Kanzleiumsätze 2012/13

Fünf Jahre nach der Lehman-Pleite hat sich die Branche der wirtschaftsberatenden Anwaltskanzleien offenbar nachhaltig erholt. Im dritten Jahr in Folge legten die 50 größten Kanzleien Deutschlands unterm Strich zu. Mittlerweile vereinen sie einen Umsatz von knapp 3,9 Milliarden Euro auf sich und beschäftigen mit rund 7.900 Berufsträgern mehr Anwälte als je zuvor.

Betrachten Sie die JUVE-TOP-50-Kanzleien nach verschiedenen Kennwerten.

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PERSONALKENNZAHLEN

Gruppiert nach der Ausrichtung ihres Geschäfts lassen sich die Top-50-Kanzleien in drei große Gruppen einteilen:

Branchen- und Industriekanzleien, das sind Kanzleien mit breiter Aufstellung und Schwerpunkt bei nationalen und internationalen Industriemandanten. Die 15 gruppierten Kanzleien erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr gemeinsam einen Umsatz von insgesamt 1,125 Milliarden Euro und beschäftigten 2.649 Anwälte.

Transaktions- und Finanzkanzleien, also Sozietäten, die einen starken Schwerpunkt bei Mandanten aus dem Bank- und Finanzwesen haben. Unter den Top 50 fallen 17 Kanzleien in diese Kategorie, sie erzielten 2012/13 mit 2.951 Anwälten gemeinsam einen Umsatz von 1,870 Milliarden Euro.

Mittelstandskanzleien, die vor allem mittelständische Mandanten und/oder der öffentlichen Hand beraten und breiter aufgestellt sind. Die 16 hier zusammengefassten Kanzleien erwirtschafteten 2012/13 mit 2.150 Berufsträgern einen Umsatz von 799 Millionen Euro.

Die Kanzleien Pluta und Schultze & Braun wurden keiner Gruppe zugeteilt, da sie mit ihrem Schwerpunkt bei der Insolvenzverwaltung ein anderes Geschäftsmodell haben. 

 

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Recherche-Quellen

Darstellung und Analyse von Umsatz-, Berufsträger- und anderen Kennzahlen von Kanzleien basieren auf zwei Recherchequellen der Redaktion:

1. Offizielle Mitteilungen der Kanzleien und Geschäftsberichte

2. Nicht offiziell zugängliche Zahlen, recherchiert bei allen verfügbaren, qualifizierten Marktkontakten inner- und außerhalb der Kanzleien.
JUVE macht keine Angaben dazu, welche der gelisteten Kanzleien vollständige Unterlagen zur Verfügung gestellt und welche Kanzleien sich nicht offiziell beteiligt haben.

Recherche-Umfang

Recherchiert wurden neben dem Netto-Umsatz auch die durchschnittlichen Partner- und Berufsträgerzahlen über das Geschäftsjahr. Alle Angaben beziehen sich nur auf die deutschen Büros der Kanzleien. Als Berufsträger gelten Rechtsanwälte, Patentanwälte und (rechtsberatungsnahe) Steuerberater, nicht dagegen Nur-Wirtschaftsprüfer und prüfungsnahe Steuerberater. Folgerichtig werden auch Umsätze von WP-Praxen und prüfungsnaher Steuerberatung nicht berücksichtigt.
Aus den ermittelten Daten errechnet sich der durchschnittliche Umsatz pro Equity-Partner (UEP) und pro Berufsträger (UBT). Der UBT erlaubt Rückschlüsse auf die Produktivität einer Kanzlei. Erklärende und ergänzende Informationen zu den sehr unterschiedlichen Strukturen und Geschäftsmodellen der Kanzleien finden sich in den Detailanalysen zu den einzelnen Sozietäten.
Die veröffentlichten Zahlen sind das Ergebnis sorgfältiger journalistischer Recherche der Redaktion. Sie sind aber kein objektiver Maßstab zur Bewertung der Leistung von Kanzleien. Die Liste der 50 umsatzstärksten Kanzleien im deutschen Markt ist zudem nicht abschließend. Möglicherweise erzielen auch hier nicht genannte Kanzleien Umsätze in vergleichbarer Größenordnung.

Umrechnung/Rundung

Eine Reihe der recherchierten Beträge entstammen den Finanzsystemen britischer und US-amerikanischer Kanzleien. Die Zahlen für den deutschen Markt wurden von den jeweiligen Quellen in der Regel in Euro mitgeteilt.
Soweit dies nicht der Fall war, wurde als Umrechnungswert der durchschnittliche Kurs des Geschäftsjahres zugrunde gelegt. Für den Zeitraum vom 01.05.12 bis 30.04.13 ergibt sich für das britische Pfund ein Umrechnungskurs von 1 £ = 1,2243 €. Für den Zeitraum vom 01.01.12 bis 31.12.12 ergibt sich für den amerikanischen Dollar ein Umrechnungskurs von 1 $ = 0,7781 €.
Alle Werte zu Umsatz, UEP und UBT sind auf die nächsten 1.000 Euro gerundet.
Die Angabe n.b. (nicht bekannt) bedeutet, dass Vergleichszahlen entweder nicht bekannt oder nicht aussagekräftig sind. Nicht aussagekräftige Werte wurden bei der Berechnung von Durchschnitten außer Betracht gelassen.