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08.03.2017

Deutsche Bucht: Northland kauft Offshorewindpark mit Hogan Lovells

Das kanadische Energieunternehmen Northland Power hat das Offshorewindparkprojekt Deutsche Bucht von der Investmentgesellschaft Highland/Laidlaw Capital gekauft. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 1,3 Milliarden Euro. Northland investiert nun 400 Millionen Euro aus Eigenkapital, die verbleibenden 900 Millionen Euro werden in Form von Fremdkapital beigeschossen.

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Matthias Hirschmann

Der Offshorewindpark Deutsche Bucht liegt rund 95 Kilometer nordwestlich vor Borkum. Die durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erteilte Baugenehmigung stammt von 2010. Zwei Jahre später erwarb die von Laidlaw Capital gemanagte Highland Group das Projekt vom mittlerweile insolventen Betreiber Windreich. Von Hamburg aus entwickelte Highland das Projekt weiter.

Die Fremdkapitalfinanzierung befindet sich gerade in der Entwicklung und soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt Highland noch aktiv, bevor dann die Bauarbeiten beginnen und Northland Power die weitere Projektentwicklung übernimmt.

Im zweiten Halbjahr 2019 sollen die geplanten Windturbinen ans Netz gehen und rund 1.000 Gigawattstunden Strom pro Jahr ins Netz einspeisen. Dabei profitiert das Projekt von der garantierten, jedoch 2020 auslaufenden EEG-Einspeisevergütung.

Berater Northland Power
Hogan Lovells (Hamburg): Matthias Hirschmann (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Christian Knütel (Energiewirtschaftsrecht/Projektverträge), Michael Dettmeier (Steuerrecht; Düsseldorf), Heiko Tschauner (Restrukturierung; München); Associates: Tobias Flasbarth, Dr. Ylva Lorenzen (beide Energiewirtschaftsrecht/Projektverträge), Dr. Kristina Rebmann, Dr. Alexander Koch (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Carla Luh, David Gherdane (beide Infrastruktur), Vincent Stier (Kartellrecht) 
Warth & Klein Grant Thornton (Hamburg): Dr. Marion Frotscher, Lukas Vienenkötter (beide Federführung; beide Steuerrecht)
Inhouse Recht
(Toronto): Michael Shadbolt (General Counsel/Vice President)

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Holger Kraft

Berater Highland/Laidlaw Capital
CMS Hasche Sigle (Hamburg): Dr. Holger Kraft (Energiewirtschaftsrecht), Dr. Christian von Lenthe (beide Federführung; Gesellschaftsrecht), Dr. Fritz von Hammerstein (Öffentliches Recht), Dr. Tim Reher (IP), Dr. Heino Büsching (Steuerrecht); Associates: Dr. Carolin Armbruster, Charlotte von der Heydt-von Kalckreuth (beide Gesellschaftsrecht), Matthias Sethmann, Dr. Tim Stalberg, Jonas Heimbach, Heinrich Maywald, Kai Ostermann (alle Energiewirtschaftsrecht), Nadine Lichtblau (Öffentliches Recht), Dr. Olaf Thießen, Dr. Isabell Holly (beide Steuerrecht), Christof Soltau, Stefanie Hankiewicz (beide Wettbewerbsrecht), Dr. Julia Runge, Carl Werner (beide Kapitalmarktrecht)

Berater Bankenkonsortium
Watson Farley & Williams (Hamburg): Dr. Malte Jordan (Federführung), Stefan Hoffmann (beide Gesellschaftsrecht/Energiewirtschaftsrecht), Sven Fretthold (Kapitalmarktrecht), Dr. Christine Bader (Regulierung); Associates: Dr. Wolfram Böge, Carolin Woggon, Dr. Malte Koch, Thomas Rieck, Dr. Matthias Annweiler, Christian Schindler (alle Gesellschaftsrecht/Energiewirtschaftsrecht) Alexander Wojtek, Dr. Pascal Unger (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Eva-Maria Tieke (Regulierung)
EY (Hamburg): Florian Ropohl (Federführung; Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt

