Kanzleiumsätze 2015/16

11.306 Anwälte erwirtschaften gemeinsam 5,59 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr 2015/16 war geprägt durch das Comeback der großen Private-Equity-Deals und Kapitalmarkttransaktionen, ein Trend, der sich nun weiter fortsetzte, wobei insbesondere die Zahl hochvolumiger M&A-Deals und öffentlicher Übernahmen weiter stieg.

Erstmals gelang es drei Kanzleien unter den Top JUVE 100, mit jedem ihrer Berufsträger rein rechnerisch mehr als eine Million Euro zu erwirtschaften. Der Durchschnitts-UBT liegt jedoch deutlich darunter, wenngleich er im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist: von 479.000 Euro je Anwalt auf rund 495.000 Euro.

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Gruppiert nach der Ausrichtung ihres Geschäfts lassen sich die Top-100-Kanzleien in vier Gruppen einteilen:

Branchen- und Industriekanzleien, das sind Sozietäten mit breiter Aufstellung und Schwerpunkt bei nationalen und internationalen Industriemandanten. Unter den Top 100 fallen 25 Kanzleien in diese Kategorie. Sie erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr gemeinsam einen Umsatz von 1,75 Milliarden Euro, jeder Anwalt setzte im Schnitt 456.000 Euro um.

Transaktions- und Finanzkanzleien sind 29 Sozietäten, die einen starken Schwerpunkt bei Mandanten aus dem Bank- und Finanzwesen haben. Sie erzielten 2015/16 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro und sind unbestritten die produktivsten Einheiten im Markt: Rund 715.000 Euro setzten sie im Schnitt pro Kopf um.

Mittelstandskanzleien, die vor allem mittelständische Mandanten und/oder die öffentliche Hand beraten und breiter aufgestellt sind. Die 42 hier zusammengefassten Kanzleien erwirtschafteten 2015/16 einen Umsatz von 1,58 Millionen Euro - rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Spezialisten sind Kanzleien, die einen besonderen Schwerpunkt bei der Insolvenzverwaltung, der IP-Litigation oder der Umsatzsteuerberatung und aufgrund dessen ein sehr spezielles Geschäftsmodell haben, das sie vom Rest des Marktes abhebt. Die vier Kanzleien dieser Kategorie erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr gemeinsam einen Umsatz von insgesamt 146,4 Mio. Euro.

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Recherche-Quellen

Darstellung und Analyse von Umsatz-, Berufsträger- und anderen Kennzahlen von Kanzleien basieren auf zwei Recherchequellen der Redaktion:

1. Offizielle Mitteilungen der Kanzleien und Geschäftsberichte

2. Nicht offiziell zugängliche Zahlen, recherchiert bei allen verfügbaren, qualifizierten Marktkontakten inner- und außerhalb der Kanzleien.
JUVE macht keine Angaben dazu, welche der gelisteten Kanzleien vollständige Unterlagen zur Verfügung gestellt und welche Kanzleien sich nicht offiziell beteiligt haben.

Recherche-Umfang

Recherchiert wurden neben dem Netto-Umsatz auch die durchschnittlichen Partner- und Berufsträgerzahlen über das Geschäftsjahr. Alle Angaben beziehen sich nur auf die deutschen Büros der Kanzleien. Als Berufsträger gelten Rechtsanwälte, Patentanwälte und (rechtsberatungsnahe) Steuerberater, nicht dagegen Nur-Wirtschaftsprüfer und prüfungsnahe Steuerberater. Folgerichtig werden auch Umsätze von WP-Praxen und prüfungsnaher Steuerberatung nicht berücksichtigt.
Aus den ermittelten Daten errechnet sich der durchschnittliche Umsatz pro Equity-Partner (UEP) und pro Berufsträger (UBT). Der UBT erlaubt Rückschlüsse auf die Produktivität einer Kanzlei.
Die veröffentlichten Zahlen sind das Ergebnis sorgfältiger journalistischer Recherche der Redaktion. Sie sind aber kein objektiver Maßstab zur Bewertung der Leistung von Kanzleien. Die Liste der 100 umsatzstärksten Kanzleien im deutschen Markt ist zudem nicht abschließend. Möglicherweise erzielen auch hier nicht genannte Kanzleien Umsätze in vergleichbarer Größenordnung.

Umrechnung/Rundung

Eine Reihe der recherchierten Beträge entstammen den Finanzsystemen britischer und US-amerikanischer Kanzleien. Die Zahlen für den deutschen Markt wurden von den jeweiligen Quellen in der Regel in Euro mitgeteilt.
Soweit dies nicht der Fall war, wurde als Umrechnungswert der durchschnittliche Kurs des Geschäftsjahres zugrunde gelegt. Für den Zeitraum vom 01.05.15 bis 30.04.16 ergibt sich für das britische Pfund ein Umrechnungskurs von 1 £ = 1,3556 €. Für den Zeitraum vom 01.01.15 bis 31.12.15 ergibt sich für den amerikanischen Dollar ein Umrechnungskurs von 1 $ = 0,9009 €.
Alle Werte zu Umsatz, UEP und UBT sind auf die nächsten 1.000 Euro gerundet.
Die Angabe n.b. (nicht bekannt) bedeutet, dass Vergleichszahlen entweder nicht bekannt oder nicht aussagekräftig sind. Nicht aussagekräftige Werte wurden bei der Berechnung von Durchschnitten außer Betracht gelassen.

Bei einigen Kanzleien, die zum ersten Mal oder erst seit 2015 in den TOP 100 sind, fehlen Vergleichswerte zum Vorjahr.