In seinem Beschluss sah das Landgericht Hannover tatsächlich eine „gravierende Pflichtenkollision“ bei Koerfer, die sich allerdings „mithilfe der Investorenvereinbarung handhaben“ lasse, so die Richter. Diese Abmachung begrenzt den Einfluss Schaefflers im Conti-Aufsichtsrat, unter anderem darf das Familienunternehmen aus Herzogenaurach nur eine bestimmte Zahl von Kandidaten in das Gremium entsenden.
Strenger will nun prüfen, ob er gegen den Beschluss Rechtsmittel einlegen wird, eine sofortige Beschwerde zum Oberlandesgericht Celle ist zulässig.
Zugleich wurde bekannt, dass die Gläubigerbanken der Schaeffler-Gruppe eine Brückenfinanzierung geben wollen, damit sie ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Die Finanzbrücke soll mindestens zehn Wochen gewährt werden, bis Schaeffler ein Sanierungskonzept ausgearbeitet hat. Auf Grundlage dieses Konzepts will dann der Bund entscheiden, ob er dem Unternehmen die politisch stark umstrittenen Bürgschaften gewähren will.
Größter Gläubiger von Schaeffler sind Commerzbank und Dresdner Bank mit insgesamt fünf Milliarden Euro Kreditvolumen. Ein Commerzbank-Inhouse-Team unter Führung von Dr. Armin Barthel ist hier tätig geworden, externe Berater hat das Geldhaus nicht eingeschaltet.
Allerdings lässt sich dem Vernehmen nach das Bankenkonsortium, dem neben Commerzbank/Dresdner Bank noch HypoVereinsbank, LBBW und UBS angehören, beraten. Marktinformationen zufolge handelt es sich um die Linklaters-Partner Marc Trinkaus und Stephan Oppenhoff aus Frankfurt sowie Stephen Lucas aus London. Auch bei der Finanzierung der Übernahme von Continental war ein Linklaters-Team um Trinkaus und Oppenhoff mandatiert.
Denkbar ist, dass bei den anstehenden weitergehenden Fragestellungen, etwa ob Schulden von Schaeffler in Eigenkapital umgewandelt werden, weitere Berater aus anderen Kanzleien hinzugezogen werden.