BayernLB

Münchner Staatsanwaltschaft klagt Altvorstände an

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat gegen acht Altvorstände der BayernLB Anklage erhoben. Presseberichten zufolge kommen die Ermittler zu dem Ergebnis, dass die ehemaligen Verantwortlichen der BayernLB im Zuge des Kaufs der österreichischen HGAA im Jahr 2007 einen Schaden von mehr als 600 Millionen Euro zugefügt haben. Im Raum stehen unter anderem Untreuevorwürfe.

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Klaus Volk
Klaus Volk

Die Staatsanwaltschaft wirft Michael Kemmer, derzeit Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Werner Schmidt, ehemaliger Vorstandsvorsitzender, Rudolf Hanisch und Theodor Harnischmacher vor, einer Forderung des damaligen Kärntener Landeshauptmanns Jörg Haider nachgegeben zu haben. Er soll für seine Unterstützung der Transaktionen eine Zahlung für das Fußballstadion in Klagenfurt verlangt und auch erhalten haben. Die anderen ehemaligen Vorstände müssen sich nur wegen Untreue verantworten.

Die Erkenntnisse der Anklage dürften auch für die schwebenden Schadensersatzprozesse relevant sein.

Die 6. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München wird jetzt entscheiden, ob und in welcher Form sie das Verfahren eröffnet.

Vertreter Werner Schmidt
Prof. Dr. Klaus Volk (München)
Dr. Dörr & Partner (Frankfurt): Dr. Felix Dörr

Vertreter Gerhard Gribkowsky
Graf von Westphalen (München): Dr. Reinhard Höß

Vertreter Michael Kemmer
Wannemacher & Partner (München): Dr. Leonard Walischewski

Vertreter Rudolf Hanisch
Prof. Dr. Müller & Kollegen (München): Prof. Dr. Eckhart Müller

Vertreter Theodor Harnischmacher
Prof. Dr. Werner Beulke (Passau)

Vertreter Ralph Schmidt
Lohberger & Leipold (München): Dr. Stephan Beukelmann

Vertreter Stefan Ropers
Witting Contzen Degenhard (München): Peter Witting

Dieter Burgmer
Wannemacher & Partner (München): Uwe Lehmbruck

Staatsanwaltschaft München I
Clemens Turkowski (als Gruppenleiter), Katja Poeck, Christoph Adacker

Hintergrund: Alle Verteidiger sind aus dem Markt bekannt. Gribkowsky lässt sich auch zivilrechtlich von Graf von Westphalen vertreten (mehr…, mehr…). Wie bei Münchner Großverfahren schon fast üblich, treten fast nur lokale, aber durchaus anerkannte Verteidiger an. Volk und Dörr bilden bei Bedarf regelmäßig ein Gespann. Beulke war bis März diesen Jahres Ordinarius an der Universität Passau und ist nach seinem Eintritt in den Ruhestand weiterhin als Gutachter und Verteidiger tätig.

Die BayernLB lässt sich seit Beginn der Ermittlungen von Roxin-Namenspartner Dr. Imme Roxin vertreten.

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