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Taxi und Busse a.D.

Diesen Monat richten wir das Augenmerk der Insolvenznachrichten unter anderem auf das Fuhrgewerbe. Natürlich ist es purer Zufall, wenn zeitgleich zwei regional bedeutsame Betriebe in die Klemme geraten. Andererseits zeigt es einmal mehr, wo die Arbeitsplätze in Deutschland derzeit wirklich in Gefahr geraten und wegfallen: Nämlich vor allem im personalintensiveren, klassischen Mittelstand und nicht in den Hightech- und Biotechnologiebetrieben. Letztere sind sicherlich attraktiver und bieten Raum für Spekulationen - wie etwa der Beitrag des ,Spiegel' vom 9. August zeigt, der sich mit den "dubiosen Umständen" der Ubernahme des insolventen bayrischen Unternehmens Munich Biotech (Verwalter: Dr. Joseph Füchsl) befasst. Hier sind laut dem Nachrichtenmagazin "60 hoch qualifizierte Arbeitnehmer" betroffen. Die Probleme für Taxi- und Busfahrer, eine neue Arbeit zu finden, sind allerdings bestimmt nicht kleiner als für Biochemiker.++++ So sind immerhin insgesamt 400 Arbeitsplätze durch die Schwierigkeiten der beiden Taxiunternehmen Top 40 Handels GmbH und Elan Handels GmbH gefährdet. Die Betriebe mit 106 Fahrzeugen im Raum München existieren bereits seit den 1970er Jahren und mussten bei Amtsgericht in der bayrischen Landeshauptstadt Anfang August Insolvenzantrag stellen. Dem vorausgegangen waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die zu erheblichen Steuernachforderungen führten, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Bruno Kübler mit. Der bundesweit tätige Seniorpartner der Sozetät Kübler indes ist in München nicht von akuter Arbeitslosigkeit bedroht. Nachdem er erst seit 2003 regelmäßig an der Isar bestellt wird, ist er in der kurzen Zeit (auch hier) zu einem der meist beschäftigten Verwalter geworden. Lässt man allein die Zahlen sprechen, ist Kübler mit zehn eröffneten Verfahren bis Ende Juli direkt auf dem Rang hinter drei Insolvenzverwaltern zu finden, die es bis zu dem Zeitpunkt je auf ein Verfahren mehr brachten. ++++

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++++ Bei weitem noch nicht so bekannt wie Kübler oder Mannheimer Traditionskanzleien wie Depré Rechtsanwälte ist die kurpfälzische Sozietät FEB Rechtsanwälte. Jedoch wird sie von Marktbeobachtern als sehr viel versprechend eingeschätzt. Vor zehn Jahren in Mannheim eröffnet, zählt die 20-köpfige Wirtschaftskanzlei mit den beiden Schwerpunkten Steuer- und Gesellschaftsrecht bzw. Insolvenzrecht mittlerweile drei regelmäßig bestellte Verwalter. Der bekannteste von ihnen, Markus Ernestus, wurde Anfang August vom Amtsgericht Darmstadt als vorläufiger Insolvenzverwalter beim Reisebusunternehmen Fröhlich-Reisen KG eingesetzt. Die Firma aus der Stadt Lorsch hat einen großen Fuhrpark mit Fernreisebussen, bestreitet den Linienbusverkehr für die US-Streitkräfte im Raum Mannheim-Darmstadt und betreibt acht Reisebüros. Sie beschäftigt je nach Saison zwischen 80 und 130 Arbeitnehmer. Einer der Hauptumsatzgrößen ist der Spanienverkehr – und hier liegt auch ein Problem. Denn laut Insolvenzverwaltung hat das seit Jahren anhaltende Wachstum von Billigfluglinien unter anderem dazu geführt, das die Buchungszahlen für Busreisen auf die iberische Halbinsel um mehr als 20 Prozent zurückgegangen sind. Zudem habe die Übernahme von zwei Busunternehmen in Karlsruhe und Neustadt/Weinstraße erhebliche Verluste produziert. ++++

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