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Malte Jordan

Hintergrund: Hogan Lovells-Partner Hirschmann berät Northland bei ihrem wachsenden Engagement auf dem deutschen Offshore-Markt. Bei einem kürzlich beschlossenen Offshorewindparkprojekt hatte Northland eine mögliche Minderheitsbeteiligung wegen schwer zu kalkulierender Risiken noch ausgeschlagen. Der Windpark Deutsche Bucht ist nach Nordsee One ein zweiter, in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands liegender Offshorewindpark im Northland-Portfolio.

Beim Kauf des 85-prozentigen Anteils an dem Offshorewindpark Nordsee One 2014 hatte CMS das kanadische Unternehmen beraten, auf deren Empfehlung dann Hirschmann in das Mandat kam. Der Hogan Lovells-Partner und CMS-Partner Kraft kennen sich aus den Verhandlungen zur Umstrukturierung und Finanzierung der Projektgesellschaft, die mittlerweile das Ex-Windreich-Projekt Merkur offshore betreibt.

CMS ist häufig in Offshorewindpark-Transaktionen zu sehen. Das aktuelle Mandat umfasste neben der Restrukturierung des Projekts auch die Verhandlung der Projektverträge samt ihrer regulatorischen, gesellschafts- und steuerrechtlichen Schnittstellen.

Das Hamburger Steuerteam um Dr. Marion Frotscher von Warth & Klein Grant Thornton übernahm die Tax Due Diligence – unterstützt durch die Audit-Kollegen Tim Robinson und Martin Mutschmann, sowie Björn vom Hofe (Corporate Finance/Modelling). Zudem waren sie für die Entwicklung von Akquisitionsstrukturen, die Verfassung der Steuerklauseln im Kaufvertrag und das Review des Financial Models zuständig.

CMS steht dem Highland-Gesellschafter, dem schottischen Unternehmer Lord Irvine Laidlaw, schon länger zur Seite. Die Hamburger Partner Kraft und von Lenthe berieten Highland/Laidlaw Capital erstmals im Oktober 2012 beim Erwerb der British Wind Energy. Einen Monat später beim Kauf des Windparkprojekts Deutsche Bucht von Windreich und 2014 wiederum beim Erwerb des nebenan gelegenen Windparks Veja Mate wurden sie erneut mandatiert.

Im Markt für Offshorewindpark-Transaktionen ist es mittlerweile üblich, dass das Mandat für die Beratung der Fremdkapitalgeber vergeben wird, bevor die Banken feststehen. Der eigentlichen Bankenauswahl und -beratung geht eine Due-Diligence-Prüfung des Projekts durch die mandatierte Kanzlei voraus. Für die rechtliche Beratung des Bankenkonsortiums beauftragte die Projektgesellschaft Watson Farley. Die steuerliche Beratung ging hingegen an EY-Partner Ropohl, der als Steuerberater und Jurist das deutsche ‚Renewable Energy Tax Team‘ leitet.

Watson Farley wurde nun durch Highland mandatiert, auch hier kennen sich die Beteiligten aus früheren Projekten. Der Hamburger Partner Jordan arrangierte etwa die Finanzierung des Offshoreprojekts Veja Mate, das die Investmentgesellschaft 2014 von der BARD-Gruppe erwarb und weiterentwickelte. Wie bei vielen Offshoreprojekten half auch damals der Projektdienstleister Green Giraffe dabei, vor allem die Finanzierung zu koordinieren. Leitender Mitarbeiter bei Green Giraffe war damals Albert Jochems. Seit 2015 agiert Jochems als Investment-Manager für Highland/Laidlaw Capital und als CEO der British Wind Energy. Mit einem 25-köpfigen Team entwickelt er von Hamburg aus Offshoreprojekte und dürfte nicht zuletzt auch die Mandatierung Jordans mit zu verantworten haben. (Martin Ströder)