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09.03.2011

Dress-for-less wird spanisch: Privalia übernimmt mit Hilfe von Ashurst Online-Outlet

Das deutsche Internet-Outlet Dress-for-less hat einen neuen Eigentümer: Der spanische Online-Shoppingclub Privalia hat das Unternehmen von dem Private-Equity-Investor Palamon Capital übernommen. Marktbeobachter schätzen den Kaufpreis auf 150 bis 200 Millionen Euro.

Nikolaus von Jacobs
Nikolaus von Jacobs

Privalia finanzierte die Transaktion zum einen, indem das Unternehmen einen Kredit aufnahm. Finanzierende Banken sind die DZ Bank und NIBC. Zudem sammelte es von Privatinvestoren 88 Millionen Euro an Frischkapital ein. Zu den Geldgebern zählten General Atlantic, Highland Capital, Index Ventures und Insight Ventures. Zum anderen erhielten die Minderheitseigner von Dress-for-less, Mirco Schultis und Holger Hengstler, Anteile an Privalia.

Schultis und Hengstler hatten den Online-Modeshop 1999 in Kelsterbach bei Frankfurt gegründet. Mittlerweile ist das erfolgreiche Start-up in 50 Ländern aktiv und zählt rund 500.000 Kunden. 2009 erwirtschaftete Dress-for-less einen Jahresüberschuss von rund 3,2 Millionen Euro, 2008 lag das Ergebnis bei 960.000 Euro. Vor rund drei Jahren hatte Palamon Dress-for-less gekauft.

Privalia hat seinen Hauptsitz in Barcelona und ging erst 2006 an den Start. Der Kauf von Dress-for-less beschert dem Modeclub den Markteintritt in Deutschland. Bislang vertrieb er seine Bekleidung nur in Spanien, Italien, Brasilien und Mexiko. 2010 erlöste Privalia einen Umsatz von 168,4 Millionen Euro. (Parissa Kerkhoff)

Berater Privalia
Ashurst
(München): Dr. Nikolaus von Jacobs (Federführung), Dr. Meiko Zeppenfeld (beide Corporate), Dr. Bernd Egbers (Finanzierung), Dr. Klaus Herkenroth (Steuern; Frankfurt), Julian Ellison (Wettbewerbsrecht; Brüssel), Jesús Almoguera (Corporate; Wettbewerbsrecht), Eduardo Gracia (Steuern; beide Madrid), Marcus Nothhelfer (IP/IT; Commercial), Philipp Beckers (Litigation), Gil Even-Shoshan (Wettbewerbsrecht); Associates: Dr. Germar Enders, Sonja Ruttmann, Jutta Wiedemann (alle Corporate), Richard Schulze-Muth, Simon Stadtmann, Christiane Wilhelm (alle Finanzierung), Frank Baumann (IP/IT; Commercial), Nina Siewert, Dr. Malte Strüber (beide Steuern), Michael Mehler (Immobilienrecht), Katrin Lübcke (Arbeitsrecht; alle drei Frankfurt), Anna Duron, Edward McNeill, Thomas Wiese (alle Wettbewerbsrecht; alle Brüssel), Rafael Baena (EU-, Wettbewerbsrecht), Javier Hernández Galante, Ricardo García-Borregón (beide Steuern), Margarita Fernández, Marta Soto-Yárritu (beide Corporate; alle Madrid)
Garrigues
(Barcelona): Alex Pujol Pamies; Associates: Marta Basora, Andrea Viale
Inhouse
(Privalia; Barcelona): Sonia Samper – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Highland Capital; Boston): Pat Cammarata (General Counsel)

Berater Palamon Capital
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Dr. Stefan Jörgens, Mario Schmidt (beide Private Equity), Rolf Hünermann (Regulierung, Commercial), Patrick Meiisel (Steuern), Dr. Christian Rolf (Arbeitsrecht), Jan Wilms (Finanzierung); Associates: Ingo Bednarz, Dr. Stephanie Schmidt-Ehemann, Dr. Octávio de Sousa, Dr. Matthias Werner, Dr. Markus Käpplinger (alle Private Equity), Tobias Daubert (Finanzierung), Tobias Dietrich (Regulierung, Corporate), Jochen Riechwald (Arbeitsrecht)

Berater Management Dress-for-less
Greenfort (Frankfurt): Dr. Daniel Röder, Andreas von Oppen; Associate: Dr. Phillipe Rollin (alle Private Equity)

Berater Banken
Clifford Chance (Frankfurt): Alexandra Hagelüken; Associate: Rafael Lamlé – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Mit der Kanzleiwahl setzten Palamon und das Dress-for-less-Management auf bewährte Berater. Das Greenfort-Team war bereits beim Verkauf von Dress-for-less an Palamon für das Management tätig. Willkie half auch damals schon Palamon unter der Federführung von Partner Jörgens (mehr…).

Clifford Chance-Partnerin Hagelüken hatte seinerzeit gemeinsam mit Willkie Palamon beraten. Nun findet sie sich laut Marktinformationen aufseiten der finanzierenden Banken DZ und NIBC wieder. Beide Banken zählen zu regelmäßigen Mandantinnen von Clifford.

Somit wechselten Clifford und Ashurst ihre Rollen. Ashurst hatte bei der Veräußerung von Dress-for-less an Palamon die finanzierende DZ Bank beraten. Beim aktuellen Verkauf an Privalia hatte Ashurst eine zweite Mandantenverbindung. Privalias Investor General Atlantic ist langjähriger Klient des Madrider und der deutschen Büros.

Die spanische Großkanzlei Garrigues pflegt ebenfalls eine langjährige Mandantenbeziehung zu Privalia. Bei Finanzierungsmaßnahmen steht die Sozietät Privalia und ihren Teilhabern regelmäßig zur Seite. Partner Pujol ist zudem Sekretär des Aufsichtsrats von Privalia.