletzt als Anwältin selbständig und Geschäftsführerin von Spatz Immobilien. Sie wird die Bereiche Immobilien- und Baurecht, Private Clients sowie Prozessführung betreuen.

Veränderungen bei FPLP angekündigt
Mit den Abgängen von Starlinger und Mayer verliert FPLP weite Teile ihrer Energie- und Kartellrechtspraxen. Gleichwohl bleibt hier mit Dr. Peter Polak ein anerkannter Namenspartner tätig.

Die Kanzlei musste in jüngerer Vergangenheit immer wieder Abgänge erfahrener Anwälte hinnehmen, die sich in eigenen Einheiten selbstständig machten, wie etwa der IP-Rechtler Constantin Kletzer (Geistwert) sowie die Corporate-Anwälte Dr. Robin Lumsden und Dr. Wolfgang Sieh (beide Lumsden and Partners). Dementsprechend thematisieren Marktteilnehmer immer wieder die strukturelle Aufstellung der Kanzlei. Allerdings blieb FPLP in ihrem Kerngeschäft, der Beratung von großvolumigen, häufig grenzüberschreitenden Deals und Restrukturierungen, nahezu unverändert präsent. Dennoch kündigte Polak im Gespräch mit JUVE an: „Die Kanzlei ist dabei, sich für die nächste Generation zu organisieren.“ (Geertje de Sousa)

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