Für mRNA-Impfstoffe

Merck kauft mit McDermott Biotechfirma AmpTec

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck baut sein Angebot für Medizinkunden in der Corona-Krise aus. Der Darmstädter Familienkonzern kauft das Hamburger Biotechunternehmen AmpTec, das mRNA-Substanzen entwickelt und herstellt. Diese kommen in Impfstoffen, Behandlungen und Diagnostika gegen Covid-19 sowie bei zahlreichen anderen Krankheiten zum Einsatz.

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Florian Lechner
Florian Lechner

Neuartige mRNA-Impfstoffe sind in der Corona-Pandemie heiß begehrt. Die Bauanleitung besteht aus dem Molekül mRNA, auf ihrer Grundlage stellen die Körperzellen das Virusprotein her. Gegen dieses entwickelt der Körper dann seine Immunantwort. Sowohl das US-Unternehmen Moderna als auch das Mainzer Biotechunternehmen BioNTech mit dem Partner Pfizer haben mRNA-Impfstoffe entwickelt, die im Kampf gegen das Coronavirus in der EU zugelassen sind.

Die Technologie von AmpTec zur mRNA-Herstellung zeichnet sich Angaben von Merck zufolge unter anderem durch hohe Reinheit und Flexibilität aus. In Kombination mit dem Wissen von Merck könne man die gesamte mRNA-Wertschöpfungskette abdecken. Den Kaufpreis für die Firma mit mehr als 40 Mitarbeitern teilte Merck nicht mit.

Merck profitiert in seinem Laborgeschäft von der hohen Nachfrage von Arzneikunden und Forschern. Der Konzern liefert Laborbedarf an mehr als 50 Corona-Impfstoffentwickler weltweit sowie Produkte und Reagenzien für die Diagnostik. 

Rose Brounts
Rose Brounts

Berater Merck
McDermott Will & Emery (Frankfurt): Florian Lechner (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Thomas Gennert (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Steffen Woitz (IP), Jana Grieb (Gesundheitsrecht; beide München), Marcus Fischer (Steuerrecht)
Inhouse Recht (Darmstadt): Rose Brounts (Head of Legal M&A; Federführung), Julia Dolleschel (Life Sciences), Alexander Werner (Arbeitsrecht), Jürgen Strauß (Steuern)

Berater AmpTec
Blaum Dettmers Rabstein (Hamburg): Dr. Klaus Oepen (Federführung), Dr. Daniela Bramkamp (beide Corporate/M&A)
Goessler + Partner (Hamburg): Georg Berssenbrügge (Steuern)

Notar
FPS Fritze Wicke Seelig (Frankfurt): Dr. Christoph Trautrims

Klaus Oepen
Klaus Oepen

Hintergrund: Der Zeitplan für den Deal war ambitioniert. Der Transaktionsprozess startete im Oktober mit der Due Diligence und bereits kurz vor Weihnachten erfolgte das Signing.

Merck arbeitet bei M&A-Transaktionen mit unterschiedlichen Kanzleien zusammen. Die milliardenschwere Versum-Übernahme 2019 steuerte der Pharmakonzern  mithilfe von Sullivan & Cromwell. Beim Verkauf des Allergiegeschäfts Allergopharma Anfang 2020 holten sich die Verantwortlichen zuletzt Teams von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton und Clifford Chance an die Seite. 

McDermott und Merck arbeiten bereits länger zusammen, die Kanzlei hatte das Unternehmen bislang zu Fragen im Healthcare-Geschäft beraten.  Zudem kennen sich Corporate-Partner Lechner, der hier die Federführung übernahm,  und Syndikusanwältin Brounts noch aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Clifford Chance. Von dort aus wechselte Lechner 2016 zu Paul Hastings, seit 2018 ist er nun bei McDermott. Brounts hingegen ging 2015 direkt von Clifford zu Merck und ist im dortigen Rechtsteam seit Mai 2019 verantwortlich für die M&A-Geschäfte, Post-Merger Integrationen und Finanzierungen.

Die Mandatsbeziehung zwischen AmpTec und Blaum Dettmers Rabstein ist neu und kam durch eine Empfehlung zustande. Das Team um Corporate-Partner Oepen arbeitete bei der Transaktion direkt mit den beiden Mitgründern von AmpTec, Dr. Guido Krupp und Dr. Peter Scheinert, zusammen. (Johanna Heidrich; mit Material von dpa)

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