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15.04.2013

Prominenter Kopf: Langjähriger Freshfields-Chef Konstantin Mettenheimer wird Chairman bei Rothschild

Dr. Konstantin Mettenheimer (57), der lange Jahre an der Spitze von Freshfields Bruckhaus Deringer stand, wird deutscher Chairman der Gruppe Edmond de Rothschild und in dieser Funktion für alle Geschäfte der Privatbank hierzulande verantwortlich sein.

Von Frankfurt aus leitet Mettenheimer künftig operativ sowohl die Vermögensverwaltung als auch die Sparte für Privatkunden und die Beratungsaktivitäten der Gruppe. Der Wechsel findet voraussichtlich im Sommer statt. Sein Vorgänger, Dr. Rupert Hengster, der die Sparte Vermögensverwaltung seit dem Markteintritt in Deutschland vor gut zwei Jahren verantwortete, verlässt die Bank nach einer Übergangszeit. Was er künftig machen wird, ist bislang nicht bekannt.

Konstantin Mettenheimer

Mettenheimer arbeitete mehr als 25 Jahre lang für Freshfields und hatte viele Jahre verschiedene Führungsposten inne. Zwischen 2000 und 2004 war er geschäftsführender Partner für Deutschland, Österreich und Zentralosteuropa. 2004 wurde Mettenheimer dann zum weltweiten Senior Partner gewählt, zunächst gemeinsam mit dem Briten Anthony Salz, später dann mit Guy Morton. Mettenheimer führte die Top-Kanzlei dabei durch eine Zeit, die von einer starken Ausrichtung auf Profitabilitätssteigerungen und von massiven Einschnitten in die Partnerschaft geprägt war. Zugleich war er aber auch eine der Schlüsselfiguren für das interne internationale Zusammenwachsen der Sozietät, die 2000 aus der Fusion von Bruckhaus Westrick Heller Löber mit der Londoner Sozietät Freshfields hervorgegangen war.

2010 trat er für eine mögliche Wiederwahl nicht mehr an (mehr…) und arbeitete seither wieder als Anwalt – wie vor seiner Managementfunktion an der Schnittstelle zwischen Gesellschafts- und Steuerrecht. Mettenheimer berät Familienunternehmen und Family Offices in strukturellen Fragen und Vermögensangelegenheiten. Neben seiner Anwaltstätigkeit ist er auch als Steuerberater und Betriebswirt qualifiziert. Bei Rothschild wird er diese breite Erfahrung künftig gut gebrauchen können, denn er wird im Wesentlichen operativ als Banker tätig werden. Anwaltskollegen attestieren Mettenheimer schon seit Langem ein herausragendes wirtschaftliches Verständnis.

“Der bemerkenswerte Werdegang und die Erfahrung von Konstantin Mettenheimer werden für uns auf dem deutschen Markt von unschätzbarem Wert sein“, sagte Christophe de Backer, Vorstandsvorsitzender der Bank. “Nachdem wir im Assetmanagement bereits Fuß gefasst haben, möchten wir nun auch unsere Tätigkeiten im Privatkundengeschäft ausweiten. Die Besonderheit unserer Leistungen im Private Merchant Banking liegt in der engen Zusammenarbeit mit den Sparten Unternehmensfinanzierung und Private Equity, um Unternehmerfamilien und Family Offices maßgeschneiderte Lösungen zu bieten”, so de Backer weiter. 

Mettenheimer ist damit nach Anthony Salz, mit dem er bis 2005 gemeinsam an der Freshfields-Spitze stand, bereits der zweite ehemalige Top-Manager der Kanzlei, deren Dienste sich die Familiendynastie Rothschild sichert. Salz rückte 2006 als Vize-Chairman bei einem anderen Unternehmenszweig ein, dem weit älteren Bankhaus N M Rothschild & Sons.

Die Bankengruppe Edmond de Rothschild befindet sich seit ihrer Gründung 1953 in Familienhand, seit 1997 steht der Sohn des Gründers Baron Benjamin de Rothschild an der Spitze. Die Gruppe verwaltet ein Vermögen von mehr als 130 Milliarden Euro, beschäftigt 2.900 Mitarbeiter und unterhält weltweit 30 Niederlassungen. Neben der Vermögensverwaltung und dem Privatkundengeschäft ist die Bank in den Geschäftsfeldern Unternehmensberatung, Private Equity und Fondsverwaltung tätig.

In Deutschland konzentrierte sich Rothschild bislang auf das Geschäft mit der Vermögensverwaltung. Im Februar dieses Jahres waren dann Pläne der Gruppe bekannt geworden, eine Niederlassung in Frankfurt zu eröffnen und die Private-Banking-Aktivitäten von dort aus zu steuern. (René Bender)