Chinesischer Investor

Graf von Westphalen berät REFD bei Markteintritt

Der Hongkonger Investor REFD hat das Bochumer Unternehmen EKOF Mining & Water Solution gekauft. Verkäuferin war die KHD Humboldt Wedag International, ein Maschinen- und Anlagenbauer. Für REFD, dem Investitionsvehikel einer chinesischen Familie, ist es die erste Transaktion in Deutschland.

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Marco Zessel
Marco Zessel

Das 1921 gegründete mittelständische Chemieunternehmen EKOF ist auf die Bereiche Wasserbehandlung und Flotation spezialisiert. Bei Letzterem handelt es sich um ein Verfahren zur Filterung von Mineralien und anderen Rohstoffen aus einer feinkörnigen Masse durch Schaumschwimmaufbereitung. 

Der Verkäufer KHD Humboldt Wedag ist ebenfalls mehrheitlich in chinesischer Hand. 2013 stieg der Staatskonzern Aviation Industry of China (Avic) zunächst mit einer Beteiligung von 19 Prozent bei dem Maschinen- und Anlagenbauer aus Köln ein. Mittlerweile hält der Konzern einen Anteil von rund 80 Prozent. Die Chinesen haben bereits mehrmals in Deutschland investiert. Allein im Jahr 2014 übernahm Avic mit Koki, Kokinetics und Hilite International drei deutsche Automobilzulieferer.

Berater REFD Investment
Graf von Westphalen (Frankfurt): Dr. Marco Zessel (Corporate/M&A; Federführung), Christian Kusulis (IP), Dr. Frank Tschesche (Steuerrecht), Karsten Kujath (Arbeitsrecht); Associate: Ming Yi (Corporate/M&A)

Berater KHD Humboldt Wedag
Inhouse Recht (Köln): Philipp Ringberg (General Counsel)

Hintergrund: Graf von Westphalen-Partner Zessel begleitete innerhalb weniger Monate zwei chinesische Investoren bei ihrem Markteintritt. Bereits im April hatten Zessel und sein Team die chinesische Truking-Gruppe beim Erwerb von 75,1 Prozent am Verpackungsspezialisten Romaco begleitet. Die Kanzlei pflegt insgesamt gute Kontakte zu chinesischen Investoren und begleitet diese regelmäßig bei Ankäufen in Deutschland ebenso wie deutsche Unternehmen bei deren Aktivitäten in Fernost. Seit 2007 unterhält Graf von Westphalen ein eigenes Büro in Schanghai, in dem mittlerweile acht Berufsträger arbeiten.

Für KHD-General Counsel Ringberg war es der letzte Deal auf Inhouseseite. Er hat das Unternehmen zum Oktober verlassen und sich mit eigener Kanzlei selbstständig gemacht. Allerdings wird er auch weiterhin beratend für die KHD tätig sein. Einen Nachfolger für seine Position gibt es nicht. Bei seinen Zukäufen im Jahr 2014 setzte der Mehrheitseigner Avic mehrmals auf Noerr.

Beurkundet wurde die jetzige Transaktion von Dr. Marc Hermanns vom Kölner Notariat Hermanns und Schuhmacher.

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