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Juve Top 20

Schönherr

Eine der besten Kanzleien des Landes“, „herausragende Partner“ – so beschreiben Konzipienten anderer Kanzleien Schönherr. Für deren eigene Konzipienten steht hingegen im Vordergrund, dass die Arbeitsbelastung zuletzt deutlich stieg.

Man müsse wissen, worauf man sich einlässt, schreibt einer in der JUVE-Umfrage: „Arbeit an Wochen­enden, Feiertagen oder im Urlaub wird vorausgesetzt. Dafür kann man an den interessantesten Causen in Österreich mitarbeiten und von den Besten der Besten lernen.“
Insgesamt hängt bei Schönherr vieles von den Partnern ab. Als Mentoren begleiten diese eng den Karriere­pfad ihrer Konzipienten, was zu recht unterschiedlichen Bewertungen des Betriebsklimas und Vorgesetztenverhaltens führt. Auch, was das mobile Arbeiten angeht, setzt die Kanzlei nicht auf individuelle Lösungen. In manchen Praxen ist es kein Problem, von zu Hause aus zu arbeiten. Andere bestehen auf Präsenzkultur.

Virtuelles Lernen. Insgesamt zeigen sich die befragten Anwärter weniger zufrieden als die Konzipienten anderer Einheiten. So kommt etwa die Vorbereitung auf die Rechtsanwaltsprüfung vergleichsweise schlecht weg. Zudem kritisieren mehrere, dass sie die vielfältigen Weiterbildungsangebote aus Zeitgründen nicht nutzen konnten. Auf beides hat die Kanzlei reagiert. Zum einen erhalten die Konzipienten Tipps, wie sie ihre Prüfungsvorbereitung am besten strukturieren können, zum anderen üben sie das Auftreten vor dem Prüfungsausschuss. Und um die Kurse besser zugänglich zu machen, setzt die Kanzlei stärker auf kurze virtuelle Trainings, die sich Konzipienten individuell zusammenstellen. Dass das neue Konzept fruchtet, zeigt sich in der JUVE-Umfrage. So lobt ein Teilnehmer die „eigene Online Academy mit Kursen für Soft Skills, Business Development, Englisch oder IT.“ Auch ehemalige Praktikanten zeigen sich zufrieden. Einer fühlte sich „schnell in Mandate eingebunden“ und lobt die „sehr gute Arbeitsatmosphäre und große fachliche Diversität“.
Besonders gut schneidet die Kanzlei hinsichtlich ihrer Internationalität ab. Kein Wunder, schließlich können die Juristen nicht nur in grenzüberschreitenden Mandaten mitarbeiten, sondern auch Secondments bei Partnerkanzleien in New York oder London machen.

Die Kanzlei auf einen Blick

Standort in Österreich: Wien, Linz
Umsatz in Österreich 2020/21: 76 Millionen Euro
Internationale Präsenz und Einbindung: Schönherr ist mit rund 330 Juristen an 15 Standorten in Zentral- und Osteuropa präsent. Konzipienten können in ­Absprache Erfahrung in Büros dort sammeln.

Juristen in Österreich: 142
Frauenanteil Juristen: 35 %
Neueinstellungen Konzipienten 2022: 20
Praktikumsplätze 2022: bis zu 17

Das JUVE-Urteil

Konzipientenausbildung
Konzipientenzufriedenheit
Gehalt
Work-Life-Balance
Internationalität

Renommee

Arbeitsrecht
Bank- und Finanzrecht
Kapitalmarktrecht
Gesellschaftsrecht/M&A
Immobilienwirtschaftsrecht
­Baurecht
Kartellrecht
Marken- und Wettbewerbsrecht
Patentrecht
Prozesse
Schiedsverfahren
Sanierungs- und ­Restruk­turierungsberatung
Umwelt- und Planungsrecht
­Vergaberecht

Vergütung*

Die Kanzlei hat die Gehälter für Konzipienten 2021 erhöht. Das Einstiegsgehalt beginnt nun bei 3.200. Euro. Die meisten steigen jedoch aufgrund ihrer Zusatzqualifikationen höher ein, Anpassungen erfolgen jährlich. Hinzu kommt ab dem dritten Berufsjahr ein leistungsabhängiger Bonus sowie projektbezogene Sonderzahlungen.
Position Monatlich (in Euro)
Praktikanten mindestens 1.588 Euro
Juristische Mitarbeiter abhängig vom ­Studienfortschritt
Konzipienten 1. Berufsjahr (Monatsbezug, 14 Zahlungen im Jahr) 3.200 bis 3.500 Euro
Konzipienten 2. Berufsjahr (Monatsbezug, 14 Zahlungen im Jahr) 3.500 bis 3.800 Euro
Konzipienten nach der großen Legitimationsurkunde (Monatsbezug, 14 Zahlungen im Jahr) 4.000 bis 4.800 Euro
Konzipienten nach der Rechtsanwaltsprüfung bis zur ­Eintragung (Monatsbezug, 14 Zahlungen im Jahr) 4.800 bis 5.400 Euro
* Kanzleiangaben; monatliches Bruttogehalt exklusive Kammerbeitrag und Mittel für die Versorgungseinrichtungen. Beides übernimmt die Kanzlei nicht.

Lob und Kritik von den eigenen Konzipienten

„Tolles Team, gutes Gehalt, spannendes Rechtsgebiet, super Büro und Lage“
„Sehr freundliches Betriebsklima; gutes Karrieresprungbrett“
„Lernkurve und Verantwortung stimmen; auch das Gehalt ist in Ordnung.“
„Das Umfeld, die Internationalität und das Know-how sind durch alle Praxisgruppen hindurch großartig.“
„Seit Beginn der Corona-Krise ist die Arbeitsbelastung schlicht unerträglich.“

Highlights Praktikum

  • Acht Plätze in einem vierwöchigen Sommerpraktikum zur teamübergreifenden ­Mitarbeit an einem Mandat
  • Einmonatiges Winterpraktikum in einem frei gewählten Rechtsgebiet

Highlights Ausbildung und Karriere

  • Laufendes Feedback der zuständigen Partner, auch zur Förderung der weiteren Karriere
  • Umfangreicher Mix aus E-Learning-Modulen und praxisgruppenbezogenem Präsenztraining
  • Secondments in ausländischen Partnerkanzleien möglich (u.a. New York, London)

Karriere und Partnerschaft

Nach drei bis fünf Jahren als Rechtsanwalt besteht bei Schönherr die Möglichkeit Contract-Partner zu werden. Erste Gespräche, wie die Partnerchancen stehen, gibt es jedoch schon früher. Nach weiteren drei bis fünf Jahren kann die Aufnahme in die Equity-Partnerschaft erfolgen. Ein alternativer Karriereweg ist es, dauerhaft als Counsel zu arbeiten. Auch diese Position ermöglicht es, später Partner zu werden. Die Kanzlei ernennt regelmäßig Gesellschafter, zuletzt waren es insgesamt vier, drei davon aus den eigenen Reihen. In den vergangenen drei Jahren kam jedes Jahr auch eine Frau zum Zug, sodass ihr Anteil in der Equity-Partnerschaft mittlerweile auf immerhin 11,5 Prozent anstieg.