Juve Plus Leise Hoffnung auf Formel 1

Emodrom-Gruppe übernimmt mit SZA am Hockenheimring

Am Hockenheimring übernehmen Investoren das Steuer. Die bereits seit mehr als einem Jahrzehnt an der Rennstrecke involvierte Emodrom-Gruppe wird künftig rund 75 Prozent der Betreibergesellschaft halten, die Stadt Hockenheim und der Badische Motorsport-Club (BMC) rund 25 Prozent. Die Geldgeber wollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren bis zu 250 Millionen Euro investieren. Damit wächst auch die Hoffnung auf die Rückkehr der Formel 1.       

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Bisher hielt die Stadt 94 Prozent der Anteile, der BMC die restlichen sechs. Hinter Emodrom stehen fünf mittelständische Unternehmen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Der Gemeinderat der Stadt Hockenheim hat dem Vertragsabschluss einstimmig zugestimmt. Der Preis liegt bei etwa 5,5 Millionen Euro, wie die Emodrom-Gruppe im Vorfeld mitteilte.

Zusätzlich übernimmt die Gruppe nach Angaben der Stadt die Tilgung der derzeit 20 Millionen Euro Schulden des Hockenheimrings. Dies seien noch Restschulden nach den großen Umbaumaßnahmen Anfang der 2000er-Jahre. Das Grundstück soll Medienberichten zufolge im Eigentum der Stadt bleiben, den Erwerbern wird aber ein Erbbaurecht eingeräumt. Der Erbbauzins beträgt eine Million Euro pro Jahr und bringt der Kommune so zusätzliches Geld.

Vorsichtige Hoffnung auf die Formel-1-Rückkehr

Die neuen Investoren planen den Aufbau einer ‚Motorworld‘, eines Zentrums mit dem Fokus auf Oldtimer und Sportwagen. Mit den Baumaßnahmen solle Ende 2025, Anfang 2026 begonnen werden. Insgesamt sollen bis zu 300 weitere Arbeitsplätze entstehen, wie die Emodrom-Gruppe mitteilte. Die Gruppe ist bereits seit 2012 vor Ort aktiv und realisierte etwa das 2019 eröffnete ‚Porsche Experience Center‘, eine Offroad-Strecke, die vorher als ADAC-Testanlage fungierte.  

Florian Schumacher

Eine mögliche Rückkehr der Formel 1 auf die Rennstrecke würden alle Verantwortlichen am Hockenheimring anstreben, so die Erwerberin, das ginge aber nur, wenn dadurch kein finanzielles Risiko für die Hockenheim-Ring GmbH entstehe. In dem Elitewettbewerb, der zuletzt 2019 auf der Rennstrecke südlich von Mannheim zu Gast war, sind mittlere zweistellige Millionen-Dollar-Beträge für eine Jahreslizenz üblich. Vorerst haben zahlungskräftige Geldgeber aus dem arabischen Raum oder den USA den ‚Großen Preis von Deutschland‘ aus dem Rennkalender verdrängt. Die deutsche Variante war zuletzt ab 2007 im Wechsel mit dem Nürburgring ausgetragen worden.        

Berater Emodrom-Gruppe
SZA Schilling Zutt & Anschütz (Mannheim): Dr. Florian Schumacher (Federführung), Prof. Dr. Kristian Fischer, Dr. Gerrit Krämer (alle Immobilienrecht)

Christoph Rung

Berater Stadt Hockenheim
Rittershaus (Mannheim): Dr. Christoph Rung (Öffentliches Recht; Federführung), Dr. Marc Hauser, Dr. Patrick Treitz (beide Corporate), Dr. Felix Klemt (Immobilienrecht); Associates: Lisa Zeman (Corporate), Dr. Michael Wenzel (Öffentliches Recht)

Hintergrund: SZA-Partner Schumacher, der sowohl im Gesellschaftrecht wie im Immobilienrecht berät, war bereits ab 2018 bei der Anbahnung des Porsche-Projekts von Emodrom mandatiert. Der Kontakt kam seinerzeit über eine bestehende Mandatsbeziehung für die Shareholder der Gruppe zustande. Die Kanzlei stand der Investorengruppe nun bei den Vertragsverhandlungen sowie zu allen weiteren rechtlichen Fragen zur Seite.

Die in der Rhein-Neckar-Region stark verwurzelte Einheit Rittershaus steht der Stadt Hockenheim seit vielen Jahren zur Seite. Die Partner Rung und Hauser waren ebenfalls bereits vor sechs Jahren eingebunden. (mit Material von dpa)

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